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Entwarnung

Region vom Dioxin-Skandal wohl nicht betroffen

Bad Berleburg. Mit Dioxin verseuchte Futtermittel sollen die Region nicht erreicht haben.

vg - Die Schlagzeilen über Giftstoffe in Eiern und Tierfutter reißen dieser Tage nicht ab. Die Siegener Zeitung nimmt dies zum Anlass und fragt einmal bei Vertretern der heimischen Landwirtschaft genauer nach, wie sie die Situation für die heimische Region beurteilen.

Landwirte bekommen viele Fragen gestellt

"Die Verunsicherung ist natürlich groß", sagt zum Beispiel Martin Voß, Kreisgeschäftsführer vom Landwirtschaftlichen Kreisverband Siegen-Wittgenstein-Olpe. "Ich habe eben noch mit ein paar Landwirten aus dem Bereich ,Eier-Direktvermarktung' gesprochen und auch diese müssen sich bei jedem Verkauf den Fragen der Kunden aufs Neue stellen." Eines stehe jetzt schon fest: "Die Landwirtschaft ist das große Opfer dieses Skandals."

Keine Geflügel- und Schweinemast-Betriebe

Das sieht auch Kreislandwirt Lothar Menn so. "Es ist aber davon auszugehen, dass die Futtermittel, von denen hier die Rede ist, nicht nach Siegen-Wittgenstein gegangen sind. Wir haben hier nämlich keine Geflügel- und Schweinemast-Betriebe, die überwiegend dieses Futter angekauft haben."

Schaden noch nicht abschätzbar

Damit könne man den Verbraucher der hiesigen Region zunächst einmal beruhigen. "Das Problem ist nun aber, wie der Verbraucher in den nächsten Tagen und Wochen mit dem Thema überhaupt umgehen wird", so Lothar Menn. "Meine Berufskollegen tun mir jedenfalls sehr, sehr leid", bedauert er, "denn die betroffenen Landwirte werden zweifelsohne auf dem Schaden sitzen bleiben." Und der Schaden sei jetzt noch gar nicht einhundertprozentig abschätzbar. "Uns in Wittgenstein betrifft das Ganze jedenfalls nicht direkt."

Hoffnung, dass sich viele Verdachtsfälle nicht bestätigen

Jetzt bleibe dennoch abzuwarten, welche Ergebnisse weiterhin ans Tageslicht kommen würden. Und noch eines stehe fest: "Jetzt kann man eh alles weiteressen, was jetzt in die Handelsketten kommt. Das, was Dioxin behaftet war, ist lange verzehrt." Für diejenigen aber, die diesen Skandal zu verantworten hätten, wünscht sich der Kreislandwirt eine deftige Strafe. "Wer ein halbes Jahr für eine solche Geschichte in den Bau muss, der kommt vielleicht mal zum Nachdenken." Die derzeitige Diskussion um den Dioxin-Skandal sei natürlich nicht dafür geschaffen, das Vertrauen in die heimischen Nahrungsmittelerzeuger zu stärken, fügt Henner Braach, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein-Olpe, hinzu. Das Ganze aber zeige letztlich auch, "dass bei uns die Kontrollen funktionieren." Und es sei schon beachtlich, wenn man mal eben 1000 Betriebe dieser Größenordnung schließen würde. Wie groß sich aber der Schaden künftig auswirke, das sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Natürlich sei die Vernunsicherung der Verbraucher zu verstehen. "Man will ja alles, was man zu sich nimmt, mit Genuss verzehren und nicht mit einem bitteren Beigeschmack." Daher bleibe jetzt erst einmal zu hoffen, dass nicht noch weitere unangenehme Dinge ähnlicher Art ans Tageslicht kommen würden. "Die Landwirte jedenfalls fordern jetzt zurecht, dass es jetzt nicht mehr diejenigen Stoffe, die für die Industrie und für den Nahrungsmittelbereich bestimmt sind, vermischt werden", fügt Martin Voß hinzu. Es sei daher ratsam, umfassendere Kontrollen einzuführen. Diesbezüglich gebe es noch sehr viele weitere Fragen, die man direkt nicht beantworten könne, bedauert auch Helmut Dreisbach, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Wittgenstein. "Wir von der Landwirtschaft sind generell gezwungen, alles zu dokumentieren. Da stellt sich die Frage, wie ein solcher Skandal überhaupt passieren konnte." Auch er hoffe auf stärkere Kontrollen - "von Anfang bis Ende", aber er wisse auch, dass damit immense Kosten verbunden seien. "Das wird das Ganze erheblich verteuern." In diesem Zusammenhang bleibe nur zu hoffen, dass sich viele derjenigen Betriebe, die man ja jetzt zunächst einmal vorsorglich gesperrt habe, lediglich als Verdachtsfälle entpuppen würden. Und er hoffe auch, dass man nun nicht auch noch in anderem Mischfutter Verunreinigungen ähnlicher Art finde. Das Ganze sei natürlich eine schwierige Situation - aber letztlich auch eine, die man lösen könne.



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