Lokales
13.09.2017 09:53
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 Das blaue Gebiet für das Flurbereinigungsverfahren Womelsdorf gilt nicht mehr, denn Birkefehl ist auf Wunsch mehrerer Grundbesitzer aus dem Verfahren herausgenommen worden. Grafik: Bezirksregierung

Das blaue Gebiet für das Flurbereinigungsverfahren Womelsdorf gilt nicht mehr, denn Birkefehl ist auf Wunsch mehrerer Grundbesitzer aus dem Verfahren herausgenommen worden. Grafik: Bezirksregierung

Flurbereinigungsverfahren könnte eingeleitet werden

Birkefehl fast rausgenommen

bw/sz - Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat der Einleitung des Flurbereinigungsverfahrens Womelsdorf zugestimmt. Voraussichtlich zum Jahresende werden Fördermittel in Höhe von circa 1 Mill. Euro zur Verfügung gestellt. Diese Fördersumme deckt 80 Prozent der Ausführungskosten, die übrigen Kosten trägt die Gemeinde Erndtebrück. Planungsgemäß könnte das Flurbereinigungsverfahren noch in diesem Jahr eingeleitet werden.

Im vergangenen Jahr wurden die Betroffenen intensiv beteiligt, um die vielfältigen Interessen der unterschiedlichen landwirtschaftlichen Betriebe und der Eigentümer zu ermitteln und ihnen gerecht zu werden (die SZ berichtete). Hierzu fanden eine Bürgerversammlung, eine Bewirtschafterversammlung und ein Workshop unter Leitung der Bezirksregierung Arnsberg statt. Ergebnis ist unter anderem die weitestgehende Herausnahme der Gemarkung Birkefehl sowie die Anpassung des Grenzverlaufs. Das vorläufige Flurbereinigungsgebiet hat eine Größe von rund 1090 Hektar. Eine Karte mit der neuen Verfahrensabgrenzung ist in Birkefehl, Birkelbach und Womelsdorf ausgehängt, sowie bei der Gemeinde Erndtebrück und der Dienststelle der Bezirksregierung in Siegen für die Dauer von zwei Wochen ausgelegt. Zudem finden Interessierte die Karte auf der Internetseite der Bezirksregierung unter www.bra.nrw.de/3097036.

Haben die Windräder eine Rolle gespielt? 

Kreislandwirt Lothar Menn (Rohrbach) hatte gemeinsam mit Bürgermeister Henning Gronau noch einmal in Birkefehl für die Teilnahme an dem Verfahren geworben. Die Grundbesitzer in Birkefehl seien allerdings einhellig der Meinung gewesen, auf solch eine Flurbereinigung verzichten zu können, da durch bereits erfolgten Flächentausch eine gute Besitzstruktur vorhanden sei. Inwiefern die Pläne für Windkraft-Anlagen hier eine Rolle gespielt haben könnten, wollte Lothar Menn nicht beurteilen. Aus seiner Sicht bietet eine Flurbereinigung für die Teilnehmer nur Vorteile: Kleine Flächen werden zu größeren zusammengelegt, die Sanierung von Wirtschaftswegen ist auch vorgesehen.

„Wir freuen uns sehr über die Förderzusage“

Das sind auch für Erndtebrücks Bürgermeister Henning Gronau die Vorzüge des Flurbereinigungsverfahrens. „Wir freuen uns sehr über die Förderzusage“, betonte der Verwaltungschef. Zumal die ursprüngliche Fördersumme trotz des veränderten Gebietes gleich geblieben ist. Die Edergemeinde steuert in einem Zeitraum von insgesamt zehn Jahren 200 000 Euro bei, um „eine kontinuierliche Verbesserung für die landwirtschaftliche Infrastruktur zu schaffen“, wie es Henning Gronau formulierte: „Das wird ein echter Gewinn für die beiden Ortschaften.“ Der Bürgermeister erwähnte auch, dass er gemeinsam mit Lothar Menn „ein sehr offenes und sehr gutes Gespräch“ mit den Grundbesitzern in Birkefehl geführt habe, die darin ihre Beweggründe für den Verzicht dargelegt hätten.

Diese kennt auch Ortsvorsteher Steffen Haschke seit geraumer Zeit. Zwar hatten einige Grundbesitzer mit kleineren Flächen durchaus Interesse gezeigt, doch die größeren Grundstückseigentümer hatten keinen Bedarf angemeldet. „Das ist schade für die kleineren Grundstücksbesitzer, allerdings hätte es ohne die größeren keinen Sinn gemacht“, sagte der Birkefehler. Einen Handlungsbedarf sieht auch der Ortsvorsteher für den Wegebau, aber den gelte es kurzfristig zu erledigen. Die Landwirte in Birkefehl seien dabei, sich selbst zu behelfen. Auch in Sachen Dorfentwicklung (vgl. Extra-Kasten) sieht Steffen Haschke nur wenig Bedarf, da im Zuge der Erneuerung der Ortsdurchfahrt viel neu gestaltet worden sei. Allenfalls die Barrierefreiheit öffentlicher Gebäude wie der Friedhofskapelle, der Heimatstube oder des Feuerwehrgerätehauses könne verbessert werden. Dies soll nun aber im Zuge des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) geschehen.

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