"Ich bin dafür", bekennen mehrere Bürger aus dem Raum Wittgenstein auf der Homepage des Initiativkreises "Route 57". Dass die Personen unten im Bild vehement für eine bessere Verkehrsanbindung Wittgensteins eintreten, versteht sich von selbst. Foto: bw
"Route 57" online
Interaktiver Dialog erwünscht
Leimstruth. Am Dienstagmittag schalteten Christian Kocherscheidt und Willi Brase die Homepage der Befürworter für die bessere Verkehrsanbindung Wittgensteins frei.
bw - 12 548 Unterschriften hat die Initiative für die bessere Verkehrsanbindung Wittgensteins bislang auf dem herkömmlichen Wege gesammelt. Das war der Stand am Dienstagmittag, bevor die neue und gleichzeitig erste Homepage des Initiativkreises "Route 57" erstmals zugänglich war. Denn im Internet können die Bürger seit gestern auch interaktiv ihre Unterstützung für die geforderte Ortsumgehungskette zwischen Kreuztal und Schameder sowie für Verbesserungen der bestehenden Trasse von Altenteich bis Lützel bekunden. Ein Online-Formular auszufüllen, genügt bereits. Das machte Webmaster Ulf Lück beim Pressegespräch vor und scheiterte prompt - weil er eben schon in der Liste stand.
Der Fehlversuch zeige, dass die Zahlen nicht künstlich in die Höhe getrieben würden, fand Bernd Weide, Mitglied des Initiativkreises "Route 57". Um all den Kritikern schon einmal gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Homepage der Befürworter einer besseren Verkehrsanbindung des Wittgensteiner Raums ist seit gestern unter http://www.route57.info zu finden. Sie zeigt auf der Startseite einige Unterstützer aus der Bevölkerung. Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Anwohner berichten, weshalb sie so vehement die Ortsumgehungen haben möchten. "Das sind authentische Fotomotive von betroffenen Bürgern", betonte Ulf Lück. Neben der Kampagne bietet die Internetseite auch eine Karte mit einer interaktiven Streckenbeschreibung, die sämtliche Planungen für Ortsumgehungen zeigt. Es gehe darum, zu informieren. Mit Argumenten versuchen die Befürworter zudem, Kritik der Gegner zu widerlegen. Und ein weiterer wichtiger Bestandteil der Seite ist die Möglichkeit zum Dialog übers Internet. "Wir sind schon sehr gespannt auf die Reaktionen", verriet Ulf Lück. "Die Internetseite setzt in jedem Fall ein Zeichen für die Dialogbereitschaft des Initiativkreises."
Die Homepage einzurichten, habe eine Weile gedauert, meinte der Sprecher des Initiativkreises "Route 57", Ejot-Geschäftsführer Christian Kocherscheidt. Das liege aber daran, dass alle Mitglieder ja noch ein paar andere Dinge im Berufsleben zu erledigen hätten. Die Seite verfolge vor allem das Ziel, zu informieren und zugleich auch, das Anliegen im Gespräch zu halten. "Wir wollen mehr Transparenz in diese Diskussion bringen", versprach Kocherscheidt. Er lobte ferner auch die Unterstützung durch Landrat Paul Breuer, der ja die Fahrzeuge des Kreises mit den Aufklebern für die bessere Verkehrsanbindung Wittgensteins bekleben ließ. "Ich fand das konsequent", betonte Christian Kocherscheidt. Schließlich gebe es eine Resolution des Kreistags aus dem Jahre 2007 - und zwar für den Bau einer Ortsumgehungskette. "Das ist eine Legitimation", fand der Ejot-Geschäftsführer. Der Berleburger Bernd Weide verwies auf den Ratsbeschluss in Bad Berleburg, ebenfalls die Fahrzeuge der Stadt mit den Aufklebern auszustatten. Er empfehle da eine Nachahmung durch andere Kommunen.
Der gewünschte Dialog solle auch etwas die Emotionen runterholen, wünschte sich Christian Kocherscheidt. "Wir wissen, dass die Route noch imaginär ist. Aber es geht hierbei nicht um eine Magistrale zwischen Wladiwostok und Paris und auch nicht um die FELS oder eine A 4", räumte er mit den sich wiederholenden Einwänden der Gegner auf. Es gehe um eine vernünftige Ortsumgehungskette bis Schameder, ergänzte Willi Brase als DGB-Vorsitzender im Kreisgebiet. Er erwarte, dass mit der Umgehung von Kreuztal jetzt bald ein Anfang gefunden werde: "Die Mittel stehen bereit, aber wir dürfen nicht noch einmal 15 Jahre verstreichen lassen." Danach müssten die anderen Umgehungen Zug um Zug realisiert werden, forderte Brase.
Und falls nötig, würden sich die Befürworter der Ortsumgehungskette auch (mit Blick auf "Stuttgart 21") auf eine Volksabstimmung einlassen. Ejot-Geschäftsführer Winfried Schwarz stellte klar, dass die Befürworter eine Mehrheit hinter sich wähnten. "Und wir als Mehrheit fühlen uns von einer Minderheit dominiert." Er sei davon überzeugt: "Bei einer Abstimmung würden wir gewinnen." Willi Brase wies darauf hin, dass die Landesregierung wohl die Hürden für Bürgerentscheide senken wolle.




