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Rennen in Liebenscheid

Optimale Bedingungen für Schlittenhunde

Liebenscheid. Am Wochenende fand in Liebenscheid wieder das traditionelle Schlittenhunde-Rennen statt. Die Siegener Zeitung war vor Ort und präsentiert eine Fotogalerie.

dima - Nein, das sind keine roten Krawatten, sondern fliegende Zungen, die beinahe durch den Schnee pflügen. Quälerei scheint hier ebenfalls nicht im Spiel zu sein; vielmehr purer Spaß an der Bewegung, am Laufen, Rennen, Hecheln. Ein halbes Dutzend Huskies rast über die Piste, zieht Musher - so nennt man den Piloten - samt High-Tech-Schlitten in Richtung Ziel. Gespanne mit Weimaranern, Samojeden, Grönländern, Malamuten oder Schäferhunden folgen. Schneller als der eiskalte Westerwälder Wind pfeifen die Hunderudel unter blauem Himmel über Wiesen und Weiden in Richtung Ziel.

30. Auflage

Zum 30. Mal richtete der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Liebenscheid in Kooperation mit dem Hessischen Schlittenhunde-Amateursportclub 1982 am Wochenende das internationale Schlittenhunderennen in Liebenscheid aus. Und zum 30. Mal wehte ein Hauch von Alaska über die perfekt präparierten Rennbahnen, auf denen sich die hochmotivierten Vierbeiner acht, elf und vierzehn Kilometer lang zwischen Start und Ziel austoben konnten.

45 Gespanne und 200 Schlittenhunde

Entspannt und ziemlich glücklich wirkten die besten Freunde der Musher und Menschen nach der wilden Hatz im Fahrer- respektive Hundelager. Rund 45 Gespanne und über 200 Schlittenhunde präsentierten sich den Zuschauern an zwei Tagen in Topform. Tipptopp waren aber auch die Bedingungen rund um das verschneite Örtchen, das im vergangenen Jahr 650 Jahre Stadtrechteverleihung feierte. Mit Sicherheit habe aber die Stadtrechteverleihung im 14. Jahrhundert weniger zum Bekanntheitsgrad Liebenscheids in Deutschland und Europa beigetragen, als das Hunderennen, urteilte Ortsbürgermeister Hans-Dieter Widerstein. Kein Wunder, schließlich rennen regelmäßig Hundegespanne aus diversen Nachbarländern mit, weshalb rund um die Wohnwagen und Futternäpfe vielsprachig gesprochen und gebellt wurde. 

"Are you ready, ihr Schäferhunde?"

Gehechelt wurde aber nicht nur zum Vergnügen: Wer die hessische oder rheinland-pfälzische Meisterschaft gewinnen will, der muss auf dem Westerwald antreten und punkten. "Are you ready, ihr Schäferhunde", ruft Wolfgang Vier, Liebenscheider Urgestein, der seiner Leidenschaft seit drei Jahrzehnten als Rennleiter beim drittältesten Schlittenrennen Deutschlands frönt. Und los geht es unter den Augen der begeisterten Zuschauer. Mehrere tausend Besucher fanden an diesem Wochenende die kleine verschneite Ortschaft auf der Landkarte, schätzte Wolfgang Vier, um gleich wieder zum Mikrofon zu greifen und aus dem Musher-Nähkästchen zu plaudern. Wie es sich gehört, wurde in verschiedenen Klassen gestartet. Mit Schlitten, oder nur auf Langlauf-Ski, mit zwei, sechs, acht oder sogar zwölf Hunden. Mit jungen Draufgängern, beinahe so schnell wie gut trainierte Geparde auf Antilopenjagd, oder mit routinierten und etwas langsameren Happy-Dogs. Die sind älter als acht Jahre, lassen es aber vor dem Schlitten immer noch richtig krachen. Wobei: Happy wirkten an diesem sonnigen Liebenscheider Wintersportwochenende eigentlich alle Vier- und Zweibeiner.

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