Bernd Stahl gibt bald sein Amt als Ortsbürgermeister auf. Foto: SZ-Archiv
Ortsbürgermeister legt sein Amt nieder
Bernd Stahl hört auf
Scheuerfeld. Zum 1. April legt Ortsbürgermeister Bernd Stahl sein Amt nieder. Der Christdemokrat schafft es kaum, Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen.
goeb - Scheuerfelds Ortsbürgermeister Bernd Stahl (CDU) legt zum 1. April dieses Jahres sein Amt nieder. Im Gespräch mit der Siegener Zeitung gab Stahl dafür gestern ausschließlich berufliche Gründe an. "Emotional hänge ich an der Tätigkeit", räumte er ein. Er habe die Entscheidung am Mittwoch Bürgermeister Bernd Brato und den Beigeordneten mitgeteilt und die Ratsvertreter per E-Mail über den Schritt informiert.
Entscheidung fiel nicht leicht
Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, schickte er voran. In ihm sei aber die Erkenntnis gereift, dass sich die hohen Anforderungen des Ehrenamtes nicht länger mit den beruflichen Erfordernissen, die auch immer intensiver würden, vereinbaren ließen.
Stundenkontingent reichte nicht
Bernd Stahl leitet seit zwei Jahren das Sachgebiet Personal bei der Deutschen Post in Betzdorf. Sein Wochenkontingent habe er zwar auf nominell 28 Stunden reduziert. "Aber das konnte ich nie einhalten", fügte er an.
"Als Ortsbürgermeister muss man 100 Prozent geben"
Tatsächlich habe er sich die wenige verbliebene Zeit stark einteilen müssen. "Ich kann das Amt so leider nicht ausfüllen. Als Ortsbürgermeister muss man 100 Prozent geben können", fasste er zusammen. An den Nachmittagen sei es immer öfter spät geworden, und es sei ihm mitunter nicht gelungen, die Zeit für seine Tätigkeiten als Ortsbürgermeister wieder reinzuholen. Ab April werde er bei der Post wieder in Vollzeit arbeiten.
Beigeordnete sind gefordert
Bernd Stahl, im Mai 2008 gewählt, gilt als gut etablierter und anerkannter Ortsbürgermeister, dessen sachorientierter Stil auch die politischen Wogen in Scheuerfeld glätten konnte. Auch das Großprojekt Neubau der K 106 (Ortsdurchfahrt) trägt seine Handschrift. Bis zu einer Neuwahl wird die Tätigkeit nun in die Hände der Beigeordneten übergehen, so etwas erlebte der Ort schon einmal nach der Ära Klaus Arend, als Ute Nolden die Amtsgeschäfte übernahm.




