kopf

Kater in den Gully gesteckt

500 Euro Belohnung ausgesetzt

Ein Tierquäler überließ in Wilnsdorf Kater Leo in einem Abwasserschacht seinem Schicksal.

kalle • Am Freitag voriger Woche gegen 16 Uhr sah die 23-jährige Janika Pommer aus Wilnsdorf zuletzt ihren strammen Kater Leo. Als er am Samstagmorgen immer noch nicht aufgetaucht war und auch ihre Eltern den Kater nicht gesehen hatten, machte sich die Merchandiserin, tätig für eine Modemarke, ernsthafte Sorgen. "Leo ist noch nie so lange weggeblieben. Ich wusste, da ist etwas passiert", berichtete die Katzenfreundin der SZ.

Gemeinsam mit ihren Eltern machte sich die junge Frau auf die Suche. Im angrenzenden Wald, unter Büschen und in Garagen suchten sie den dreijährigen Kater. Leider ohne Erfolg. Janika Pommer ahnte Böses. Bereits seit September letzten Jahres ist ihr zweiter Kater Lucky wie vom Erdboden verschluckt. Ihn sah sie bis zum heutigen Tag nie wieder.

Am Dienstagabend machte sich die 23-Jährige in den Abendstunden nochmals auf die Suche. Mit einer Taschenlampe in der Hand durchstreifte sie die Gegend rund um die Bergstraße. Und dann passierte Folgendes: "Als ich nach Leo rief, hörte ich plötzlich ein Miauen. Aber ich konnte nicht feststellen, woher das Geräusch kam. Ich durchsuchte alle Sträucher im Umfeld, fand das Tier aber nicht. Das Miauen hörte auf. Zuerst dachte ich bereits an Halluzinationen. Doch dann hörte meine Mutter ein erneutes Miau. Und sie konnte die Örtlichkeit zuordnen. Es war ein Gully." Mit Hilfe des Nachbarjungen gelang es, den schweren Gullydeckel anzuheben. In dem 1,60 Meter tiefen Schacht befand sich tatsächlich Kater Leo. Er war unverletzt und gesund.

Nach Auskunft der Gemeinde Wilnsdorf bestand für das Tier keine Möglichkeit, selbst in den Abwasserschacht zu gelangen. Unbekannte Tierquäler müssen den Kater in dieses Loch geworfen haben, wo er ohne Hilfe zweifelsfrei verhungert wäre.

Janika Pommer will jetzt wissen, wer hinter der scheußlichen Tat steckt. "Ich werde demjenigen, der mir den Tierquäler nennt, den die Polizei überführen kann, eine Belohnung von 500 Euro zahlen." Es gibt noch einen zweiten Fall von Tierquälerei: Am Sonntag wurde nach Angaben von Inka Becovic in Altenseelbach erneut auf Kater Linux geschossen. Diesmal ging der Schuss daneben, die Katzenbesitzerin konnte sogar noch den vermeintlichen Schützen erkennen. Sie hat nun bei der Polizei erneut Anzeige erstattet. Bereits Ende Juli war mit schwerem Kaliber auf das Tier geschossen worden. Der norwegische Waldkater-Mix war damals schwer verletzt worden, er konnte nur dank einer nächtlichen Notoperation gerettet werden. Das Geschoss war in die linke Elle eingedrungen, hatte die Brust der Katze geschrammt und war dann aus der rechten Elle wieder ausgetreten. Die Polizei ermittelte damals wegen des Verdachts einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz sowie wegen eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Jedoch ohne Ergebnis: Erst kürzlich hatte die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Inka Becovic spricht von mehreren Zeugen, die den Vorfall am Sonntag beobachtet haben. Angesichts der neuen Lage erhofft sich die Katzenfreundin, dass der Schütze zur Verantwortung gezogen wird.



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