"Didi van Abruf" - auch der 1. FC Kaan-Marienborn trennt sich zum Saisonende vorzeitig von seinem Trainer. Foto: tika
1. FC Kaan-Marienborn
Schacht verlässt Kaan zum Saisonende
Kaan-Marienborn. Fußball-Westfalenligist 1. FC Kaan-Marienborn und sein Trainer Dietmar Schacht trennen sich zum Saisonende. Dies und weitere Einzelheiten gab der Verein am Morgen in einer Pressemitteilung bekannt.
Schacht hatte das Trainernamt beim Aufsteiger erst zu Saisonbeginn übernommen und die Mannschaft auf Anhieb in die Nähe eines erneuten Aufstiegsplatzes zur NRW-Liga geführt. Im Breitenbachtal besaß der Coach einen Vertrag bis zum 30. Juni 2012, der nun vorzeitig aufgelöst wird. Ob der Trainer aus dem Ruhrgebiet eine Abfindung erhielt, wurde nicht bekannt.
Genau wie bei Bayern München
Als Grund für die Trennung nannte der Verein "die unterschiedliche Auffassung über die langfristige strategische Ausrichtung des Vereins". Wer in den letzten Tagen aufmerksam Trainerdiskussionen in Deutschland verfolgt hat, glaubt hier fast schon an einen neuen "Guttenberg". Denn mit nahezu gleichlautendem Inhalt hatten der FC Bayern München und sein (Noch-)Trainer Louis van Gaal am Montag das vorzeitige Ende ihrer eigentlich ebenfalls bis 2012 befristeten Zusammenarbeit begründet.
"Unterschiedliche Philosophien"
In einer Presseerklärung teilte Wolfgang Leipold, 1. Vorsitzender des 1. FC Kaan-Marienborn, weiter mit: "Ungeachtet des ausgesprochen positiven sportlichen Saisonverlaufs haben wir in den vergangenen Monaten feststellen müssen, dass wir auf lange Sicht gesehen unterschiedliche Philosophien im Hinblick auf die Entwicklung des 1. FC Kaan-Marienborn vertreten." Verein und Trainer wollten bis zum Juni (siehe van Gaal) die Saison zu einem positiven Abschluss bringen.
"Da macht der Verein einen Fehler"
Worin die unterschiedlichen strategischen Auffassungen bestehen, erläuterte "Didi" Schacht im Gespräch mit SZ-Online. "Wenn wir uns fußballerisch weiter entwickeln wollen, können wir das nicht nur mit Spielern aus dem Siegerland schaffen. Und wir können es auch nicht nur mit Spielern schaffen, die irgendwie einer hauptberuflichen Tätigkeit oder einem Studium nachgehen. Sondern dann müssen wir auch darüber nachdenken, die Mannschaft mit reinen Profis zu ergänzen. Da denkt der Verein anders."
Konkret nachgefragt, ergänzte Schacht: "Mein Plan war es, für die neue Saison fünf, sechs neue Leute mit NRW-Liga-Format zu holen. Jetzt wird der Verein das nicht mehr machen und einen Trainer verpflichten, der sich auch in die Aufstellung reinreden lässt. Ich glaube, da macht der Verein einen Fehler." Die Entscheidung des Vereins zur Trennung hat Schacht am Dienstagabend der Mannschaft mitgeteilt. Man müsse nun noch mehr Gas geben, um die Saison positiv zu beenden, habe er den Spielern erklärt.




