Kultur
09.01.2017 17:05
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 Giora Feidman, das Rastrelli-Quartett und das Jerusalem Duo „veredelten“ im von der SZ präsentierten Konzert Beatles-Songs in Martini. Foto: lip

Giora Feidman, das Rastrelli-Quartett und das Jerusalem Duo „veredelten“ im von der SZ präsentierten Konzert Beatles-Songs in Martini. Foto: lip

Von „Yesterday“ bis “Ob-La-Di, Ob-La-Da“

Feidman veredelt Beatles-Songs

lip Siegen. Viele Titel und Ehrungen hat Giora Feidman in seinem langen Künstlerleben erhalten. Als „König des Klezmers“ hat er sich stets offen für verschiedenste Musikrichtungen gezeigt. Ob in Klassik, Jazz, Pop- oder Filmmusik, immer ist es ihm allerwichtigstes Anliegen, Botschafter und Brückenbauer zwischen Kulturen, Nationalitäten und Generationen zu sein. So will er auch das Projekt „Feidman plays Beatles“ verstanden wissen, deren Musik, wie keine andere, Menschen verschiedenster Herkünfte und jeden Alters begeistert. Atemlose Stille herrschte in der voll besetzten Kirche bei den ersten zarten, fast geflüsterten, emotionalen Tönen der Klarinette: „Yesterday“ – besser kann man ein solches Konzert nicht beginnen. Langsam entstand ein Wechsel-„Gesang“ zwischen dem Rastrelli-Quartett und dem Klarinettisten, entfaltete sich zu jazzigen, temperamentvollen Improvisationen, die unmittelbar ins nächste Stück „Sergeant Peppers Lonely Club Band“ überleiteten. Der beendende Glissandoeffekt, Feidmans Markenzeichen, rief den ersten Riesenapplaus hervor, worauf dieser sich bei dem Publikum, seiner „Family“, bedankte.

Schon die Beatles setzten Streichquartette ein

In herrlich klangvollen Arrangements des Cellisten Mikhail Degtjareff spielte dieser mit seinen drei Kollegen Kira Kraftzoff, Sergio Drabkin und Kirill Timofeef, allesamt russischer Herkunft und in deutschen Orchestern tätig, sowohl samtig-weiche, gefühlvolle Begleitungen als auch jazzig und rhythmisch pulsierenden Drive zu den in Klarinette und Bassklarinette lebendig werdenden Beatles-Melodien. Hatten schon die Beatles für manche ihrer Titel Streichquartettklänge eingesetzt, so erklangen „Eleanor Rigby“, „Michelle“ und „A Hard Day’s Night“ nunmehr veredelt, sowohl weicher, tiefsinniger als auch rasanter und zupackender. Der tiefe Bassklarinettensound mischte sich genial mit dem sonoren Klang der Celli. Alle fünf Musiker feuerten sich gegenseitig zu immer neuen Höhepunkten an. „I share my friends with you: the best quartet of the world“, rief Giora Feidman dem lautstark klatschenden Publikum zu. In „Dizzy Miss Lizzy” zeigten die Cellisten des Rastrelli-Quartetts in einer Solonummer, was sie drauf haben. In der Zugabe vor der Pause („wir spielen die Zugabe jetzt“), „When I´m Sixty-Four“ ging es temperamentvoll zur Sache, auch wenn drei der fünf Musiker die 64 überschritten haben! In der Pause gab es Gelegenheit, beim CD-Kauf mit Giora Feidman zu plaudern oder sich mit Freunden zu unterhalten.

Feidman zeigte geniale Könnerschaft auf seinen Klarinetten

Hörgenuss pur auch im zweiten Teil: terzenseliger Beginn mit „Thank You To The Beatles“ und „All My Loving”, gefolgt von dem witzig-schräg begleiteten „Norwegian Wood”, das von Feidman zu großartigen Improvisationen genutzt wurde. Das Jerusalem-Duo erwies sich als ein „Sahnehäubchen“ mit seinem wunderbar ergänzenden und bereichernden Auftritt. Hila Ofek (Feidmans Enkelin) entlockte ihrer Harfe rauschende Arpeggien, leise gezupfte Melodien und trockene Pizzikati. Andre Tsirlin legte all sein Herzblut in die Kantilenen und Seufzer seines Sopransaxophons: „While My Guitar Gently Weeps“ und „Something“. Nach weiteren fünf Beatles-Klassikern, in denen sich wiederum Feidmans geniale Könnerschaft auf seinen Klarinetten zeigte – er lässt sie schwelgen, lachen, weinen, grooven, krächzen und schmettern – ermunterte er das Publikum zum Mitsingen: „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ sangen alle Musiker und der riesige Zuhörerchor. Ergreifend und wunderbar!

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