Lokales
26.10.2016 21:47
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 Petra Tang, eine der Initiatoren der Bürgerversammlung, begrüßte über 150 Hesselbacher im Dorfgemeinschaftshaus. Der Tenor dort: das Dorf vor weiteren Windkraftanlagen unbedingt bewahren. Foto: Holger Weber

Petra Tang, eine der Initiatoren der Bürgerversammlung, begrüßte über 150 Hesselbacher im Dorfgemeinschaftshaus. Der Tenor dort: das Dorf vor weiteren Windkraftanlagen unbedingt bewahren. Foto: Holger Weber

Hesselbacher starten eine Bürgerinitiative

Dorf wehrt sich gegen Windräder

howe - Der Ofen ist aus. Endgültig. Prinz Wittgenstein konnte den Dorfeingang von Hesselbach mit seinen acht Windkraftanlagen noch unbeschadet passieren. Jetzt fahren die Hesselbacher andere Geschütze auf. Sowohl das Vorhaben der Wittgenstein new energy, zwei weitere Windräder an der hessischen Grenze zu bauen, als auch jenes von NWind, drei Anlagen im südlichen Bereich von Hesselbach zu installieren, sollen mit aller Kraft verhindert werden. Das war der Tenor der Bürgerinformationsveranstaltung im pickepacke vollen Dorfgemeinschaftshaus.

Ganze Palette an Einwendungen vorbringen

Gut 150 Bürger hörten sich an, was Petra Tang, Andreas Bergen und Lothar Hayo zu sagen hatten. Dabei wurde deutlich: Die Hesselbacher werden alles versuchen, „diesen Wahnsinn zu verhindern“, wie Andreas Bergen erläuterte. Die SZ erfuhr, dass die Hesselbacher bereit sind, die ganze Palette an Einwendungen vorzubringen – angefangen von der keltischen Wallburg über die schützenswerte Natur, seltene Arten bis hin zur Erholungsfunktion des Wanderortes. Auch touristische Argumente sollen vorgebracht werden, unter anderem ist Hesselbach Teil der Wintersportarena Sauerland – um nur einige Beispiele zu nennen. Petra Tang stellte fest, es sei „Eile geboten“. Der Beschluss der Vorrangzonen müsse jetzt rasch gefasst werden. Petra Tang sprach von „schädlichen Auswirkungen“, die mit den Windrädern in Hesselbach zu erwarten seien. Vor Ort spreche man inzwischen aus Erfahrung.

„Wir werden jeden Stein ins Rollen bringen“

Andreas Bergen forderte die anwesenden Bürger dazu auf, sich bei der Unterschriftenaktion zu beteiligen. „Das Dorf soll dahinter stehen“, forderte Andreas Bergen und erhielt von den 150 Leuten im Saal kräftigen Applaus. Die drei von NWind geplanten Windräder hätten einen Rotordurchmesser von 90 Meter und eine Höhe von 180 Meter. Ihr Abstand zur ersten Bebauung solle nur 460 Meter betragen. Hinzu kämen zwei weitere Anlagen von Prinz Wittgenstein sowie zahlreiche in der hessischen Nachbarschaft. „Ob das mit Verstand zu tun hat, das Landschaftsbild so zu ruinieren?“, fragte Andreas Bergen in die große Runde. „Wir sind gut genug informiert, wir sind ausreichend gequält. Und wir werden jeden Stein ins Rollen bringen, der diesen Wahnsinn verhindert.“

Überlegungen für eine Sammelklage anstellen

Problem an der Sache: „Der Flächennutzungsplan ist nicht verabschiedet, also kann jeder seinen Antrag einreichen.“ Der Kreis Siegen-Wittgenstein bewerte nur nach Baurecht. „Und wir sind vorbelastet.“ Denn wo Windräder stünden, könnten weitere hinzukommen. Die Öffentlichkeit habe eine vierwöchige Einspruchsfrist, so Andreas Bergen. Hesselbach dürfe nicht zum Industriestandort für die Windkraft werden. Jetzt sollen die Bürger erst einmal der Bürgerinitiative um Lothar Hayo beitreten. Und dann sollten alle ihren Unmut zu Papier bringen. Die Windkraft müsse montiert werden und dafür würden breite Zuwege benötigt. Hier sollten die Hesselbacher die Anfrage für eine Baulast für die Grundstücksüberquerung bloß nicht unterschreiben oder überlegen, wie man den unüberlegten Schritt rückgängig machen könne. Jeder solle mit seinem Wohnrechtsschutz klären, ob er unterstützt werde. Auch eine Sammelklage müsse überlegt werden. Hierzu sammelt die Initiative bereits.

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