Kultur
12.06.2017 19:15
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 Der 15-köpfige Chor Klangwerk unter der Leitung von Bernd Schneider war einer der vielen Mitwirkenden beim Benefizkonzert zur Förderung des Marien-Hospizes. Foto: lip

Der 15-köpfige Chor Klangwerk unter der Leitung von Bernd Schneider war einer der vielen Mitwirkenden beim Benefizkonzert zur Förderung des Marien-Hospizes. Foto: lip

Viele Besucher in St. Marien

Benefizkonzert für Marienhospiz

lip - „Dass so viele Konzertbesucher kommen würden, hatten wir kaum gehofft“: So äußerte sich Dr. Christian Stoffers angesichts der vollen St. Marienkirche am Sonntagabend. Er hatte der Initiatorin Tanja Wagener bei der Organisation des Benefizkonzertes zur Seite gestanden. Nach der prachtvollen einleitenden Orgelimprovisation über ein Thema von Franz Liszt des Organisten der Marienkirche, Matthias Schmitz, begrüßte Dr. Christian Ewers als Vorsitzender des Stiftungsrates der katholischen Sozialstiftung die Anwesenden und stellte kurz den Neubau des 2018 eröffnenden Marien-Hospizes vor, das den Namen der Patronin aller karitativ Tätigen, Louise von Marillac (1591–1660), trägt. Standort ist das ehemalige Klarissenkloster Eremitage. Fachkrankenschwestern und Pfleger, Ärzte und Therapeuten sowie Dienste des Marienkrankenhauses und anderer Organisationen gewährleisten die pflegerische und ärztliche Versorgung der Hospizgäste. Zur Sicherung der Finanzierung ist das stationäre Hospiz auch auf Spenden angewiesen. Tanja Wagener, Initiatorin und Moderatorin des Konzertes, erläuterte, dass die Idee zu einem Benefizkonzert vor zwei Jahren entstand und sie spontane Zusagen von allen Mitwirkenden bekam.

Gitarrist Werner Hucks spielte eigene Stücke

Ein großer Posaunenchor aus dem Einzugsgebiet der Eremitage, der Gemeinde Wilnsdorf, unter der Leitung von Michael Goedecke begeisterte mit prächtigen Bläserklängen. Fünf Stücke – Bearbeitungen von Bach, Händel, Vivaldi und Roland Kernen – erfüllten eindrucksvoll die barocke Marienkirche. Werner Hucks ist in Siegen bestens als Konzertgitarrist, Komponist und Pädagoge bekannt. Er hat mittlerweile 13 CDs eingespielt, ist in 2500 Konzerten weltweit aufgetreten, war in Rundfunk und Fernsehen sowie in 1000 Musicalshows zu hören. Er erfreute die Zuhörer mit drei schönen, melodiösen und virtuosen Eigenkompositionen. Der Kammerchor Weidenau und der Chor von St. Peter und Paul bildeten unter der engagierten Leitung von Helga Maria Lange einen klangkräftigen Gesamtchor. Leuchtende Sopranstimmen und sonore Bässe, sichere Tenöre (und „Tenösen“) und warme Altstimmen boten einen Reigen an Chorstücken, die vom Barock bis ins 20. Jahrhundert reichten, von denen Felix Mendelssohn Bartholdys „Verleih uns Frieden“ und John Rutters „Look At The World“ besonders gefielen. Matthias Schmitz unterstützte die Sängerinnen und Sänger gekonnt und virtuos am E-Piano.

Schöne Kombination: Saxophon und Orgel

Von der Orgelempore erklangen die nächsten Konzertbeiträge: Stücke für Saxophon und Orgel. Die Lehrerin am Gymnasium Wilnsdorf und Organistin Bianca Behle begleitete den 18-jährigen Saxophonisten Leo Fischer, der gerade sein Abitur bestanden hat und bereits Preise bei „Jugend musiziert“ gewann. Bearbeitungen bekannter Stücke wie das „Ave Maria“ von Bach/Gounod, das Prélude von César Franck oder Gershwins swingendes „Summertime“ gaben Leo Fischer Gelegenheit, seinen schönen, warmen und sonoren Saxophonklang zu entfalten.

Klangwerk-Repertoire reichte von Renaissance bis Spiritual

Drei dynamisch differenziert und raumfüllend vorgetragene Stücke des Posaunenchores folgten, die nach „Gabriellas Song“ (Stefan Dan Nilsson) großen Applaus ernteten – ebenso wie alle vorausgehenden Einzelbeiträge des Konzertes! Der 15-köpfige Chor Klangwerk beschloss mit acht a cappella und auswendig vorgetragenen Werken das Benefizkonzert. Unter der Leitung von Bernd Schneider schlugen die sauber und klangintensiv singenden Sängerinnen und Sänger einen großen Bogen von der Renaissance bis zum Spiritual. In vier Sprachen erklangen wunderschöne Stücke wie „Il bianco e dolce cigno“ (Jacques Arcadelt), „Il est bel et bon“ (ein 500 Jahre alter Zungenbrecher!) und das Spiritual „Witness“ (arr. von Jack Hallorans). Riesenapplaus, gefolgt von Dankes- und Gebetsworten des Pfarrers der Marienkirche, Wolfgang Winkelmann. Fast zweieinhalb Stunden waren wie im Fluge vergangen!

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