Lokales
24.03.2016 08:00
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 Güterwagen an Güterwagen, scheinbar Stau am Bahnhof Kreuztal: Die Siegerländer und Olper Wirtschaft boomt. Trotzdem ist das nicht der Hauptgrund, warum die Ruhr-Sieg-Bahnstrecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgerückt ist. In allererster Linie geht es den Planern im Berliner Ministerium um eine nachhaltige Entlastung des Mittelrheintals. Foto: kalle

Güterwagen an Güterwagen, scheinbar Stau am Bahnhof Kreuztal: Die Siegerländer und Olper Wirtschaft boomt. Trotzdem ist das nicht der Hauptgrund, warum die Ruhr-Sieg-Bahnstrecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgerückt ist. In allererster Linie geht es den Planern im Berliner Ministerium um eine nachhaltige Entlastung des Mittelrheintals. Foto: kalle

Bundesverkehrswegeplan

Bahnstrecke: Siegerland Nebensache

mir - Eine Woche ist es her, da kam aus Berlin die frohe Botschaft: Die Ruhr-Sieg-Bahnstrecke steht im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030. Welch ein Erfolg für die Region! Wieder und wieder hatten Unternehmen, IHK und Politiker in den vergangenen Monaten bzw. Jahren den Ausbau gefordert, damit u.a. die übergroßen Seecontainer von und nach Siegen transportiert werden können und nicht in irgendeinem engen Sauerländer Bahntunnel stecken bleiben.

Übergeordnete Dinge wichtiger als das Siegerland

Erster Blick: Ohne die intensive Lobbyarbeit aus Südwestfalen hätten die Berliner Planer um Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die so wichtige Bahnstrecke nicht in den priorisierten Bedarf gehoben. Zweiter Blick: Eigentlich war längst klar, dass die Ruhr-Sieg-Strecke ausgebaut werden muss. Nicht weil Südwestfalen das für die hiesige Wirtschaft fordert, sondern weil dem Berliner Ministerium übergeordnete Dinge sehr wichtig sind.

Rheinstrecke soll entlastet werden

Bereits 2012 war eine „Korridorstudie Mittelrhein“ als Gutachten in Auftrag gegeben worden, im März 2015 hat Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, das Gutachten vorgestellt. Ferlemann: „Die Kapazitäten auf der Schiene zwischen Frankfurt und Mannheim müssen erhöht werden.“ Zweiter wunder Punkt: Die Güterstrecke entlang des Rheins sei eine der am stärksten befahrenen Schienenstrecken Europas, heißt es aus Berlin. Auf dieser Achse werden die Güterzüge zwischen den großen Umschlaghäfen Rotterdam und Genua geleitet.

„Deutliche Entlastung vom Schienenlärm auf bestehenden Strecken“

Zur Entlastung der Eisenbahnstrecken im Mittelrheintal machten die Gutachter zwei Vorschläge: Bereits mittelfristig könnte ein Teil der Verkehre über die auszubauende Rhein/Ruhr-Sieg-Achse Hagen/Köln-Siegen-Gießen-Hanau aufgenommen werden. Dies nütze insbesondere Zügen von den Nordseehäfen nach Bayern, Österreich und Italien, da hier die Laufwege gegenüber den Rheinstrecken verkürzt werden könnten. So steht es in der Präsentation des Ministeriums. Leider kein Wort über Siegen und das Siegerland, über die Bedürfnisse der südwestfälischen Unternehmen. 2015 wird Ferlemann so zitiert: „Der Lösungsvorschlag der Gutachter hat dreifache Vorteile für die Region: besseren ICE-Anschluss, mehr Regionalverbindungen und eine deutliche Entlastung vom Schienenlärm auf den bestehenden Strecken.“

Fokussierung lag auf dem Mittelrhein

Der SZ liegt das gesamte Gutachten von 2015 vor. Ziemlich eindeutig ist die Fokussierung aller Untersuchungen auf den Mittelrhein, auf Frankfurt und Mannheim. Und was dort passieren muss. Erst auf Seite 24 kommen Siegen und das Siegerland bei der Suche nach Alternativrouten ins Spiel. 370 Mill. Euro nennt das Gutachten für die Ausbaustufe 1, eine Stufe 2 mit 1,1 Mrd. Euro hat demnach keine Chance – zu teuer. Michael Roth

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