Lokales
19.03.2015 08:10
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Die Erdarbeiten auf der Windkraftbaustelle in Dillbrecht haben begonnen. Doch wie sollen die Windräder dorthin kommen? Ein Gernsdorfer stellt sich jedenfalls quer. Foto: Dirk Manderbach
Die Erdarbeiten auf der Windkraftbaustelle in Dillbrecht haben begonnen. Doch wie sollen die Windräder dorthin kommen? Ein Gernsdorfer stellt sich jedenfalls quer. Foto: Dirk Manderbach

Projekt auf der Kalteiche

Windkraft-Gegner: Keine Durchfahrt

dima - Seit Beginn der Woche röhrt der Bagger auf den bereits im vergangenen Jahr gerodeten Waldflächen in Dillbrecht, auf der hessischen Seite der Kalteiche, nahe der Grenze zu Gernsdorf. Wie bereits berichtet, sollen hier drei Windkraftanlagen aufgestellt werden. Der Bagger machte sich am Mittwoch an den Wurzeln der ehemaligen Bäume zu schaffen, dort, wo bald die Fundamente betoniert werden sollen.

Gleichzeitig pfeifen die Spatzen ein lustiges Lied von den Dächern der angrenzenden Dörfer ins Ohr des SZ-Ornithologen: Ein Gernsdorfer Grundstücksbesitzer bereitet sich in wehrhafter Asterix-Manier auf den Angriff der Windkraft-Truppen vor. Die kommen in diesem Fall nicht aus Rom, sondern aus Wörrstadt und wollen mit Wind Strom erzeugen. Erst einmal müssen sie dazu aber über den Rand der Asterix-Parzelle fahren. Der Wirtschaftsweg wäre für den Transport der riesigen Windräder zu schmal.

Der Siegerländer hängt jedoch an seiner Scholle – was arttypisch ist – und will dort auch in Zukunft möglichst windradfrei leben. Weshalb er den Wörrstädtern die Streitaxt vor die Füße geschmettert hat. Friedlicher formuliert: Er verweigert dem Windkraftbetreiber die Nutzung seiner Parzelle, die unmittelbar am besagten Wirtschaftsweg nahe des Gernsdorfer Sportplatzes liegt. Hier, so hatte man bisher in Wörrstadt gedacht, könnten die Windräder ihren Weg Richtung Landesgrenze antreten. Von Dillbrecht aus stellt sich den Transportern die Kalteiche mit ihren bisweilen unangenehmen Steigungen in den Weg. Und der Zuweg zum Rothaarsteig, von Wilgersdorf aus, ist ebenfalls tabu. Hier legte ein Privatwaldbesitzer bereits vor geraumer Zeit sein Veto ein.

Im Januar klingelte das Telefon beim Gernsdorfer Gallier. Am Apparat juwi. Mit einem Angebot, das Asterix bis heute nicht sonderlich beeindruckte. 500 Euro sollten den Besitzer wechseln – für die einmalige Nutzung des Grundstücks. Nur 150 Zentimeter fehlen dem Windkraftbetreiber zum erfolgreichen Transport. Bei einer weiteren Nutzung der Fläche sollten dann noch einmal 250 Euro fließen.

Glaubt man den Spatzen, dann ist Asterix nicht allein. Weitere Gernsdorfer verweigern sich dem Wörrstädter Angebot. Andererseits haben einige den Vertrag unterschrieben. Und mit dem Besitzer des Weges, der Gemeinde Wilnsdorf, hat juwi bereits an einem Tisch gesessen, wie Bürgermeisterin Christa Schuppler auf Nachfrage der SZ bestätigte. Worüber dort gezwitschert wurde, blieb bisher ein Geheimnis. Abwarten, was die Spatzen darüber erzählen werden. 

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