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13.11.2017 08:53
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 Natürlich war für das klangliche Verwöhnen nicht nur der MGV „Erholung-Germania“ selbst zuständig. Zahlreiche befreundete Chöre und Sängergemeinschaften beehrten den Traditionsverein an diesem Abend mit ihren musikalischen Darbietungen. Foto: aber

Natürlich war für das klangliche Verwöhnen nicht nur der MGV „Erholung-Germania“ selbst zuständig. Zahlreiche befreundete Chöre und Sängergemeinschaften beehrten den Traditionsverein an diesem Abend mit ihren musikalischen Darbietungen. Foto: aber

175 Jahre MGV Erholung Germania Berleburg

Gesänge sind nie verklungen

aber - 175 Jahre, das ist eine beachtliche Zahl – darüber waren sich alle Anwesenden am Samstagabend in der Berghäuser Fest- und Kulturhalle einig. Und wem es gelingt, einen Verein und seine Mitglieder für beinahe zwei Jahrhunderte vereint und passioniert für die gemeinsame Leidenschaft zu halten, dem gebührt eine gehörige Portion Anerkennung. Dem Männergesangverein (MGV) „Erholung-Germania“ 1842 Bad Berleburg wird in diesem Jahr die Ehre zuteil, sich genau diese Errungenschaft auf die Fahne schreiben zu dürfen.

Gemeinsam mit zahlreichen befreundeten Chören und Gemeinschaften feierten die Sängerfreunde am vergangenen Samstagabend ihr 175-jähriges Bestehen in der Fest- und Kulturhalle Berghausen. Den Verein prägt bereits seit Gründungszeiten eine intensive Vergangenheit und enger Kontakt mit der Geschichte und historischen Ereignissen. Im Gründungsjahr 1842 war die Berleburger Gesellschaft durchweg gespalten. Das Singen, ebenso wie vielerlei andere Bildungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten, war lediglich den oberen Klassen vorbehalten. Kein Wunder also, dass die ersten Gesangsvereine, unter anderem auch der MGV „Erholung-Germania“, damals noch von den privilegierten Bürgern gegründet wurden.

1846 gab es schon 50 bis 60 Sängerfeste

Doch schon bald stand eine gesellschaftliche Veränderung vor der Tür: Plötzlich strebte man in allen Schichten der Gesellschaft nach Selbstbewusstsein, nach Unabhängigkeit und Freiheit. Gesangvereine galten nun als Befreiung von den alltäglichen Sorgen und artikulierten vielerorts die Anliegen der Zeit. 1846 sind bereits 50 bis 60 größere Sängerfeste vermerkt; 1850 finden sich rund 100 000 aktive Sänger in zahllosen Vereinen. Der Zweck dieser Zusammenkünfte ist nicht nur Geselligkeit und Freude; man strebt vor allem nach gesellschaftlicher Veränderung und nationaler Einigung.

Die derzeit 26 aktiven und 95 passiven Sängerfreunde des MGV „Erholung-Germania“ sehen in ihrer gemeinsamen Leidenschaft vor allem das Miteinander, das Zusammenspiel und den Wohlklang der vielseitigen Stimmen. Singen schult die Aufmerksamkeit, ist gut für den Geist und hält jung. Doch auch Freiheit und Mitteilungskraft bilden für den MGV einen unersetzlichen Teil des Fundaments, auf dem seine Leistung heute ruht.

Vorsitzender Werner Braun ist ganz besonders stolz auf seine Truppe. „Das gemeinsame Singen nimmt in unserer heutigen Gesellschaft leider einen immer geringeren Stellenwert ein. Trotz alledem sind unsere Gesänge nie verklungen und nun stehen wir heute beisammen, um unser 175-jähriges Bestehen zu feiern“, strahlte der Sängerfreund. Doch nicht nur die Chormitglieder selbst freuen sich über ihre Errungenschaft. Auch zahlreiche Ehrengäste ließen es sich nicht nehmen, den engagierten Sängern ihre Glückwünsche und das ein oder andere Präsent zu überbringen. Landrat Andreas Müller, stellvertretende Bürgermeisterin Anke Fuchs-Dreisbach, Orstvorsteherin Ulla Belz, Gemeindepfarrerin Christine Liedtke und der Vorsitzende des Sängerkreises Wittgenstein, Christian Dellori, übermittelten Werner Braun und Chorleiter Heiko Rath ihre Anerkennung.

Heiliger Segen des Papstes Franziskus

Christine Liedtke hatte für den Verein sogar noch etwas ganz Besonderes im Gepäck: In Vertretung für Schwester Felicitas aus Cochem überreichte sie den stolzen Mitgliedern einen heiligen Segen des Papstes Franziskus. Auch Christian Dellori hielt für seinen ältesten Mitgliedsverein im Sängerkreis Wittgenstein noch eine kleine Überraschung bereit: Der Deutsche Chorverband übermittelte den Sängern eine Ehrenurkunde für ihr langjähriges treues Zusammenstehen und die gemeinsame Leistung des Vereins. „Wir sind unglaublich glücklich über jeden einzelnen, der heute Abend bei uns ist und mit uns unser Jubiläum feiern möchte. Ohne all diese Unterstützung und Hilfe wären wir heute nicht da, wo wir jetzt stehen“, freute sich Werner Braun.

Und wo steht der MGV heute? Inmitten von Freunden, Familie, Bekannten, Unterstützern und Bewunderern, um gemeinsam einen unvergesslichen musikalischen Abend zu verbringen. Natürlich war für das klangliche Verwöhnen nicht nur der Traditionsverein selbst zuständig. Zahlreiche befreundete Chöre und Sängergemeinschaften, verbunden durch langjährige Bekanntschaften, beehrten den MGV am Samstagabend mit ihren musikalischen Darbietungen. Mit von der Partie waren der MGV „Rheingold“ Biebrich am Rhein, der MGV 1891 Girkhausen, der Gemischte Chor „Germania“ Berleburg, der MGV „Erholung“ Schüllar-Wemlighausen, der MGV „Eintracht“ Berghausen, die Frauen-Chorgemeinschaft Berghausen-Aue, der Gemischte Chor „Liederkranz“ Dotzlar, der MGV Rinthe und der MGV „Sangeslust“ Birkefehl.

Im Anschluss an die zahlreichen gesanglichen Leistungen wurde das Mikrofon an Alleinunterhalter Manfred „Manni“ Klein übergeben, der den begeisterten Gästen mit Musik und Tanz frei nach dem Motto „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“ einen einmaligen Abend bereitete.

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