Die "Happy Feet" waren voll bei der Sache. Beim Tanz zu "Grease" gab es reichlich Hüftschwünge zu sehen. Fotos: rai
H wie Heiterkeit
Prunksitzung in Herkersdorf
Herkersdorf. Gewöhnlich können sich die Besucher bei der Prunksitzung des Herkersdorfer Carnevalsclubs (HCC) gemütlich zurücklehnen und das Programm genießen. Aber diesmal war es etwas anders - zumindest sahen sich einige bei einem Auftritt der "All Stars" plötzlich selbst als Akteure auf der Bühne wieder.
rai - Der ehemalige Herkersdorfer Ortsvorsteher Gerhard Jung bekam ein Schneewittchenkostüm übergezogen, Bürgermeister Jens Stötzel spielte einen der sieben Zwerge, und Kirchens Stadtbeigeordneter Rüdiger Brauer warf sich, enthusiastisch Luftgitarre spielend, auf die Knie. Der HCC hatte wieder die närrischen Regler voll aufgedreht, aber auch die Besucher hatten sich nicht lumpen lassen und sich in tolle Kostüme geworfen, wie Vizepräsident Daniel Bender anmerkte: "Es sieht einfach spitze aus, wenn man von hier oben in den Saal schaut." Dem stand das Bild in umgekehrter Richtung in nichts nach: Das Prinzenpaar Joachim und Nicole Stausberg und Kinderprinz Leon I. (Rosenbauer) mit rot-weißem Gefolge gaben ein prächtiges Bild ab. Vizepräsident Bender wollte Präsident und Prinz Joachim jedoch nicht als erstem das Mikro geben, denn "wenn der Joachim das Ding einmal in der Hand hält, dann ist er um 23 Uhr noch dran." Somit hatte Prinzessin Nicole zunächst das Sagen: "Wir reisen von A nach B, aber am Schönsten ist es immer noch daheim." Sein größter Wunsch, einmal Prinz beim HCC zu sein, sei in Erfüllung gegangen, sagte ein freudig strahlender Prinz und versprach: "Mit unseren Geheimwaffen Geselligkeit und Humor werden wir die Narretei verbreiten." Es vergingen dann keine vier Stunden, sondern nur vier Minuten, bis Prinz Joachim das Mikro wieder an seinen Vize weiterreichte. Das Prinzenpaar mit Gefolge hatte aber auch noch ein wichtiges Anliegen, nämlich die friedliche Machtübernahme. Dass nun wieder die Zeit gekommen sei, in der mit "sanfter Gewalt" die Plätze in den Rathäusern streitig gemacht würden, stellte Herkersdorfs Ortsvorsteher Gerd Schmidt richtig fest.
"Wir können das verkraften"
Der Prinz komme aus dem nordwestlichsten Stadtzipfel von Kirchen, aus Katzemich, sagte Schmidt und meinte: "Wir können das verkraften, in dem Wissen: Es hätte schlimmer kommen können." Nach drei Frauen als Prinzessinnen stehe nun wieder ein gestandenes Mannsbild auf der Bühne, sagte der Ortsvorsteher und überreichte den Amtsschlüssel an "einen Spitzenregenten und würdigen Amtsvertreter". So ausgestattet, verlas das Prinzenpaar die elf närrischen Paragrafen.
Her Stötzel erhält eine Einladung
Der Ententeich auf dem Öffesser Dorfplatz soll zu einem Wellness- und Spaßbad umfunktioniert werden. Die zwei Windkraftanlagen, die in Offhausen aufgestellt werden sollen, würden erneuerbare Energie zum Beheizen des Außenbeckens sicherstellen; und "Verbandsbürgermeister Jens Stötzel erhält zur Eröffnung eine gesonderte Einladung". Die Freilichtbühne Freudenberg präsentiert erstmals ein Stück über die Verbandsgemeinde Kirchen. Das Werk "mehrerer Bürger" gehe über die Akte "Endlich raus aus den Schulden", "Stötzel und die starken Männer" und "Der Mediator?."
Ein Zwischenruf
Nachdem die Firma Brauer den Waldhof gekauft hat, sehen die Tollitäten einen kleinen Hoffnungsschimmer in Sachen Vereinsheim und zementieren ihre bauliche Vorstellungen: eine gemütliche Gaststube für Vorstandssitzungen und Nutzer des Druidensteigs und eine komplett ausgestattete kleine Sporthalle mit ausreichender Deckenhöhe, damit die einzelnen Tanzgruppen dort trainieren können. "Und damit der Prinz nicht immer die Federn kaputt macht", kam ein prompter Zwischenruf von Vize Bender - Stausberg hatte 2011 gleich zwei Fasanenfedern geknickt. Zu Ehren der Tollitäten tanzte die Prinzengarde mit dem Solopaar Andrea Stricker und Manuel Berndes. Tänze gehören einfach zum Bild des HCC. Das zeigten schon die Jüngsten in der Turnschuhgarde. Die "Happy Feet" legten zu Songs aus "Grease" Rock?n?Roll aufs Parkett - und auch die Soloeinlage von Lea Nettelrodt und Lukas Stock war sehenswert.
Heiterkeit und Lacher
Das war auch die Marschrichtung der Schautanzgruppe, die mit "Let?s rock" begeisterte. Dazwischen gab es viel Unterhaltung, etwa mit den "Original Köppelsängern", die neue Liedtexte zu bekannten Melodien darboten. Als Gäste kamen die "Grömijer Fuhrwääch-Jongen" und die Herdorfer Tollitäten daher. Und dann waren da ja noch die "All Stars", die zu vorgerückter Stunde in eine nette Geschichte verpackt davon erzählten, dass die "zehn kleinen All Stars" alle in irgendeine Rolle, beispielsweise Tollität, gewechselt waren und nun zum Publikum gewandt feststellten: "Jetzt seid Ihr dran." Die "All Stars" und die Mitwirkenden aus dem Publikum sorgten für viel Heiterkeit und Lacher - und dann war auch schon wieder der Ruf "schlöng ronner" zu hören.




