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06.02.2017 07:50
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 Bester Torschütze des TuS Ferndorf in Sachsen-Anhalt: Daniel Mestrum ließ bei seinen sechs Torwürfen DRSV-Keeper Phil Döhler (Nr. 12) keine einzige Chance.

Bester Torschütze des TuS Ferndorf in Sachsen-Anhalt: Daniel Mestrum ließ bei seinen sechs Torwürfen DRSV-Keeper Phil Döhler (Nr. 12) keine einzige Chance.

2. Handball-Bundesliga

Ferndorf triumphiert in Dessau

geo - Das waren zwei wichtige „Premieren“ für den TuS Ferndorf, der sich damit weiter putzmunter als „Überlebenskünstler“ der 2. Handball-Bundesliga präsentiert! Zum einen feierte der sympathische Franzose Michelin Celestin sein Debüt im Trikot der Roten und zum anderen beendete das Team von Trainer Michael Lerscht seinen unerklärlichen „Aufsteiger-Fluch“. Nach den Niederlagen gegen Konstanz, Hüttenberg und Leutershausen glückte endlich – zum Hinrunden-Abschluss – beim Ost-Aufsteiger Dessau-Roßlauer SV der „Durchbruch“ mit einem 33:30-Auswärtserfolg. Lohn der Anstrengungen nach zweitägiger Ost-Tour nach Sachsen-Anhalt: In die Rückserie startetet der Traditionsclubs aus dem nördlichen Siegerland eben doch nicht auf einem Abstiegsplatz, sondern auf Rang 16 genau eine Position „über dem Strich“.

Furioser Schlagabtausch von Beginn an

Es war in der Anhalt-Arena am Sonntagnachmittag ein von Beginn an furioser Schlagabtausch, der – ganz im Gegensatz zum überwiegenden Teil der Hinrunde – nicht im Zeichen der Abwehrreihen stand. Ferndorfs notgedrungen völlig umgekrempelte Deckung hatte sichtlich Mühe, die Schnittstellen zu schließen. Immer wieder kamen die dynamischen Handballer aus der Bauhaus-Stadt völlig frei zum Wurf. Sehr zum Verdruss Kai Rottschäfers im Tor und später auch von Lucas Puhl.

Pro Hälfte ein Spielmacher

Umgekehrt aber verblüffte die Gastmannschaft mit variablem Spiel, vielen interessanten Varianten und zum Teil sehr gefälligen Spielzügen. Eines aber war entscheidend: Zur Hälfte der Spielzeit 2016/2017 kann der TuS Ferndorf offensiv aus dem Vollen schöpfen (lediglich Patrick Bettig fehlte verletzt). Das führte zu dem Luxus, dass Marius Kastening Halbzeit 1 komplett zusehen „durfte“, während Nikola Stojcevski im Tausch Halbzeit 2 von außen beobachtete.

1128 Zuschauer - nicht ausverkauft

So konnte Trainer Michael Lerscht immer wieder voll engagierten Kräften Pausen gönnen, was sich irgendwann im Verlaufe des stets engen Spiels einfach bemerkbar machen musste. Über drei Viertel der gesamten Partie konnte sich keine Mannschaft mit mehr als zwei Toren absetzen, es ging immer hin und her. Mal führte Ferndorf 8:6, mal der DRSV mit 11:9 oder 18:16. Aber ungefähr in dieser Phase zu Beginn der 2. Halbzeit kippte die Partie leicht zu Gunsten der Gäste. Zwei Treffer des sehr treffsicheren Daniel Mestrum, das einzige Tor Tim-Oliver Brauers und dann ein verwandelter Siebenmeter Marius Kastenings brachten den TuS unter dem Jubel seiner mitgereisten Fans in der mit 1128 Zuschauern bei weitem nicht vollen Anhalt-Arena das erste Mal seit dem 9:7 Stojcevskis wieder in Front – eine Führung, die das Team fortan nicht mehr herschenkte!

Celestin erzielte Drei-Tore-Vorsprung

Und als dann Michelin Celestin mit dem 26:23 erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung erzielte, Lucas Puhl die nicht mehr so präsenten Würfe entschärfte, da wurde auch das bis dahin so fanatische Publikum ein wenig stiller. Obwohl Dessau immer wieder zu Siebenmetern kam – Vincent Sohmann verwandelte alle sieben – und obwohl Miroslav Volentics in wichtiger Situation mal nur den Pfosten traf: Ferndorf hatte die hochmoderne Anhalt-Arena (mitten in der Schutthalde des drumherum nicht mehr existierenden Real-Sozialismus) nun im Griff.

Julian Schneider stärkster Spieler

Und das hatte einen Grund, bzw. einen Namen: Julian Schneider. Der im vergangenen Herbst nach langer Kreuzbandriss-Pause irgendwie nicht so aus dem Quark gekommene Spielmacher sprühte nun endlich voller Tatendrang und Spielfreude, riss die Löcher in die beileibe nicht immer sattelfeste Abwehr der „Blauen“ und übernahm vor allem Verantwortung: Drei seiner fünf Treffer erzielte Julian Schneider in den letzten zehn Minuten, in denen nun mal Handball-Spiele entschieden werden! Zwei „Buden“ des treffsicheren Andreas Heyme, noch einmal „Messi“ – und die „Messe“ an diesem Sonntag war gelesen.

Celestin freute sich ausgelassen

Ausgelassen freute sich das Team über seinen dritten Saison-Auswärtssieg, ausgelassen wie ein Kind freute sich zuvor schon im Spiel Michelin Celestin über eine Aktion, als er zunächst ein Anspiel aus den Händen gleiten ließ, dann aber artistisch-gelenkig nachgrapschte und im 3. Versuch Ball und Hände nach oben reckte. Anfangs wirkte der französische Neuzugang, dem am Freitag die Spielberechtigung für Ferndorf erteilt worden war, noch nervös, ein bisschen wie ein Fremdkörper. Die Atmosphäre in der Halle beeindruckte ihn. Aber es waren Gesten und Taten, die ihn seinen Mitspielern in den 60 Minuten näher brachten, viel näher. Gut so. Jost-Rainer Georg

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