Lokales
28.09.2017 07:19
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 Nicht zuletzt nach der Ausgliederung der Bereiche Speisenversorgung, Cafeterien und Hauswirtschaft in den Reha-Kliniken wird wieder intensiv über die Zukunft des Gesundheitsstandortes Bad Berleburg diskutiert. Foto: Martin Völkel

Nicht zuletzt nach der Ausgliederung der Bereiche Speisenversorgung, Cafeterien und Hauswirtschaft in den Reha-Kliniken wird wieder intensiv über die Zukunft des Gesundheitsstandortes Bad Berleburg diskutiert. Foto: Martin Völkel

Zukunft der Klinik ist ungewiss

Bangen um die „Baumrain“

vö - Jürgen Weiskirch geht mit den Helios-Verantwortlichen vor Ort in Bad Berleburg und auch in Berlin hart ins Gericht: „Wir haben schon bei der Schließung der Herz-Kreislauf-Klinik erhebliche Zweifel geäußert, ob dieses Konzept für den Standort Bad Berleburg nachhaltig ist. Man muss leider zu dem Schluss kommen, dass es hier nur um ein bloßes Zusammenstreichen ging“, sagte der Verdi-Bezirksgeschäftsführer gestern im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Leider fehle nach wie vor die inhaltliche, medizinische und therapeutische Substanz.

Deshalb komme für ihn, so Jürgen Weiskirch, auch die zuletzt konstant niedrige Belegung der Baumrain-Klinik nicht überraschend. „Als die Herz-Kreislauf-Klinik 2011 geschlossen wurde, haben die Verantwortlichen angekündigt, bestimmte Indikationen in die Baumrain-Klinik zu verlagern. Was ist unter dem Strich passiert? – Nichts. Ganz im Gegenteil: Man hat das vorhandene Patienten-Gut einfach auf der Straße liegen gelassen.“ Natürlich verschließe die Gewerkschaft Verdi keineswegs die Augen davor, dass es in der Gesundheitsbranche in den vergangenen Jahren zu einer Marktbereinigung gekommen sei: „Aber eigentlich hätte Helios als größter Anbieter eine andere Marktposition haben müssen. Da kann man nur zu dem Schluss kommen, dass der Konzern Akutmedizin gut kann – Reha leider nicht.“ Und das gelte nicht nur für den Standort Bad Berleburg.

Intern wird über Eingliederung spekuliert

Intern wird in der Odebornstadt bereits über eine Eingliederung der Baumrain-Klinik in die Odeborn-Klinik spekuliert, um damit möglicherweise zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen würde die Belegung insgesamt wieder stimmen, zum anderen hätte man endlich den Personalmangel im Griff, mit dem nach SZ-Informationen vor allem die Odeborn-Klinik zu kämpfen haben soll. Auch das hat Jürgen Weiskirch kommen sehen. Erst vor wenigen Jahren sei hoch qualifiziertes Pflegepersonal – gegen Zahlung einer Abfindung – für die Tür gesetzt worden. Mittlerweile zahle Helios für das Anwerben von Fachpersonal Kopfprämien. „Das ist doch ein unglaublicher Tunnelblick und von Weitsicht fehlt mir da jede Spur.“ Diese Problematik war jüngst auch Gegenstand der Diskussion im Bad Berleburger Gesundheitsausschuss. CDU-Ratsmitglied Uwe Weinhold hatte darauf verwiesen, dass sich durchaus Personal finden lasse – wenn denn auch fair gezahlt werde. Die Tarife bei neuen Mitarbeitern seien bei Helios längst nicht mehr in Ordnung. Eine Antwort auf diese Kritik war Sabine Braun, Geschäftsführerin der Reha-Kliniken allerdings schuldig geblieben.

„Höchst zweifelhafte unternehmerische Entscheidung“

Stichwort Tarife: Einzig und allein darum gehe es dem Unternehmen bei der jüngsten Ausgliederung der Bereiche Speisenversorgung, Cafeterien und Hauswirtschaft in den Reha-Kliniken, kritisiert Jürgen Weiskirch: „Eine unternehmerische Entscheidung, die höchst zweifelhaft ist.“ Mit der Ausgliederung von Teilbereichen habe man ja in der Vergangenheit reichlich Erfahrung sammeln dürfen – ob bei den Reinigungskräften, der Hausmeisterei oder in der Grünpflege. Der Verdi-Vertreter: „Hinter die Qualität eingekaufter Leistungen darf man ein dickes Fragezeichen stellen. Ich frage mich ernsthaft, welches Know-How man finden will, was es in den eigenen Reihen nicht schon gibt.“ Wichtige Fragen wie diese gingen leider „im Verschiebebahnhofeines Konzerns“ völlig unter. Erschwerend hinzu komme die Tatsache, dass diejenigen Führungskräfte, die für Fehlentscheidungen verantwortlich seien, nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen seien: „Sie sind ja längst nicht mehr hier in Bad Berleburg.“

Und die Baumrain-Klinik? Ist die dünne Belegung tatsächlich – wie intern kommuniziert – ein Resultat aus der fehlenden Anzahl an Ärzten oder steckt Strategie dahinter? Nach SZ-Informationen sollen Patienten, die für eine Reha in der Baumrain-Klinik prädestiniert sind, auf andere Häuser verteilt worden sein. Jürgen Weiskirch: „Angesichts der aktuellen Entwicklung könnte man meinen, dass hier eine Klinik sturmreif geschossen wird, um sie dann fallen zu sehen. Ich hoffe das natürlich nicht, aber ich befürchte es.“

Die Siegener Zeitung bemühte sich bei Helios in Bad Berleburg um eine aktuelle Einschätzung der Situation. Antje Gröpl, Referentin Unternehmenskommunikation am Helios-Standort Bad Berleburg, kündigte für den heutigen Donnerstag eine Stellungnahme an.

Der Betriebsrat der Reha-Kliniken in Bad Berleburg hat unterdessen für Donnerstag, 19. Oktober, 13.45 Uhr, alle Mitarbeiter zu einer Betriebsversammlung eingeladen. Zwei Stunden sind für die Veranstaltung terminiert – das ist eher ungewöhnlich. Die Tagesordnung folgt mit der Einladung, heißt es.

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