Die Bad Boys aus Dortmund eröffneten am Samstagabend das Benefizkonzert zugunsten des Kinderschutzbundes Siegen-Wittgenstein im Apollo-Theater. Foto: ba
Benefizkonzert für Kinderschutzbund
Bad Boys und Bonner Jazzchor im Apollo
Siegen. Die Gäste aus Dortmund und Bonn gaben ein Konzert zum zehnjährigen Bestehen des Lions-Clubs Freudenberg. Der Erlös geht an den Kinderschutzbund Siegen-Wittgenstein.
ba - Was für ein Abend! Während in Düsseldorf der Eurovision Song Contest die Herzen höher schlagen ließ und in Dortmund die Meisterfeier eingeläutet wurde, krönte der Lions-Club Freudenberg sein zehnjähriges Bestehen mit einem Benefizkonzert der Extraklasse, denn "Sing & Swing a cappella" hieß es am Samstagabend zugunsten des Kinderschutzbundes Siegen-Wittgenstein. Wenn das Konzertzimmer aufgebaut wird, die Deckensegel arrangiert sind und dem Musikdramaturgen des Apollo-Theaters, Jan Vering, die Vorfreude anzumerken ist, dann sind besonders schöne Klänge zu erwarten. So auch am Samstagabend, als die Dortmunder A-cappella-Formation Bad Boys und der Bonner Jazzchor ein stimmliches Feuerwerk boten.
Barbershop- und andere Klänge
Mit dem von Louis Prima komponierten Benny-Goodman-Klassiker "Sing, Sing, Sing (With A Swing)" eröffneten die Bad Boys unter der musikalischen Leitung von Prof. Dr. Hans Frambach den Abend und ließen keinen Zweifel daran, dass diese wunderbare Nummer nicht nur in der Carnegy Hall, sondern auch in Siegen das Publikum zum Kochen bringen kann. Schwungvoll präsentierten sie ein abwechslungsreiches Programm, das neben den für das Ensemble typischen Barbershop-Klängen ("I Got Rhythm", "I Can't Give You Anything But Love") auch andere Seiten des Chors zeigte. Mit der Jazzballade "O Lord, Please Hear My Prayer" und "Daddy Sang Bass" von Johnny Cash wurde es spirituell, "Was ich noch zu sagen hätte" (komponiert von Reinhard Mey), stimmte nachdenklich, und als echte Dortmunder Herzensbrecher ("Ich brech' die Herzen der stolzesten Frau'n") hatten die bösen Buben die Lacher auf ihrer Seite. Choreografisch perfekt in Szene gesetzt von Dorothee Fontein, versprühte die stimmgewaltige Herren-Formation Witz, Esprit und mitreißende musikalische Leidenschaft, so dass das Publikum hartnäckig eine Zugabe forderte: "Hello, Mary Lou" brachte noch einmal richtig Schwung ins Apollo.
Kreative Versionen bekannter Lieder
Kaum zu übertreffen, doch Jan Vering versprach, dass es mindestens ebenso phänomenal weitergehen würde, denn beim letzten Auftritt des Bonner Jazzchors in Siegen "flog die Halle". Und er sollte Recht behalten, denn die Formation unter der Leitung von Sascha Cohn zeigte ihrem Publikum eindrucksvoll, warum sie gerade in Aarhus beim Chorfestival Silber gewonnen hat. Nur Zuhören war passé, aktive Teilnahme dafür angesagt: "Die Gedanken sind frei", sang das ganze Apollo-Theater mit Begeisterung, um sich kurz darauf eingestehen zu müssen, dass die Version des Chores ein "klein wenig" kreativer war. Kreativität zeigte sich auch bei der Umsetzung des Rammstein-Songs "Engel". Ganz ohne die typischen Pyro-Effekte der deutschen Rockband sorgte der Song stimmlich für Hitzewallungen. Mit "If I Had A Bell" wurde schließlich das Ende des Konzerts eingeläutet. Doch so einfach ließ das Publikum die Sängerinnen und Sänger nicht von der Bühne. Mit "Kein schöner Land", "Make You Feel My Love" und "Almost Like Being In Love" verlangte es hartnäckig nach drei Zugaben, ehe ein beeindruckendes Konzert für einen guten Zweck, veranstaltet vom Lions-Club Freudenberg und dem Chorverband NRW, nach mehr als zwei Stunden seinen Abschluss fand.




