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Windkraft in der Diskussion

"Der Park muss weiter weg"

Bad Berleburg. Der geplante neue Windpark oberhalb von Wunderthausen und Diedenshausen sorgte im Bad Berleburger Bauausschuss für Diskussionen.

vö - Er musste nicht, aber er tat es trotzdem: Prof. Dr. Walter Delabar, Initiator des geplanten großvolumigen Windkraft-Projektes auf hessischer Seite oberhalb von Wunderthausen und Diedenshausen (Siegener Zeitung berichtete ausführlich), stellte sich am Dienstagabend den Fragen im Bad Berleburger Ausschuss für Planen, Bauen, Wohnen. Und dies tat er mit einer Offenheit, wie man sich das von einem potenziellen Investor nur wünschen kann.

Der Geschäftsführer der VENTUS Regenerative Energien GmbH untermauerte seine Zielsetzung, "dass wir das Projekt, wenn es denn kommen sollte, möglichst konfliktarm realisieren wollen". Ganz klar: Ein Windpark müsse und werde nicht jedem gefallen, "aber die Anlieger müssen zumindest damit leben können". Prof. Dr. Walter Delabar erneuerte seine Aussage, dass sämtliche Überlegungen erst ganz am Anfang des Planungsstadiums stünden. Er nehme Flächen unter Vertrag, um dann detaillierte Prüfungen vornehmen zu können: "Um planen zu können, muss ich mir Flächen sichern können. Wir nehmen vorab eine Menge Geld in die Hand." Ob das Projekt mit zehn bis 30 Drei-Megawatt-Anlagen letztlich zustande komme, sei "völlig offen". Diese Frage sei letztlich sein unternehmerisches Risiko.

Die alten Anlagen stoßen an ihre wirtschaftlichen Grenzen

Der Geschäftsführer erörterte, warum überhaupt über ein so genanntes Repowwering des vorhandenen Windparks oberhalb von Wunderthausen nachgedacht werde. Die fünf bestehenden Anlagen seien 30, teilweise 40 Prozent unter dem prognostizierten Ertrag geblieben, zudem seien in jüngster Zeit erhebliche Kosten für Instandsetzungsarbeiten angefallen: "Der Park stößt jetzt wirtschaftlich an seine Grenzen." Den vorhandenen Windpark wolle man nach Möglichkeit in Richtung Osten (Bromskirchen), Süden (Diedenshausen) und Südosten erweitern. Und zwar nicht in landschaftlich völlig unberührte Flächen, sondern dorthin, wo es eine intensive forstwirtschaftliche Nutzung gebe. Schwierigkeiten könne es im Bereich Dachsloch geben, so Prof. Dr. Walter Delabar, denn dort brüte der Schwarzstorch: "Da haben wir uns fern zu halten."

Der Unternehmer gab zu, dass die großen Anlagen - Nabenhöhe: 140 Meter, Rotordurchmesser: 100 Meter - zweifelsohne einen Eingriff in das Landschaftsbild bedeuteten. Da sei es immer eine subjektive Entscheidung, ob man dies toleriere oder für bedenklich halte. Der Verwalter des bestehenden Windparks räumte ein, dass insbesondere die Wunderthäuser Anlieger an der Hallenberger Straße mit Lärm und vor allem Schlagschatten zu kämpfen hätten: "Der Park muss weiter weg von der Bebauung." Allerdings gebe es auf der anderen Seite auch den wirtschaftlichen Aspekt: Grundstückseigentümer aus Wunderthausen und Diedenshausen profitierten durch Pachteinnahmen, zudem gingen Aufträge an lokale Unternehmen.

Berleburgs Beigeordneter kritisierte die Nachbarkommune

Da gab es deutlichen Widerspruch von Wunderthausens Ortsvorsteher Martin Schneider (CDU): Das Argument der Lokalökonomie sei sicher nicht an erster Stelle anzusiedeln, "ich sehe vor allem ein gewinnorientiertes Handeln beim Investor". Bislang stehe in ganz Nordrhein-Westfalen kein Windrad mit dieser Höhe, so Martin Schneider. Er habe berechtigte Zweifel, dass sich die Situation für die Anwohner dadurch verbessere, dass die Windräder nur etwas weiter weg von der Bebauung gerückt würden. Überdies schüre Prof. Dr. Walter Delabar mit dem Anwerben der Grundstückseigentümer "eine Erwartungshaltung, die Menschen sind sehr illusioniert".

Bernd Weide (SPD) fand es mutig, dass sich der Geschäftsführer freiwillig in dem Gremium zur Verfügung stellte. Keine Frage aber aus Sicht des Sozialdemokraten: "Es wird immer jemanden geben, der mit der Windenergie Geld verdienen will, denn es geht eindeutig um die Rendite, und es wird Gegner geben, weil auch die als Anwohner berechtigte Argumente auf ihrer Seite haben." Wenn allerdings das Geld ins Spiel komme, dann werde es sehr schnell ruhig, das sei auch bei der Vorrangzone Osterholz der Fall gewesen.

Bad Berleburgs Beigeordneter Jürgen Weber kritisierte die Nachbarkommune scharf und wunderte sich über die Abläufe in Bromskirchen: "Hier wird offenbar der zweite Schritt vor dem ersten getan." Die Gemeinde Bromskirchen müsse ihre Planungen nachher der des Investors anpassen. Jürgen Weber bezog deutlich Position: "NRW-Bürger werden durch Anlagen auf hessischer Seite beeinträchtigt. Uns geht es nicht darum, Investitionen zu verhindern. Rückt man uns aber zu nah ans Fell, wird man den Zorn der Stadt Bad Berleburg zu spüren bekommen." Die Änderung des Flächennutzungsplans sehe bei genauem Betrachten nämlich eine erhebliche Beeinträchtigung für Diedenshausen vor.

Der Beigeordnete forderte einen Abstand von 1000 Metern ein. Prof. Dr. Walter Delabar ließ sich allerdings nicht aus der Reserve locken: "Wir werden die Grenzwerte einhalten und sogar noch mehr tun." Wenn die Stadt Bad Berleburg auf eine Verhinderungstaktik setze, halte er das nicht für konstruktiv."



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