Die Immobilien-Messe der Sparkasse Wittgenstein lockte interessierte Besucher an. Foto: bw
Immobilien-Messe der Sparkasse
Viele setzen jetzt auf Sachwerte
Bad Berleburg. Guten Zuspruch fand am Samstag die Immobilien-Messe der Sparkasse Wittgenstein. Die brachte Angebot und Nachfrage zusammen.
bw - "Es lohnt sich, die Häuser wärmetechnisch auf Vordermann zu bringen", betonte Wilhelm Meier-Ebbers am Samstagnachmittag im Gespräch mit der Siegener Zeitung. In einem einzigen Satz fasste der Diplom-Ingenieur treffend zusammen, worum es bei der vierten Immobilien-Messe der Sparkasse Wittgenstein ging - nämlich um Investitionen ins Eigenheim und in die eigenen vier Wände. "Ich spreche nicht von Sanierungen, sondern vom Instandhalten", stellte der Oberhausener freilich klar. Er hielt auf Einladung der Sparkasse Wittgenstein während der Immobilien-Messe zwei Referate. "In den allermeisten Fällen geht es um einen Investitionsstau", erklärte der Fachmann und nahm nur Fenster als gutes Beispiel, die nach 30 oder 40 Jahren ausgewechselt gehörten. "Meine eigenen Fenster bringen mehr Energie rein, als sie raus lassen", verriet er. Allerdings sollten Hausbesitzer die Modernisierungen nicht ohne Hilfe von Fachleuten durchführen, riet er.
Besucher kommen mit konkreten Fragen und gezieltem Interessen
Die Immobilien-Messe, nach einer kleinen Wittgensteiner Rundreise wieder nach Bad Berleburg zurückgekehrt, lockte zahlreiche Besucher an. Schon mit der Öffnung am Vormittag kamen die Interessierten in die Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse. Es habe sich gut angelassen, meinte Andreas Droese, der Leiter des Vorstandssekretariats der Sparkasse Wittgenstein, am frühen Nachmittag im Gespräch mit der Heimatzeitung. "Die Leute haben Interesse und oft konkrete Fragen und Vorstellungen", fügte Andreas Droese hinzu. Damit erfüllte sich die Erwartung der Sparkasse Wittgenstein und der 21 Aussteller, denn Ziel der Messe war schließlich, Angebot und Nachfrage an einem Ort zusammenzubringen. "Die ersten Terminvereinbarungen sind schon getroffen worden", hatte Andreas Droese von Ausstellern erfahren.
Das Interesse der Wittgensteiner an Investitionen ins Eigenheim ist groß. "Wer im Moment Heizöl tanken muss, der weiß, wie hoch der Preis ist", stellte Andreas Droese fest, "und die Perspektiven werden sicher nicht besser." Deshalb lohne es sich, zu sehen, wo gespart werden könne, und gleichzeitig den Wert einer Immobilie langfristig zu erhalten. Selten sei es für Investitionen so günstig gewesen wie jetzt, "denn im vergangenen Jahr sind die Zinsen ja noch einmal runtergegangen", so Andreas Droese. Darüber hinaus gebe es für viele Maßnahmen auch Fördermittel.
Die 21 Aussteller stellten ihre ganz unterschiedlichen Leistungen vor. Die reichten von der Inneneinrichtung mit Fliesen, Holzböden und Farbgestaltungen über modernste Technik für Sanitär, Heizung und Photovoltaik bis hin zu Türen und Fenster, die die Wärme im Haus halten. Die Mitarbeiter der Sparkasse Wittgenstein präsentierten Angebote gebrauchter Immobilien. Eine kleine Umfrage der SZ unter den Ausstellern zeigte: Die Auftragslage im heimischen Handwerk ist nach wie vor sehr gut.
Auftragslage im heimischen Handwerk ist weiterhin gut
Der Arfelder Schreiner Andreas Zoll erläuterte, dass die Menschen frühzeitig auf eine Modernisierung setzen, zum Beispiel bei den Fenstern. "Vom Material her sind die Fenster in der Regel noch in Ordnung, aber nicht mehr auf dem neuesten Stand", verriet Andreas Zoll. Die Schreinerei stellt Holz-Alu-Fenster selbst her.
Über eine gute Auftragslage berichtete auch Josef Kovarik von der Firma SKB Solartec aus Wallau. "Wir haben gerade hier in Wittgenstein sehr viele Kunden und bereits 30 bis 40 Anlagen realisiert", sagte er. Etwas überraschend: Auch nach der Senkung der Einspeisevergütung zum Jahresanfang sei die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen ungebrochen. "Die Auftragslage ist gut und sogar noch etwas besser als im letzten Jahr", betonte Josef Kovarik. Denn mit jener Senkung der Einspeisevergütung für den Solarstrom seien gleichzeitig auch die Preise für die Anlagen deutlich gesunken. "So ergibt sich immer noch die gleiche Rendite wie noch vor fünf oder sechs Jahren", versicherte Josef Kovarik, der außerdem bemerkte, dass die Menschen "Angst um ihr Geld haben und das Geld lieber in Sachwerte investieren als es anzulegen".
Optimistisch ist auch Ingo Weise für das Jahr 2012. Der Sanitär- und Heizungsfachmann aus Dotzlar verriet zwar, dass es im neuen Jahr noch etwas ruhiger sei, machte aber die kalte Witterung dafür verantwortlich. Auf der Immobilien-Messe stellte er nicht nur Sanitärtrends vor, sondern präsentierte auch eine Anlage der Kraft-Wärme-Kupplung für Einfamilienhäuser. "Damit produziert eine Heizung nicht nur die Wärme, sondern auch noch Strom", erläuterte Ingo Weise und fand: "Das ist ein großes Thema der Zukunft, denn das ist eine Alternative, sich von Energiekosten unabhängiger zu machen." Die Technik sei nun so ausgereift, dass sie auch für Einfamilienhäuser interessant sei.
Dass die Immobilien-Messe wieder bestens funktionierte, zeigte sich bereits früh am Samstag. Andreas Droese wollte zwar die Rückmeldungen der Aussteller abwarten, eines war dem Vorstandsmitglied der Sparkasse Wittgenstein indes bereits klar: "Es ist ein Konzept, das weiter lebt."




