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An zwei Standorten

Verwaltung empfiehlt "große" Sekundarschule

Olpe/Drolshagen. Die Katze ist aus dem Sack. Seit dem Wochenende steht die Beschlussvorlage im Internet, die am Mittwoch, 14. Dezember, ab 17 Uhr im Ausschuss Bildung, Soziales, Sport der Stadt Olpe vorberaten werden soll und die sich mit dem Schulentwicklungsplan beschäftigt. Darin wird bestätigt, dass die in der SZ veröffentlichten Vorab-Informationen über den zwischen den Mehrheitsfraktionen gefundenen Konsens 1:1 umgesetzt werden sollen. In dem Entwurf heißt es: ?Im Rahmen eines sog. ,2-Säulen-Modells' soll künftig neben den Gymnasien eine mehr berufsorientierte Sekundarschule angeboten werden, die es in Kooperation mit einem Gymnasium und/oder Berufskolleg ebenfalls ermöglicht, das Abitur zu erwerben. Zur Erreichung dieses Zieles müssen die Realschule und die Ganztagshauptschule aufgelöst und eine neue Sekundarschule errichtet werden. Die Stadtverordnetenversammlung der Kreisstadt Olpe würde es begrüßen, wenn es im Verbandsgebiet des Realschulverbandes Olpe-Drolshagen, das die Städte Olpe und Drolshagen umfasst, zu einer einheitlichen und einvernehmlichen Neuordnung des Schulwesens kommen könnte. Sie bietet der Stadt Drolshagen deshalb ausdrücklich eine Zusammenarbeit an."

win - Um dies zu erreichen, soll "vorsorglich" die Mitgliedschaft im Realschulverband Olpe-Drolshagen zum 31. Dezember 2012 aufgekündigt werden. "Gleichzeitig sind in Olpe die Voraussetzungen für eine Beschlussfassung über die Auflösung der Ganztagshauptschule Olpe und der Realschule Olpe-Drolshagen zu schaffen. Für die Schülerinnen und Schüler der Ganztagshauptschule Olpe und der Realschule Olpe-Drolshagen ist sicherzustellen, dass sie den Abschluss der gewählten Schulform erwerben und nach Möglichkeit an den bisherigen Schulstandorten verbleiben können." Ausdrücklich heißt es: "Dem Antrag der Schulkonferenz der Städtischen Gemeinschaftshauptschule Olpe auf Errichtung einer Sekundarschule zum Schuljahr 2012/2013 kann nicht entsprochen werden."

Vier Alternativen

Ausführlich werden vier Alternativen dargestellt, die die Schulentwicklung im Sekundarbereich darstellen. "Das Gymnasium kann bei dieser Betrachtung außer Acht gelassen werden, weil Änderungen bisher von keiner Seite vorgetragen wurden und auch nicht beabsichtigt sind", so die Stadtverwaltung. Von einer Gesamtschule solle Abstand genommen werden: "Ein solches Schulangebot - Abitur nach 9 Jahren - würde neben den vor Ort befindlichen Gymnasien wenig Sinn machen und könnte möglicherweise auch zu räumlichen Engpässen führen."

Als Variante A wurde die Beibehaltung des vorhandenen Schulangebotes in Olpe (Status quo) betrachtet und verworfen. ?Aufgrund der demographischen Entwicklung wird es nicht möglich sein, dass dreigliedrige Schulsystem im Sekundarbereich mittel- bis langfristig in Olpe aufrechtzuerhalten." Weil sich in den Kommunen ein landesweiter Trend "weg von der Hauptschule, hin zur Sekundarschule/Gesamtschule" abzeichne, würde die Kreisstadt Olpe mit einem solchen Schulangebot hinter das Bildungsangebot anderer Städte und Gemeinden zurückfallen. Eine "Schülerabwanderung" könnte die Folge sein.

Antrag zurückgewiesen

Die Variante B wäre die Auflösung der Hauptschule verbunden mit der Errichtung einer Sekundarschule in den Räumen der Hauptschule bei Fortbestand der Realschule. Dies entspräche dem Antrag der Hauptschule. Auch dies lehnt die Verwaltung ab: "Die Hauptschule Olpe würde möglicherweise im Bewusstsein der Bevölkerung ,nur" in eine Sekundarschule "umgewandelt"." Diesem Antrag sollte nach dem Ergebnis der Beratung durch die Bezirksregierung Arnsberg als obere Schulaufsicht nicht entsprochen werden, weil zwei konkurrierende Systeme (Realschule/Sekundarschule) im Planungszeitraum nebeneinander nicht bestandskräftig sein würden. "Im Übrigen ist die Errichtung einer Sekundarschule bereits aus zeitlichen Gründen zum Schuljahr 2012/2013 nicht realisierbar, weil die für eine Genehmigung durchzuführenden Beteiligungsverfahren nicht bis zum 31. 12. 2011 abgeschlossen werden können", heißt es in der Beschlussvorlage.

Als Variante C wurde die Auflösung der Ganztagshauptschule Olpe und der Realschule Olpe-Drolshagen und die Errichtung einer Sekundarschule geprüft. "Eine solche Lösung ist möglich. Sie setzt eine Kündigung der Mitgliedschaft im Realschulverband und einen regionalen Konsens mit den Nachbarkommunen voraus. Der Bestand einer solchen Schule wäre in einem 2-Säulen-Modell (Sekundarschule/Gymnasium) dauerhaft gesichert." Die Schüler der Ganztagshauptschule verblieben in den Räumen der Hakemickeschule. Die Schule würde jahrgangsweise weniger Schüler haben. Die Schüler der Realschule würden weiter im Gebäude Franziskanerstraße 4 beschult. "Im Rahmen des Vertrauensschutzes wäre ihnen Gelegenheit zu geben, den Realschulabschluss zu erwerben. Die Kreisstadt Olpe müsste die Realschule in städtische Trägerschaft übernehmen, um eine Weiterbeschulung zu sichern. Nach drei Jahren wäre zu entscheiden, ob die Schüler vor Ort weiter beschult werden können. Das wäre davon abhängig, inwieweit das Lernumfeld einer ,auslaufenden' Schule noch geeignet ist." Die Variante D entspricht der Variante C, ergänzt um die Auflösung der Hauptschule Drolshagen. Dafür soll die Errichtung einer Sekundarschule mit dem Hauptstandort Olpe und einem Teilstandort Drolshagen im Konsens mit der Stadt Drolshagen erfolge. "Vor dem Hintergrund der bisherigen guten Zusammenarbeit mit der Stadt Drolshagen im Realschulverband könnte es Sinn machen, gemeinsam für beide Städte eine Sekundarschule zu errichten." Olpe würde Hauptstandort, Drolshagen Teilstandort. "Eine solche Lösung wird seitens der Verwaltung nach dem Ergebnis der Beratung durch die Bezirksregierung favorisiert, weil sie längerfristig ein gerechtes, leistungsfähiges und zukunftsträchtiges zweigliedriges Schulsystem (Sekundarschule/Gymnasium) in Olpe und Drolshagen garantiert. Sämtliche Entscheidungen der beiden Städte Olpe und Drolshagen über die Auflösung des Realschulverbandes und die Vermögensauseinandersetzung könnten im Konsens getroffen werden."



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