Python befreit
Kurioser Auftrag für Handwerker
Das Telefon klingelte bei Wolfgang Schaum aus Schönau zur Mittagszeit. Sein Nachbar war am anderen Ende der Leitung. "Er fragte mich, ob ich eine Blechschere zum Schneiden eines Eisenrohres habe", erinnerte sich Schaum. Da der selbstständige Handwerker viel Werkzeug besitzt, fragte er nach, was genau geschnitten werden solle.
sz - Helge Gebauer von gegenüber schilderte ihm, dass sich sein Baby-Python in ein Loch eines Eisenrohres gezwängt habe und nun befreit werden müsse. Doch wie manövierte sich das etwa 50 Zentimeter lange Tier in diese missliche Lage? Leon, der Sohn von Helge Gebauer, hatte die Schlange aus dem Terrarium genommen, um sich mit ihr zu beschäftigen. Als er einen kurzen Augenblick unaufmerksam war, suchte der Python, der bis zu 1,80 Meter groß werden kann, das Weite. Unter dem Bett im Kinderzimmer lag das Eisenrohr, das das Tier wohl für ein gutes Versteck hielt, und quetschte sich in ein nur etwa 20 Millimeter kleines Loch, das in das Rohr gebohrt worden war. Der Kopf des Tieres passte leicht durch die Aushöhlung, für den breiteren Teil des Körpers war sie jedoch viel zu eng. Zunächst musste das Bett von Leon in seine Einzelteile zerlegt werden, um an das Eisenrohr mit Schlange zu gelangen.
Tierarzt kontaktiert
Die Familie Gebauer hatte vor der Rettungsaktion mit "schwerem" Werkzeug einen Tierarzt kontaktiert und die prekäre Lage mitgeteilt. Der Fachmann erteilte den Rat, die Schlange samt Rohr ins Terrarium zu legen und abzuwarten, ob sich das Tier selbst befreie. Nach einiger Zeit war dann schließlich Nachbarschaftshilfe gefragt.
"Ich habe natürlich Angst vor Schlangen und ließ mich zunächst über diese Tierart informieren", so Wolfgang Schaum. "Ich schaffte es, mich zu beruhigen und konnte die Schlange sogar anfassen, um Vertrauen aufzubauen."
Viel Geduld
Schaum spannte das Eisenrohr dann in einen Schraubstock und sägte ganz knapp an der Schlange vorbei, um das Rohr zu verkürzen. "Mit viel Geduld musste ich mich bis zum Körper vorarbeiten." Das gelang ihm nach einiger Zeit, so dass die Schlange befreit werden konnte. Glücklich und erleichtert brachte Helge Gebauer das unverletzte Tier zurück in sein Terrarium. Im Kinderzimmer gingen die Handwerker-Arbeiten mit dem Wiederaufbau des Bettes dann weiter.




