Kultur
09.07.2017 18:45
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 Tolle Stimmung, vergnügtes Publikum, tolle Atmosphäre: Auch bei der 20. Ausgabe war „Kreuztal Klassik“ in Dreslers Park ein großer Erfolg und ein Publikumsmagnet. Foto: Alexander Kiß

Tolle Stimmung, vergnügtes Publikum, tolle Atmosphäre: Auch bei der 20. Ausgabe war „Kreuztal Klassik“ in Dreslers Park ein großer Erfolg und ein Publikumsmagnet. Foto: Alexander Kiß

Einst ein Experiment

20. „Kreuztal Klassik“ ein Erfolg

bst - 1998 als Experiment begonnen und in dieser Form ein Novum im Siegerland, konnte das Open-Air-Konzert von „Kreuztal Klassik“ am Samstagabend auf der Freiluftbühne in Dreslers Park in Kreuztal zum 20. Mal die Zuhörer in seinen Bann ziehen. Bei bestem Wetter konnten sie ein musikalisches Plädoyer für ein Europa ohne Grenzen erleben, das unter dem Motto „The Sound Of Europe“ Musik aus neun Ländern enthielt und zugleich den Bogen von der E- zur U-Musik spannte. Als Gastdirigenten hatte die Philharmonie Südwestfalen Heinz Walter Florin aus Bonn engagiert, der Erfahrung mit der Leitung großer Open-Air-Konzerte hat und ebenso als Komponist und Arrangeur erfolgreich ist. Im zweiten Teil des Konzerts waren einige seiner Arrangements zu hören, z. T. mit ihm am E-Piano. Zwei Gesangssolistinnen mit recht unterschiedlichem Hintergrund traten ebenfalls auf: Stefanie Hertel und Lisa Tjalve. Andy Miles wirkte solistisch an Klarinette und Saxophon mit.

Sopranistin Lisa Tjalve bezauberte mit „An den Mond“ von Dvořák

Der erste Konzertteil startete mit mitteleuropäischer Musik (Deutschland, Österreich, Tschechien und Ungarn) aus der Zeit zwischen dem Ende des 18. und der Mitte des 20. Jahrhunderts; im Konzertbetrieb bekannte und beliebte Orchesterwerke von Brahms, Richard Strauss, Dvořák und Johann Strauß wechselten mit Auszügen aus Oper und Operette. Andy Miles überzeugte auf der Klarinette mit weichem, geschmeidigem Ton beim langsamen Mittelsatz von Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur KV 662, während die aus Kopenhagen stammende, opernerfahrene Sopranistin Lisa Tjalve die von Dvořák intendierte Stimmung bei „An den Mond” aus seiner Oper „Rusalka” zu zaubern verstand. Zuvor hatte sie mit Auszügen aus Operetten von Lehár und Kálmán das Flair dieses Genres überzeugend präsentiert. Mit dem rasant vorgetragenen „Säbeltanz” aus dem Ballett „Gayaneh” des russischen Komponisten Chatschaturjan entließ die Philharmonie Südwestfalen das Publikum in die Pause.

Mit Sängerin Stefanie Hertel ging es nach Paris und nach Italien

Den zweiten Konzertteil eröffnete das Orchester mit Elgars bekanntem „Pomp And Circumstance No. 1“, gefolgt von Musik von Mancini zum „Pink-Panther“-Film, wobei Andy Miles Tenorsaxophon-Soli beisteuerte. Noch einmal brillierte Lisa Tjalve bei „En Aranjuez, con tu amor“, einer Vokalversion des Adagio-Themas aus dem „Concierto de Aranjuez“ von Rodriguez, ehe Andy Miles zusammen mit dem Orchester solistisch auf der Klarinette mit einem Musette-Walzer auf die französische Hauptstadt einstimmte. Hier übernahm Stefanie Hertel, auch als Moderatorin, „das Kommando“: Nach Cole Porters „Ganz Paris träumt von der Liebe“ erinnerte sie an Édith Piaf mit „La vie en rose“, „Je ne regrette rien“ und „Milord“. Wenn auch nicht alle Fans von Édith Piaf mit der deutschsprachigen Interpretation dieser bekannten Lieder durch die „Volksmusikerin“ überzeugt wurden, so gefiel ihnen wahrscheinlich der von Stefanie Hertel solistisch gestaltete „italienische Block“ („Arrivederci Roma“, „Sway“ und „Quando, quando“).

„Schwedisches Finale“ mit den schönsten Abba-Songs

Zum Finale versammelten sich mit der Philharmonie Südwestfalen Lisa Tjalve, Stefanie Hertel und Andy Miles zum „schwedischen Finale“ mit einem Medley erfolgreicher Abba-Songs, das beim Publikum einen lang anhaltenden Schlussapplaus bewirkte, wofür sich die Akteure mit Zugaben bedankten. Zwar stehen bei Konzerten zumeist Solisten ganz vorn im Rampenlicht, doch wurde gerade bei diesem 20. Open-Air-Konzert deutlich, wem, neben dem in allen Bereichen umsichtig wirkenden Organisations-Team von „Kreuztal Klassik“, der Erfolg dieser Konzertreihe vor allem zu danken ist: Die Philharmonie Südwestfalen hat, wie in all den zurückliegenden Konzerten, auch diesmal wieder ihre Variabiltät, Stilsicherheit, präzise Performanz und Spielfreude eindrucksvoll unter Beweis gestellt! Und das jeweils am Ende eines arbeitsintensiven Orchester-Jahres. Auf dieser bewährten Grundlage kann „Kreuztal Klassik“ optimistisch in die Zukunft gehen, in Richtung silbernes Jubiläum der Open-Air-Konzerte. Vor dem Philharmonie-Konzert hatten die Kreuztaler Jekiss-Kinder (Jedem Kind seine Stimme) das Vorprogramm bestritten.

 Lisa Tjalve (l.) und Stefanie Hertel waren die umjubelten Solistinnen des Abends. Foto: Alexander Kiß

Lisa Tjalve (l.) und Stefanie Hertel waren die umjubelten Solistinnen des Abends. Foto: Alexander Kiß

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