Lokales
28.06.2017 12:00
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 Die Kindertagesstätte in Hesselbach ist mit 14 untergebrachten Kindern die kleinste im gesamten Kreisgebiet. Einrichtungen dieser Größenordnung sorgen beim AWo-Kreisverband als Träger derzeit für Kopfzerbrechen. Foto: Timo Karl

Die Kindertagesstätte in Hesselbach ist mit 14 untergebrachten Kindern die kleinste im gesamten Kreisgebiet. Einrichtungen dieser Größenordnung sorgen beim AWo-Kreisverband als Träger derzeit für Kopfzerbrechen. Foto: Timo Karl

Kita-Finanzierung

AWo fordert bessere Bedingungen

tika - Die Zeit der Verhandlungen ist vorbei – nun sollen Resultate im Vordergrund stehen. „Uns steht das Wasser bis zum Hals. Genau deshalb werden wir langsam ungeduldig“, erklärte Patricia Hecker. Die Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie des AWo-Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe machte keinen Hehl aus der dramatischen wirtschaftlichen Lage, in der sich zahlreiche Kindertagesstätten befinden. Wittgenstein bildet keine Ausnahme, sondern ist ob der ländlichen Strukturen insgesamt besonders betroffen. Der Verband fordert nun von der neuen NRW-Landesregierung die Finanzierung der Kindertagesstätten auf ein solideres Fundament zu stellen – sonst drohen Schließungen. „Einige Bezirke in Nordrhein-Westfalen haben ihre Trägerschaft bereits abgegeben. Viele Einrichtungen sind schlichtweg nicht mehr wirtschaftlich und genau deshalb müssen wir uns natürlich Gedanken darüber machen, wie es weitergeht“, konstatierte Patricia Hecker. Der AWo-Bezirk Westliches Westfalen hat eine Petition gestartet, mittels derer der Verband eine klare Zusage für eine bessere Finanzierung der Einrichtungen erwirken will. „Wir haben im Vorfeld viel mit den Parteien gesprochen. Wenn man sich nun die Koalitionspapiere anschaut, dann steht vieles sehr schwammig darin formuliert“, haderte die Bereichsleiterin. Angekündigt hat die neue Landesregierung ein „Rettungspaket für die Kinderbetreuung“.

Pauschale Zuweisungen statt Spitzabrechnungen

„Die bisherige Finanzierung ist unzureichend“, hatte CDU-Vize Ina Scharrenbach festgestellt. Demnach wollen Christdemokraten und FDP noch vor dem Auslaufen der von SPD und Grünen beschlossenen Überbrückungsregelung Mitte 2019 Geld drauflegen. Generell soll es jedoch bei pauschalen Zuweisungen statt Spitzabrechnungen bleiben. Und genau dies reicht den Trägern der Einrichtungen offenbar keinesfalls. „Das System kollabiert langsam. Momentan sind viele kleine Einrichtungen Fässer ohne Boden. Die finanziellen Mittel reichen längst nicht aus, um etwa dringend nötige Sanierungsmaßnahmen zu finanzieren – das ist durch laufende Gelder gar nicht möglich. Grundsätzlich leidet aber auch die Beratungsqualität darunter“, monierte Patricia Hecker. In der Konsequenz könnte dies bedeuten, dass die AWo als einziger Träger von Kita-Einrichtungen in Wittgenstein ihre Strukturen künftig verschlankt und einzelne Einrichtungen schließt, sollte es beim Status Quo bleiben. „Einrichtungen und Träger müssen in vielerlei Hinsicht finanziell nachbuttern. Daran hat sich auch aufgrund der Tatsache nichts geändert, dass Gesetze im Verlauf der Zeit nachgebessert wurden. Bürokratisch ist dadurch ein erheblicher Mehraufwand entstanden. Durch die Möglichkeiten, die das so genannte KiBiz, das Kinderbildungsgesetz, eröffnet, können wir zwar Gelder von einer Einrichtung in eine andere verschieben, das ist aber auch keine dauerhafte Lösung“, erklärte die Bereichsleiterin des AWo-Kreisverbandes.

„Eingruppige Anlagen sind unwirtschaftlich“

Die kleinste Einrichtung im gesamten Kreisgebiet unterhält der Verband in Hesselbach. Gerade einmal 14 Kinder sind dort täglich untergebracht. „Es steht bereits jetzt fest, dass wir in Hesselbach und im Banfetal im kommenden Jahr zu wenige Kinder haben. Die Kosten stehen schlichtweg nicht in Relation zum finanziellen Aufwand und den Einnahmen“, machte Patricia Hecker deutlich. Den Teufel an die Wand malen wollte sie noch nicht, konkrete Pläne für etwaige Schließungen stehen noch nicht im Raum. Dennoch machte die Bereichsleiterin deutlich: „Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man nur noch auf die Wirtschaftlichkeit gucken muss. Keine Frage, wir wollen nicht dahin kommen, wir wollen die bestehenden Strukturen erhalten. Wir wollen aber auch, dass von politischer Seite genauer hingeguckt wird“, forderte die Frau aus dem Siegerland. Nicht nur Hesselbach und Banfetal rücken in dieser Hinsicht in den Fokus des Trägers, eingruppige und damit im landes- und bundesweiten Vergleich äußerst kleine Einrichtungen wie in Arfeld oder Diedenshausen könnten auf den Prüfstand geraten. „Eingruppige Anlagen sind unwirtschaftlich. Wenn Investoren eine Einrichtung bauen lassen, wird es ab vier, fünf Gruppen für sie interessant. In Siegen-Wittgenstein ist es so, dass derzeit gefühlt jedes kleine Dorf über eine Kita verfügt. Wir wollen das beibehalten, politisch muss man aber die Größenordnung des Gesamtraumes betrachten. Man kann diese Einrichtungen nicht mit Einrichtungen aus Großstädten vergleichen“, forderte Patricia Hecker einen differenzierteren Blick auf die Finanzierung der Kindertagesstätten. Andernfalls dürften mittelfristig Schließungen drohen – und damit die Konzentration auf wenige große Einrichtungen in Wittgenstein.

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