Kultur
09.01.2017 18:45
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 Herz aus Eis: Die Schneekönigin (Stephanie Eineder) verzaubert und entführt Kai (Daniel Brach). Foto: ach

Herz aus Eis: Die Schneekönigin (Stephanie Eineder) verzaubert und entführt Kai (Daniel Brach). Foto: ach

Zauber von Schnee und Eis

„Die Schneekönigin“ war da

ach - Eine glitzernde weiße Schneedecke liegt auf den Dächern von Siegen, die frostigen Temperaturen lassen den Atem zu weißen Wolken gefrieren. Als wäre das Wetter so bestellt gewesen, wurde passenderweise am Sonntagnachmittag das Musical „Die Schneekönigin“ in der Siegerlandhalle aufgeführt. Die moderne Adaption des Märchen-Klassikers von Hans-Christian Andersen aus der Feder von Laura Niepold und Sebastian Dierkes mit Choreografien von Isabelle Weh verwandelte den Leonhard-Gläser-Saal in eine märchenhafte Winterlandschaft und begeisterte die zahlreichen Kinder und ihre Eltern und Großeltern mit glitzernden Kostümen, faszinierenden Lichtspielen und mitreißenden Gesangs- und Tanzeinlagen.

Auf das Wesentliche konzentriert und dennoch nah am Original

Es ist sicherlich keine leichte Aufgabe, ein solch komplexes und vielschichtiges Märchen, wie es „Die Schneekönigin“ von Andersen ist, in ein 90-minütiges Musical zu verwandeln. Die Macher haben hier großartige Arbeit geleistet, die Geschichte auf das Wesentliche herunterzubrechen und daraus ein spannendes Schauspiel für Kinder zu machen, das dennoch nah am Original geblieben ist. So sind die kindlichen Spielgefährten Kai (gespielt von Daniel Brach) und Gerda (Laura Niepold) in der Musical-Fassung ein wenig älter. Sie erfahren gerade ihre erste große Liebe, als Kai von den Splittern des bösen Zauberspiegels getroffen und von der Schneekönigin (Stephanie Eineder) entführt wird. Gerda will Kai retten: Auf ihrer Reise besucht sie die einzelnen Jahreszeiten und findet dabei viele Freunde, die ihr helfen. Ihre steten Begleiter sind dabei die beiden fröhlichen Krähen Clara (Anna-Sophie Braun) und Karl (Jan Holtappels). Dabei sind sie nicht nur stille Helfer – mit viel Witz und Charme führten sie in humorvollen Zwischenspielen durch das Märchen, sorgten für viele Lacher und eroberten so die Herzen der Zuschauer in Sturm.

Bühnenbild und Licht sorgten für besondere Effekte

Das Musical bestach darüber hinaus auch mit seinem Bühnenbild, das im Grunde sehr schlicht war: Vier „Berge“ ragten von der Bühne empor. Raffiniert wurde es durch die Beleuchtung. Verschiedenfarbiges Licht verwandelte die „Berge“ in die unterschiedlichen Jahreszeiten und Orte. Kleine zusätzliche Requisiten, wie eine mit Blumen geschmückte Bank im Frühling oder bunte Lampions beim Sommerfest, untermalten die Verwandlung. Lichtspiele, die an der Decke den Sternenhimmel erleuchten oder Schneeflocken tanzen ließen, rundeten das Ganze ab. Besonders dramatisch waren die Auftritte der Schneekönigin: Alles wurde in ein eisiges Blau gefärbt, Nebelschwaden umhüllten die weiße Schneekönigin in ihrem glitzernden Gewand, während alle Personen auf der Bühne in Eisstarre verfielen. Die herausragende Leistung der Schauspieler sowie das gelungene Bühnenbild schafften dramatische und spannende Momente, ebenso wie fröhliche und rührende, die sowohl die großen als auch die kleinen Zuschauer in ihren Bann zogen.

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