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Luxuslärm aus Iserlohn

Eine Portion Stärke zum Mitnehmen

Wilnsdorf. Die Rockmusik mit deutschen Texten gefiel rund 700 Besuchern in der Festhalle Wilnsdorf. Nach der Akustiktour durfte Sängerin Janine "Jini" Meyer es wieder richtig krachen lassen.

zel - Viele sind zum ersten Mal auf einem Konzert von Luxuslärm. Sie sollen sie kennenlernen am Samstagabend in der Festhalle Wilnsdorf, die Band aus Iserlohn, die sich ihre Bekanntheit einfach verdient durch Spielen, Spielen und nochmal Spielen. Eine Band, die unabhängig geblieben ist von den großen Plattenfirmen - auch jetzt, wo eben diese Plattenfirmen, die Luxuslärm einst abgelehnt haben, wieder anklopfen und es immer schon wussten, dass diese Band das nächste große Ding ist. Wenn sie sich entscheiden könnte zwischen einem Schickimicki-Event wie der Echo-Verleihung und einem Live-Auftritt, würde Sängerin Jini sich immer für den Live-Auftritt entscheiden. Auch wenn dabei die Schminke verläuft.

Als erstes zählt der Kontakt zum Publikum

Man muss es ihr nicht glauben, denn mit dem Konzert liefert sie den Beweis, dass für Luxuslärm als allererstes der Kontakt mit den Fans zählt. Die einstige Coverband hat gelernt, sich ein Publikum zu erarbeiten, das zahlt sich jetzt aus. Dass sich die CDs - im Herbst erscheint die dritte - auch gut verkaufen, schadet natürlich nicht.

Viel Energie wird frei

"Volles Brett" hat Janine "Jini" Meyer im Interview mit der SZ versprochen, und "volles Brett" lieferte Luxuslärm auch ab für die rund 700 Besucher des von der Gemeinde Wilnsdorf veranstalteten und von der Siegener Zeitung präsentierten Konzerts. Sie hätten während ihrer Akustik-Tour lange genug auf den Barhockern gesessen, sagt Jini, und tanzt und singt zwei Stunden lang wie (endlich wieder) entfesselt. Es sollte ein richtig guter Abend werden, an dem die Band alles gibt und das Publikum alles aufnimmt - und zurückgibt, die Hände zum Himmel reckt, mitsingt und klatscht. Da wird viel Energie frei, auf beiden Seiten.

Mach was aus deinem Leben

Das liegt nicht nur an der ehrlichen Rockmusik ohne viele Effekte, sondern auch an den ausschließlich deutschen Texten, die die studierte Sängerin Jini mit ihrer starken, sicheren Stimme bis in die letzten, etwas lichteren Reihen kommuniziert. Auch hier, wo die Luft ein wenig besser ist als vorne bei den dicht gedrängt stehenden, jubelnden Fans, versteht man nicht nur die Worte, man versteht auch den Sinn. Es geht oft um die eigene Stärke, um den Glauben an sich selbst, es ist die Absage an blöde Schwätzer ("Ja ja") und die Ansage, dass wir nicht 1000 Leben haben, sondern nur eins, und mit dem machen wir besser was - jetzt. Auch wenn man dabei mal zu Boden geht ("Du weißt nicht, wie das ist").

Einfach den großen Moment genießen

Man wünschte manchen, die ihr Handy hochhalten und mitfilmen, es einfach mal stecken zu lassen und den Moment zu genießen, statt irgendeinen verwackelten Film nach Hause zu tragen. Das hier ist groß und bleibt auch ohne digitales Souvenir in Erinnerung. Wie viel schöner ist es, mit all den anderen bei "Nichts ist zu spät" oder bei "1000 Kilometer bis zum Meer" mitzusingen - den ersten großen Hit heben sich Henrik (Gitarre, Gesang), Eugen (Bass), David (Keyboard), Jan (Schlagzeug) und Jini bis zum Schluss auf, bei nicht nachlassender Energie. Jini weist noch darauf hin, dass sich Luxuslärm als Paten für das Kinderhospiz Balthasar in Olpe engagieren und am Merchandising-Stand kleine Plüsch-Schafe verkaufen, um ihr Projekt zu unterstützen. Die Ballade "Von jetzt an", nur zur Keyboard-Begleitung gesungen, lässt manches Pärchen nochmal so richtig eng zusammenrücken, bevor alles springt und hüpft und es mit "Leb deine Träume" noch eine Extraportion Stärke als Proviant fürs eigene Leben gibt: "Du musst kein Sieger sein. Mach dich nie wieder klein." - "Es hat so unglaublich Bock gemacht", sagt Jini am Ende des Konzerts. Keiner im Publikum will ihr da widersprechen.



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