Lokales
28.09.2017 07:10
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 Noch ist es eine grüne Wiese, doch schon bald soll auf der Fläche hinter dem Feuerwehrhaus in Birkelbach ein Treffpunkt für das gesamte Dorf entstehen. Foto: Timo Karl

Noch ist es eine grüne Wiese, doch schon bald soll auf der Fläche hinter dem Feuerwehrhaus in Birkelbach ein Treffpunkt für das gesamte Dorf entstehen. Foto: Timo Karl

Dorfplatz hinter dem Feuerwehrhaus

Ein neuer Mittelpunkt

tika - Die Ideen waren vielfältig, doch noch sind sie einzelne Puzzleteile. Nun gilt es genau diese peu á peu zu einem Gesamtwerk zusammen zu fügen. Das Ergebnis ist dabei offen, einzig ein Grundkonzept steht. Dieses ist jedoch bereits in einem frühen Stadium durchaus ausgegoren. Der Dorfverein Birkelbach plant ein Mammutprojekt, spätestens seit gestern Abend ist es in der Umsetzungsphase.

In der Mitte der Ortschaft soll ein multifunktionaler Dorfplatz entstehen, der in Wittgenstein und über die Grenzen des Altkreises Wittgenstein hinaus seinesgleichen sucht. Entscheidend dabei ist vor allem ein Grundsatz: Von der Gemeinschaft – für die Gemeinschaft. „Wir als Verein betrachten uns als Initiator des Projektes. Wir wollen aber nichts über die Köpfe der Menschen hinweg entscheiden, sondern das Beste für alle herausholen“, erklärte Heike Hoffmann im Rahmen einer Bürgerwerkstatt im Chorraum an der Mehrzweckhalle in Birkelbach. Die Vorsitzende des Dorfvereins legte damit die Marschroute für das Projekt fest – und die Basis für eine Förderfähigkeit aus gleich zwei Töpfen. Die Verantwortlichen hoffen auf Mittel aus dem Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept – kurz IKEK – für das derzeit das Feststellungsverfahren innerhalb der Gemeinde Erndtebrück läuft.

IKEK soll bei der Finanzierung helfen

Mittels IKEK wollen die Birkelbacher die Infrastruktur für den Dorfplatz teilfinanzieren, der auf der großen Wiese hinter dem Feuerwehrhaus entstehen soll. „Mittels des Förderprogramms Leader wollen wir alles mitfinanzieren, was nicht fest mit dem Boden verankert ist“, verriet Heike Hoffmann. Die erste Resonanz der Bezirksregierung Arnsberg, die letztlich über Leader-Projekte entscheidet, ist laut der Vorsitzenden durchaus positiv.

Tatsächlich könnte der Platz künftig ein vielfältiges Angebot bieten, das ein generationenübergreifendes Interesse generieren dürfte. Herzstück des Dorfplatzes ist das als kreisrunde Fläche angedachte Aktionszentrum, auf dem Feste stattfinden können und in dessen Mitte ein Mai- oder Weihnachtsbaum einen Platz findet. Ein Aktionshaus mit Bühne für Vorträge, Gemeinschaftsabende oder Public Viewings ist ebenfalls eingeplant. „Das Aktionshaus ist eine der Hauptattraktionen auf dem Platz“, machte Sascha Altegoer deutlich – der Beisitzer des Dorfvereins stellte den über 20 Teilnehmern der Bürgerwerkstatt gestern Abend das Grundkonzept vor.

Angedacht ist demnach auch ein Backhaus, in dem mittelfristig eine Backhausgemeinschaft entstehen könnte, die früher in Dörfern durchaus üblich waren – eine Herzensangelegenheit für die Birkelbacher. Für Kinder und Jugendliche ist ein Aktionshügel angedacht, der gewissermaßen zu einem Abenteuerspielplatz avancieren könnte. Daran angrenzend ist ein Wasser- und Matschbereich geplant. „Unsere Idee ist es, das Wasser der Birkelbach in Teilen umzuleiten und den Bach begehbar zu machen“, verriet Sascha Altegoer.

Entsprechende Vorgespräche mit der Gemeinde Erndtebrück über eine solche Maßnahme sind bereits geführt und aus Sicht der Birkelbacher durchaus positiv verlaufen. Wichtig bei allen Projekten: Der gesamte Platz soll barrierefrei sein, so dass tatsächlich alle Generationen überall Zugang erhalten – vom Aktionszentrum bis zu den sanitären Einrichtungen, die der Dorfverein im neuen Mittelpunkt der Gemeinschaft plant. Damit allerdings steht lediglich ein Grundgerüst für das Konzept, das die Teilnehmer der Bürgerwerkstatt bereits gestern Abend deutlich erweiterten und mit Leben füllten.

Outdoor-Fitness oder Boule-Platz denkbar

Zahlreiche Ideen und Anregungen entstanden, von denen die von der Gruppe als am besten bewerteten nun in drei verschiedene Entwürfe für den Dorfplatz einfließen sollen. Diese entwirft eine Arbeitsgruppe, die sich nun zeitnah und dann dauerhaft finden soll. Über diese Ergebnisse wiederum stimmt die Dorfgemeinschaft dann wieder ab. Bis Ende des Jahres soll ein Projektplan fix sein, bereits im kommenden Jahr soll der Baustart erfolgen. Die Entscheidungen bis dahin dürften nicht einfach sein, denn sämtliche Ideen waren reizvoll. Berücksichtigung sollen nach dem mehrheitlichen Wunsch der Werkstattteilnehmer eine Infotafel über die Historie und die Anekdoten des Dorfes, Flächen für Obstbäume, Blumenstauden und einen Kräutergarten sowie ein sonnengeschützter Bereich mit Sitzgelegenheiten finden. Erwünscht sind außerdem Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Von einem Grillplatz, über Outdoor-Fitnessgeräte bis hin zu einem Bouleplatz war das Spektrum breit gefächert. In der Birkelbach soll ein natürliches Tretbecken entstehen – durchaus realistisch, da der Bach künftig ohnehin begehbar sein soll. Daneben könnte außerdem ein Barfußpfad entstehen. Im Bereich des Aktionshügels ist ein Trampolin ebenso denkbar wie eine Naturwerkstatt und Lehrtafeln für Kinder.

Eines allerdings machte Heike Hoffmann ebenfalls deutlich: „Wir wollen kein Naherholungsgebiet schaffen, das haben wir bereits vor der Haustür. Wir wollen auch keinen Freizeitpark bauen. Und wir wollen vor allem keine Luftschlösser bauen. Wir wollen einen Platz für Jung und Alt. Der Weg ist dabei das Ziel. Wir wollen das Projekt gemeinsam realisieren, denn das schafft Gemeinschaft.“ Ein erster Schritt ist gemacht, die Puzzleteile warten darauf, zu einem Gesamtwerk zu wachsen.

 Die Vorstellungen für den neuen Dorfplatz sind bereits detailreich. Gestern Abend diskutierte die Dorfgemeinschaft Birkelbach über den Feinschliff der Planungen. Nun sollen noch mindestens zwei weitere Layouts entstehen. Entwurf: Architekturbüro Stremmel

Die Vorstellungen für den neuen Dorfplatz sind bereits detailreich. Gestern Abend diskutierte die Dorfgemeinschaft Birkelbach über den Feinschliff der Planungen. Nun sollen noch mindestens zwei weitere Layouts entstehen. Entwurf: Architekturbüro Stremmel

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