kopf

Geschlossene Kirche

Auer Orgel nach Italien verkauft

Aue. Die Kirchenorgel aus Aue erklingt demnächst in Italien. Für den Verkauf der geschlossenen Kirche ist die Gemeinde optimistisch.

sz - m Sommer wurde die Auer Kirche außer Dienst gestellt, auf dem Weg zum Verkauf des Gebäudes müssen zahlreiche einzelne Schritte zurückgelegt werden. Eine der guten Neuigkeiten ist, dass die Orgel aus dem Kirchengebäude mittlerweile verkauft ist. Das Instrument stammt von Karl Lötzerich und aus dem Jahr 1974.

30 Jahre später war die Orgel umfangreich umgebaut und technisch generalüberholt worden, inklusive einer kompletten Neudisponierung und Neuintonation durch den ursprünglich aus Wingeshausen stammenden Peter Kozeluh von der Orgelbauwerkstatt Dieter Noeske aus Rotenburg an der Fulda. Anlass hierfür war damals die Umsetzung der Orgel aus der Wingeshäuser in die Auer Kirche. Und bei dem Instrument handelt es sich wirklich um eine sehr gute Orgel, so stand es auch in den Internet-Portalen zu lesen, bei denen sie zum Verkauf angeboten wurde: "Die Orgel besitzt seit ihrer Neugestaltung einen über die Grenzen der Gemeinde hinausgehenden guten Ruf und ist sowohl für den liturgischen als auch für einen kammermusikalischen Konzertgebrauch universell einsetzbar", hieß es da.

Kirchenorgel aus Aue an Orgelbauer in Italien verkauft

"Universell" hört sich nach breitem Ansatz und nach weiter Welt an, und tatsächlich wird die Orgel jetzt über die Wuppertaler Firma Ladach ins norditalienische Cremona verkauft. "Unsere abendländische Kultur befindet sich in Zeiten des Umbruchs. Christliche Gemeinschaften sind konfrontiert mit abnehmenden Besucherzahlen und wirtschaftlicher Restrukturierung. Sie suchen häufig nach neuen Verwendungsmöglichkeiten für die oft wertvollen, in Handarbeit erbauten Pfeifenorgeln. Als internationaler Fachhändler für gebrauchte Pfeifenorgeln unterstützen wir die Eigentümer der Instrumente bei der oft schwierigen Suche nach einer neuen Verwendungsmöglichkeit. Unsere internationalen Kontakte ermöglichen es uns den bestmöglichen Preis zu erzielen." So erläutert die Firma auf ihrer Homepage im Internet ihre Motivation und ihre Möglichkeiten.

Dank ihrer Vermittlung wird künftig also ein Orgelbauer etwas südlich von Gardasee und Mailand die Wittgensteiner Orgel übernehmen, an eine italienische Kirche weiter verkaufen und dort einbauen. Am Dienstag und Mittwoch wurde die Orgel in Aue demontiert und zunächst nach Wuppertal gebracht, von wo sie sich in nächster Zeit auf den Weg nach Italien macht.

Nutzungsänderung für geschlossenes Kirchengebäude notwendig

Darüber hinaus gibt es seitens der Kirchengemeinde auch noch eine Korrektur der Berichterstattung über die Verkaufsverhandlungen rund um die Auer Kirche. Im Wingeshäuser Gemeindebrief hatte es geheißen, dass die Dinge so langsam vorwärts gingen, auch weil sich der Kreis Siegen-Wittgenstein "ein wenig quer gelegt habe". Das stimme so nicht, heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung, das Problem seien einfach komplizierte und vorgeschriebene Vorgänge, weil für die Kirche eine Nutzungsänderung beantragt werden müsse. Hierfür seien gerade im Energiebereich viele Berechnungen und Prüfungen durch verschiedene Stellen notwendig. Probleme, die in der Natur der Sache lägen. Deshalb sei die Verwaltung des Kirchenkreises Wittgenstein sehr dankbar für die gute Unterstützung durch den Kreis Siegen-Wittgenstein. "All diese Dinge benötigen Zeit, aber der Kirchengemeinde Wingeshausen ist wegen des Verkaufs des Auer Kirchengebäudes keineswegs bang, weil Experten die Vermarktung des architektonisch interessanten Domizils auf einem wunderschönen Grundstück durchaus als lösbare Aufgabe ansehen", heißt es abschließend in der Mitteilung.



map ticker ticker
Ticker Ferndorf









 
 
Ort/PLZ
Immobilienart
Kaufen
Mieten