Vorsitzender Jochen Sauermann sowie die drei stellv. Vorsitzenden, Sibille Niklas, Ludger Reuber und Stephan Niederschlag (v. l.), informierten beim Jahrespressegespräch über die Arbeit der SPD Wenden. Foto: hobö
Bilanz gezogen
SPD will die Gesamtschule
Brün. Die SPD Wenden nutzt die Zeit zwischen den Festtagen stets zu einem Jahrespressegespräch. Die Vorstände von Partei und Gemeinderatsfraktion blicken dabei alljährlich auf die zurückliegenden zwölf Monate zurück, weisen aber vor allem auf die Vorhaben im nächsten Jahr hin. Für Dienstagabend hatten die Sozialdemokraten zu diesem Anlass in das Sporthotel Wacker nach Brün eingeladen.
hobö - Parteivorsitzender Jochen Sauermann sowie die drei stellv. Vorsitzenden, Sibille Niklas, Ludger Reuber und Stephan Niederschlag, der zugleich Vorsitzender der Gemeinderatsfraktion ist, informierten über die Arbeit der SPD Wenden.
"Große Politik" sorgt für Verdrossenheit
Dabei beklagte Sauermann zunächst die auch in der Gemeinde Wenden steigende Parteienverdrossenheit. Dies liege vor allem an der "großen Politik" und dem Abschied von jahrzehntelang gültigen Grundsätzen. "Bei uns waren es beispielsweise die Hartz-Reformen oder die Rente mit 67 und bei der CDU sind es momentan die Aussetzung der Wehrpflicht, die Schulpolitik sowie der Atomausstieg", so Sauermann. Diese Richtungsänderungen, an denen die Parteibasis zumeist keinen Einfluss gehabt habe, hätten dazu geführt, dass sich die Menschen abwendeten oder gar zu Protestwählern würden, beklagte der Rothemühler.
Die SPD Wenden wolle einen anderen Weg gehen. "Wir laden alle ein, aktiv an der politischen Arbeit mitzuwirken und sich einzumischen", erklärte Sauermann. Alle Veranstaltungen des SPD-Ortsvereins seien öffentlich, die entsprechenden Termine finde man auf der Homepage der Partei (http://www.spd-wenden.de).
Viele in Schulfrage einbinden
In den Sprechstunden im parteieigenen Bürgerbüro an der Hauptstraße in Wenden seien viele Enttäuschungen der Bürger zu Tage getreten. "Doch es wird nichts besser, wenn man sich zurückzieht", meinte der Parteivorsitzende. Es gelte, sich aktiv einzubringen und an den Problemen zu arbeiten. Der 2. stellv. Bürgermeister betonte diesbezüglich, dass seine Partei den Elan der Jugend und die Erfahrung der Älteren nutzen wolle. Sauermann wies auf die Hilfsangebote der SPD Wenden hin und nannte beispielhaft die Informationen zu den ab 1. Januar 2012 geltenden Änderungen beim "pfändungsfreien Konto" sowie die Probleme mit der verschobenen Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte. Hier biete man kostenlose Beratung an. Stephan Niederschlag bat derweil um Verständnis, dass er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht Auskunft über politische Ziele der SPD-Ratsfraktion informieren könne: "Ich will den Haushaltsberatungen in der Gemeinde Wenden nicht vorgreifen", betonte Niederschlag. Er wolle den internen Beratungen nicht zuvorkommen und den anderen Parteien zum jetzigen Zeitpunkt keine "Steilvorlagen" offerieren. Beim Thema "Schulpolitik" legt sich die SPD Wenden aber bereits aus dem Fenster: Sie will eine Gesamtschule in Wenden. Wie mehrfach berichtet, wird über eine Veränderung der Schulform im Konrad-Adenauer-Schulzentrum (KAS) nachgedacht. Ein interfraktioneller Arbeitskreis hat bekanntlich empfohlen, die Real- sowie die Hauptschule auslaufen zu lassen und eine Sekundar- oder eine Gesamtschule im KAS einzurichten. Diesbezüglich erinnerte Ludger Reuber daran, dass es die SPD-Fraktion gewesen sei, die mit ihrem Antrag auf Teilnahme an dem seinerzeitigen Projekt Gemeinschaftsschule den Stein ins Rollen gebracht habe. Denn auf dieser Diskussion fußend sei der Arbeitskreis gebildet worden. Dieser habe bereits mehrfach getagt und sich detaillierte Informationen eingeholt. Wie ebenfalls berichtet, tagt der Arbeitskreis im Januar erneut, um eine endgültige Entscheidung des Gemeinderats über die künftige Schulform im KAS vorzubereiten. "Wir als SPD favorisieren und fordern eine Gesamtschule", machte Ludger Reuber klar. Eine Gesamtschule biete das beste Konzept, um schwachen wie starken Schülern entgegenzukommen. Außerdem bestehe dann erstmals die Möglichkeit, in Wenden neben allen anderen Schulabschlüssen auch das Abitur zu machen - und das nicht nach zwölf, sondern nach 13 Schuljahren. Ludger Reuber kündigte an, dass die SPD darauf pochen werde, nicht nur die Eltern von Kindern im 3. und 4. Schuljahr an der Entscheidungsfindung zu beteiligen, sondern auch die Eltern von Kindern im 1. und 2. Schuljahr sowie die von Kindergartenkindern. "Wir müssen bei so einer weitreichenden Entscheidung alle Eltern mitnehmen." Sibille Niklas kündigte an, dass die SPD Wenden seit Jahren wieder eine Frauengruppe habe. Am Weltfrauentag am 8. März 2012 soll nun die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) neugegründet werden. Diese Parteigruppierung sei in allen Ortsvereinen im Kreis eingeschlafen. Der SPD-Ortsverein Wenden sei jetzt der erste, der die AsF wieder ins Leben rufe. Die Arbeitsgemeinschaft wolle sich vornehmlich den Themen "Gewalt gegen Frauen", "Lohndiskriminierung" und dem "Neugeborenenempfang" widmen. Zum Einstand plane man für 20. und 21. April eine Fahrt nach Brüssel, um dort unter anderem die hiesige SPD-Europaabgeordnete Birgit Sippel zu treffen und das Parlament zu besuchen. Interessenten können sich im SPD-Büro, Tel. (0 27 62) 98 72 80, oder bei Sibille Niklas, Tel. (0 27 62) 58 95, melden. Zum zweiten Mal möchte die SPD Wenden einen Neugeborenenempfang durchführen. Dieser soll am 31. März ab 10 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Möllmicke stattfinden. Eingeladen sind alle Neubürger der Gemeinde Wenden, die in diesem Jahr sowie bis einschließlich März 2012 geboren werden - natürlich mit Eltern und Geschwistern. Die Besucher erhalten dort die "Elternbegleitbroschüre" der SPD Wenden, in der wichtige Informationen und Ansprechpartner aufgelistet sind. An dem Tag selbst gibt es darüber hinaus Informationsstände der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Wenden, einer Hebamme, eines Kindertherapeuten, des Deutschen Roten Kreuzes sowie der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden.




