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Nachmittagsprogramm lockte großes Publikum

Oasen mitten im Trubel

Grund. Auch die 21. Auflage des Musik- und Theaterfestivals KulturPur zog die Besucherinnen und Besucher an. Besonders schön im Umsonst-und-draußen-Programm: das Karussell im Grünen.

ciu - Oh, wie ist das schön! Ein Karussell aus Kürbis, Sonnenblume, Lilie, ein Gärtchen, in das nicht jeder einfach so hinein kann. Den die Gärtnerin in Hut und Schürze wacht darüber, dass es nicht zu laut und zu lebendig wird in dem geschützten Raum, den ihr "jardin" (das Théâtre de la Toupine kommt aus Frankreich) im KulturPur-Trubel bietet. So lassen sich kleine und große Leute ein bisschen treiben hinterm Gartenzaun, drehen das Karussell von der Wippe mit eigener Kraft und hören fast beiläufig dem Hühnergegacker vom Band zu. Eine Oase im Grünen.

52 000 Besucher bei KulturPur

Wieder war eine Menge los bei KulturPur. Zum 21. Mal hatten die Festivalmacher vom Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein am Pfingstwochenende auf die Ginsberger Heide geladen, wieder strömten die Menschen, zumal zum Umsonst-und-draußen-Programm an den beiden Feiertagen, zu Tausenden aufs Gelände. Insgesamt, schätzen die Veranstalter gestern gegen Abend, waren von Donnerstag bis einschließlich Montag rund 52 000 Besucherinnen und Besucher in der Zeltstadt zu Gast.

Sie ließen sich unterhalten von Musik, Theater und Mitmachaktionen, picknickten auf der Giller-Wiese oder spazierten entlang der Waldwege zur Ginsburg und wieder zurück. Dort boten die Schlossberg-Raubritter wieder Abenteuerliches - ein Spaß für unerschrockene Kinder zwischen fünf und zwölf.

Tolles Angebot der Jugendkunstschule

Mädchen und Jungs, die es etwas ruhiger angehen lassen wollten, waren bei der Jugendkunstschule bestens aufgehoben, konnten Porträts aus Baumstämmen gestalten, Landschaften aus Wasser und Farbe schaffen oder Stillleben drucken. Ein Spielplatz für die Sinne war der Klangkanal des Mobilen Musikmuseums, bei dem es es (auch) aufs Miteinander ankam.

Der Drache war ein Hingucker

Dicht umlagert: die Trampoline des TV Salchendorf; hier ging es hoch hinaus. Da passte das Seiltanz-Spektakel in der unmittelbaren Nachbarschaft gut: Los Filonautas spielten "Schiffbruch aus Wahl" und bekamen die Gratwanderung auf dem Seil irgendwie dann doch immer hin. Ein Hingucker war der feuerspeiende Drache des belgischen Künstlers Stef Vetters, eine Mischung aus Stelzenmann, Marionettenspieler und Schreckgespenst. Nahbarer war da der Straßenkomödiant Shiva Grings, um den sich das Publikum in Scharen sammelte. Höchst amüsant! Und auch das gab es: die kleinen urbanen Prophezeiungen der Compagnie d'Outre-Rue und einen Horrortrip im LKW ("Frankenstein in zehn Minuten") für kleines Publikum, Rudolfs Schatzsuche und - im Zeltinneren - Jonglage, Musik und Kindertheater. Erlesen war der Kreis der Kinder, die an der KulturPur-Führung von Carla (9) teilnehmen durften; sie hatten den Backstage-Rundgang gewonnen, erhielten Einblicke in die Welt der Technik, der Künstler (Garderobe, Tourbus, Catering ...) und der Rotkreuz-Einsatzkräfte - und bekamen am Ende im Gillerbergheim ein Eis. Immer voll besetzt war der Helikopter, den die Siegener Zeitung am Sonntag und am Montag über Berge und Täler der näheren Umgebung schickte; wer den Rundflug absolviert hatte, verließ den "Jetranger", eine Bell 206, ganz beglückt. "Es war super", sagte die 19-jährige Liliane Irle. Und auch Anna (3) fand's toll. Das Küchenteam des Hofs "Ginsberger Heide", dessen Weide zum "behelfsmäßigen Fluggelände" wurde, nutzte seine Pause zum Hubschrauberflug - spendiert von der Chefin!



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