In Dortmund setzte sich Tasso Wolzenburg am Freitag gegen 18 Mitbewerber durch. Foto: dpa
Tasso Wolzenburg jubelt
Im Röhren ist er der Platzhirsch
Dortmund/Glashütte. Der 46-Jährige ist bereits zum dritten Mal Deutscher Hirschrufmeister und reist jetzt zur Europameisterschaft nach Litauen.
bw - Zum dritten Mal nach den Siegen in den Jahren 2005 und 2006 ist Tasso Wolzenburg der Deutsche Meister im Hirschrufen. Der 46-Jährige aus Welschengeheu feierte den Titelgewinn bereits am Freitagabend auf der Messe "Jagd & Hund" in der Dortmunder Westfalenhalle. Nie zuvor sei das Teilnehmerfeld so groß gewesen, verriet Tasso Wolzenburg im Gespräch mit der Siegener Zeitung.
An der 14. Auflage der nationalen Titelkämpfe im Hirschrufen nahmen knapp 20 Kandidaten teil. Tasso Wolzenburg berichtete, dass das Feld durch einen Aufruf der Jägerzeitschrift "Wild und Hund" viel größer als in den Vorjahren gewesen sei. Deshalb nutzte die Jury die drei Durchgänge, um diesen Kandidatenkreis nach und nach einzuengen. In der ersten Disziplin mussten die Titelanwärter zunächst einen jungen Beihirsch imitieren. Das ist ein junger Hirsch, der noch nicht aktiv an der Brunft teilnimmt. Tasso Wolzenburg: "Schon nach dem ersten Durchgang mussten die ersten zehn Teilnehmer ausscheiden." Der Glashütter gehörte aber nicht dazu, "ich hatte sogar mit das beste Ergebnis in der ersten Runde", erzählte der 46-Jährige. Doch das war auch wichtig, denn die Punkte flossen ins Endergebnis ein.
Das galt aber natürlich auch für die Zähler aus Runde 2, in dem die übrigen Kandidaten einen ganz alten Hirsch nachahmen mussten. "Der alte Platzhirsch schreit nur wenig und dann tief und laut", erklärte der Mitarbeiter des Forstamts Siegen-Wittgenstein. Für sein zweites Hirschrufen erhielt Tasso Wolzenburg drei Mal die Höchstnote 6 - es sollte der Grundstein für den späteren Titelgewinn sein. Denn im dritten und letzten Durchgang kämpften nur noch vier Teilnehmer um den Meistertitel. Darunter waren neben Tasso Wolzenburg noch zwei andere frühere Hirschrufmeister: Andreas Töpfer und Immo Ortlepp. Die Aufgabe in der entscheidenden Runde: das Imitieren des letztlich in der Brunft siegreichen Hirsches, es war ein wiederum lauter und tiefer Schrei. Tasso Wolzenburg genügte zwei Mal die Bestnote und eine 4, um sich letztlich knapp den dritten Deutschen Meistertitel zu sichern. Immo Ortlepp wurde Zweiter und Andreas Töpfer landete auf Rang 3. "Mit den Noten war mir der Sieg gar nicht mehr zu nehmen", freute sich der Glashütter im SZ-Gespräch. Dabei sei das Herzrasen schon groß gewesen, verriet er. "Es ist schon schön, wenn Du weißt, Du bist Erster", meinte Tasso Wolzenburg. Außerdem sei es schön, wenn viele Gratulanten kämen, die sich mit über den Sieg freuten: "Eine Deutsche Meisterschaft hat ja schon viel Gewicht."
Besonders erfreulich sei das Ganze, da der Welschengeheuer ja bereits im Vorfeld von einem Kamerateam des ZDF bei seinen Vorbereitungen begleitet worden sei. "Sie waren dann auch in Dortmund dabei", erzählte der 46-Jährige. Der Beitrag läuft heute im ZDF offenbar in drei unterschiedlichen Formaten, unter anderem jedoch in der Sendung "Drehscheibe", so Tasso Wolzenburg. Als Deutscher Meister nimmt er nun übrigens auch an der Europameisterschaft im Hirschrufen teil, die im September in Litauen ausgetragen wird. Die Siegchancen seien aber gering, erklärte Tasso Wolzenburg. "In Europa sind andere Nationen die Platzhirsche", meinte er natürlich mit den richtigen Fachbegriffen. Die Favoriten kämen eher aus Ungarn, Tschechien, der Slowakei oder aus Polen. "Da sind wir deutschen Hirschrufer doch eher die Beihirsche, ich weiß nicht, woran das liegt", so der neue Deutsche Meister. Aufgeben will er aber noch nicht vor der Europameisterschaft: "Es beginnt wieder bei Null."




