kopf

Gesundheitszentrum Wittgenstein

Weitere libysche Kriegsversehrte nach Bad Laasphe

Bad Laasphe. Das Gesundheitszentrum Wittgenstein erhielt am Donnerstag eine Vorleistung für die Behandlung weiterer libyscher Kriegsversehrter.

sz/bw - Je später der Abend: Am späten Donnerstag gegen 22 Uhr erhielt Jörg Moses, Geschäftsführer des Gesundheitszentrums Wittgenstein in Bad Laasphe, einen sehr wichtigen Anruf, wie Pressesprecher Andreas Muhs am Freitag verriet. Darin ging es um die Kooperation zwischen dem Gesundheitszentrum Wittgenstein und der libyschen Regierung.

Erster libyscher Patient hat sich in Bad Laasphe bereits gut erholt

"Jetzt wird es ernst", verriet Jörg Moses, "wir haben eine Namensliste der nächsten 16 libyschen Patienten bekommen. Dazu kommen noch Angehörige." Und weitere Patienten sollen noch kurzfristig folgen. Bisher waren zwei libysche Patienten nach Deutschland gekommen, um die medizinische Versorgung in den Kliniken des Gesundheitszentrums Wittgenstein quasi zu testen (SZ berichtete). Nachdem es gelungen sei, einen schwerstverletzten Libyer zu stabilisieren, so Jörg Moses, "haben wir die verbindliche Zusage erhalten, weitere Patienten in Bad Laasphe gesund pflegen zu dürfen". Die stationäre Versorgung der Patienten, die Pflege und die Reha-Maßnahmen finden in Bad Laasphe statt. Operationen und die medizinische Akutversorgung werden im Verbund mit der Universität Marburg und weiteren Krankenhäusern gewährleistet. Jörg Moses sagte: "Die Bundesrepublik verfügt über eines der besten medizinischen Systeme weltweit." In der ganzen Welt genieße Deutschland ja einen hervorragenden Ruf.

Dass nun 16 weitere libysche Patienten zur Behandlung nach Wittgenstein kommen, wertet das Gesundheitszentrum als "großen Start in ein humanitäres Hilfsprojekt". Da sich der erste Patient überdurchschnittlich gut erholt habe, entschied die libysche Regierung, dass Bad Laasphe und das Gesundheitszentrum Wittgenstein der ideale Standort seien, um weitere Bürgerkriegsopfer wieder gesund zu pflegen. Insgesamt hat der Krieg in Libyen rund 30 000 Menschen das Leben gekostet, sogar mehr als 80 000 Opfer brauchen noch immer medizinische Hilfe, darunter sind viele traumatisierte Kinder und Jugendliche. Die Patienten, die bereits in Kürze in Bad Laasphe eintreffen sollen, sind zwischen 17 und 45 Jahre alt, sie haben Schussverletzungen und zum Teil Amputationen.

Durch die Kooperation sind nun 20 Stellen zu besetzen

Für das im Aufbau befindliche Gesundheitszentrum sind diese Neuigkeiten natürlich Gold wert, denn dadurch können jetzt 20 neue Stellen besetzt werden. Jörg Moses: "Für die ehemaligen Mitarbeiter der Kliniken und für die Stadt Bad Laasphe ist das Zustandekommen des Hilfsprojektes eine fantastische Chance. Viele Ex-Mitarbeiter bekommen nun wieder einen Arbeitsplatz." Die Stadt sei als medizinischer Standort wieder gefragt. Pfleger, Schwestern, medizinisches Personal - alle Interessenten könnten sich noch kurzfristig auf die vakanten Stellen bewerben.



map ticker ticker
Ticker Ferndorf










 
 
Ort/PLZ
Immobilienart
Kaufen
Mieten