kopf

"Aus" für Kliniken

Schließung wird vorbereitet

Bad Laasphe. Die "Laasphe Kliniken" Emmaburg- und Schlossbergklinik sind offenbar am Ende. Es gibt keinen konkreten Investor.

vö • Dr. Sabine Feuerborn, die vorläufige Insolvenzverwalterin, bereitet die Schließung der finanziell schwer angeschlagenen "Laasphe Kliniken" vor: "Wir müssen uns mit dieser Möglichkeit befassen. Bisher hat sich kein konkreter Interessent als möglicher Investor herauskristallisiert", hieß es gestern aus dem Büro der Kölner Juristin. Dennoch sei man weiterhin offen für Interessenten oder andere Lösungen. Um aber folgende Einschränkung hinterher zu schieben: "Die Möglichkeit auf eine Rettung wird natürlich mit jedem Tag deutlich schwieriger."

Momentan konzentriere sich die Arbeit in der Schlossberg-Klinik und der Emmaburg-Klinik darauf, die Patienten bis zum Auslaufen des Betriebes zu Ende zu behandeln. Wie berichtet, werden seit Weihnachten keine neuen Patienten in den "Laasphe Kliniken" mehr aufgenommen. Zudem müssten für die Bewohner der Pflegestation LIFE alternative Unterbringungsmöglichkeiten gefunden werden. Wie die Siegener Zeitung erfuhr, sind auf der Station aktuell nur noch drei von ehemals rund 20 Patienten verblieben. Wenn tatsächlich der schlimmste Fall eintreten sollte und die Kliniken geschlossen werden müssen, könnte der Betrieb bereits in der zweiten Januar-Hälfte eingestellt werden.

Wie die Siegener Zeitung erfuhr, sollen von ursprünglich 270 Mitarbeitern noch etwa 150 Beschäftigte in den Kliniken verblieben sein. Eine Mitarbeiterin sagte der SZ gestern, dass die Stimmung auf dem Tiefpunkt angelangt sei, weil es trotz großen Einsatzes aller Kollegen noch keinen Silberstreif am Horizont zu sehen gebe. Einige Mitarbeiter sollen bereits bei anderen Unternehmen unterschrieben haben, der größte Teil hat sich bei der Bundesagentur für Arbeit in Bad Berleburg arbeitslos gemeldet. "Die Menschen haben Anspruch auf Arbeitslosengeld", sagte Jan Crepon, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit in Siegen, gestern auf SZ-Anfrage. Insolvenzgeld könnten die meisten der Betroffenen indes nicht beantragen, weil sie bereits bei der vorangegangenen Insolvenz Zahlungen erhalten hätten.

Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für die betroffenen Mitarbeiter bewertete Jan Crepon durchaus gut: "Pflegekräfte sind absolut gefragt. Entscheidend wird für die Betroffenen aber die Frage nach der räumlichen Mobilität sein."

Der Bad Laaspher Beigeordnete Dieter Kasper sagte gegenüber der SZ, dass Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann aus seinem Urlaub heraus in ständigem Kontakt zu Landrat Paul Breuer stehe. Dennoch seien der Verwaltung natürlich sehr enge Grenzen gesetzt, was die Unterstützung bei der Investorensuche angehe. Im Interesse aller Mitarbeiter und der gesamten Stadt hoffe er natürlich, so Kasper, dass es doch noch eine Zukunft für die "Laasphe Kliniken" gebe.



map ticker ticker
Ticker Ferndorf










 
 
Ort/PLZ
Immobilienart
Kaufen
Mieten