Kultur
15.06.2017 18:45
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 Die Freude über die Auszeichnung ihrer Filme war bei den Gewinnern des Goldenen Monaco groß. Foto: ach

Die Freude über die Auszeichnung ihrer Filme war bei den Gewinnern des Goldenen Monaco groß. Foto: ach

Das Filmemachen feiern

Goldener Monaco verliehen

ach - Wenn es einen Tag im Jahr gibt, an dem die Kleidung der Siegener Studierenden nicht von einer einzigen Knitterfalte geziert wird, dann ist es der Tag, an dem der Goldene Monaco, die Filmpreisverleihung im Rahmen der Medienwissenschaft der Universität Siegen, stattfindet. Die Scharen von Menschen in schillernden Kleidern und schicken Anzügen am Mittwoch vor der Siegerlandhalle sprachen Bände – zum 16. Mal wurden an diesem Abend die besten Kurzfilme der Siegener Studierendenschaft geehrt. Martina Sobczak und Christopher Weingart bildeten ein charmantes Moderatorenduo, das gekonnt durch den Abend führte, während das Publikum mit Spannung die Bekanntgabe der Gewinnerfilme durch die diesjährige Jury erwartete. Diese bestand aus 1Live-Moderatorin Bianca Hauda, Redakteur und Autor Thomas Vogel, dem Vorsitzenden der Filmemacher NRW Jonas Kilkowski, dem Dozenten, freien Regisseur und Schauspieler Thomas Ulrich sowie dem Blogger Florian Lehmuth.

„Die Expedition“ von Sebastian Kobs räumte zwei Preise ab

Der große Gewinner war wohl die Filmwerkstatt, gleich drei Monacos gingen an Produktionen, die direkt oder indirekt mit der studentischen Initiative verbunden waren. Besonders abgeräumt hatte der Film „Die Expedition“ von Sebastian Kobs, der in den Kategorien „Beste Idee“ und „Bester Kurzfilm“ gewann. Die neue Regelung, dass auch Mehrfach-Nominierungen möglich sind, erntete an dieser Stelle aber selbst von Seiten der Gewinner Kritik. „Die Mit-Nominierten hätten es ebenso verdient, hier auf der Bühne zu stehen“, war sich das Film-Team um Sebastian Kobs einig. Ebenfalls eine Produktion der Filmwerkstatt war die zweite Episode aus der „Ex-Persona“-Reihe mit dem Titel „Im Netz der Spinne“, die den Goldenen Monaco in der Kategorie „Beste Kamera“ gewann. „Willkommen zu den Festspielen von Campus-TV“, moderierte Christopher Weingart die Kategorie „Bestes TV-Format“ an. In der Tat traten hier gleich drei verschiedene TV-Formate von Campus-TV gegeneinander an. Mit nach Hause nehmen durfte den Goldenen Monaco schließlich die Produktion „Oculus Haardt“ von Campus-TVs „Haardt am Limit“. „Es ist ein Film, der raffiniert mit Konventionen spielt und gleichzeitig auch sehr viel Liebe zum Detail hat. Ganz besonders toll sind die Visual Effects, die genau richtig platziert sind“, begründete Florian Lehmuth die Wahl der Jury.

Preis für Christoph Fuchs‘ Musikvideo zu „Blind“ von der Band Dote

Für regelrechte Begeisterungsstürme sorgte die Kategorie „Bestes Musikvideo“. Laudatorin Bianca Hauda verkündete die Gewinner per Videobotschaft aus dem Urlaub in Italien und konnte ihre Begeisterung kaum in Worte fassen: „Das hört sich immer blöd an, aber es hat einfach alles gestimmt. Wir haben das Video gesehen und wussten: Das ist es.“ „Blind“ lautet der Titel des Songs der Band Dote, zu dem Christoph Fuchs das Gewinner-Musikvideo produzierte. Als das Video schließlich gezeigt wurde, brach das Publikum immer wieder in Jubelrufe aus – vor allem, wenn Tänzerin Marie Meyer auf der Leinwand zu sehen war. Der alljährliche Ehrenpreis des Netzwerks Medienwissenschaft ging dieses Mal an Dr. Klaus Kreimeier. Er war für die erste Professur des damals unter dem Namen MPEB (Medien-Planung, -Entwicklung und -Beratung) neu entstandenen Studiengangs Medienwissenschaft berufen worden und hat durch sein unermüdliches Engagement wesentlich dazu beigetragen, die Medienwissenschaften an der Universität Siegen zu dem zu machen, was sie heute sind. Erstmalig in diesem Jahr wurde der „Diversity-Preis“ vergeben, der den Fokus auf das Thema Vielfalt legen soll. Prämiert wurde hier der Film „Plutonium“ von Charline Kindervater und Romy Langenberg, der sich auf eine reduzierte und doch unglaublich vielschichtige und farbenfrohe Art und Weise mit der Diversität und Maskerade von Geschlecht, Alter, menschlichen Makeln und Stereotypen auseinandersetzte.

Bands Fiete und Kompass und Comedian Salim Samatou sorgten für Unterhaltung

Mit großer Spannung wurde schließlich auch die Verkündung des Publikumspreises erwartet, für den die Zuschauer in der Pause abstimmen konnten. Gewonnen hat hier der Film „4773 km“ von Moritz Matlik. Der Film erzählt die sehr persönliche und bewegende Geschichte von Aliou Diallo Mamadou, der aus seiner Heimat Lélouma in Guinea ins 4773 Kilometer entfernte Deutschland flüchtete und hier in Siegen vor einem Jahr schließlich ein neues Zuhause fand. Zwischen den einzelnen Preisverleihungen holten die Siegener Band Fiete und die Band Kompass aus Rheinland-Pfalz die Zuschauer mit ihren rockigen Tönen von den Stühlen, und Comedian Salim Samatou, der u. a. den RTL-Comedy-Grand-Prix 2016 gewonnen hat, sorgte mit seiner lockeren und spontanen Art dafür, dass auch die Lachmuskeln des Publikums nicht zu kurz kamen. Böse Zungen behaupten, dass der Goldene Monaco nur eine Veranstaltung sei, mit der sich die „Mewis“ selbst feiern wollen. Und ja, irgendwie tun sie (und alle Filmschaffenden anderer Studiengänge) das auch. Aber man muss an dieser Stelle auch sagen, dass sie es zu Recht tun. Denn so viel Kreativität, Herzblut und Leidenschaft, wie in den eingereichten Projekten der Studierenden steckt, darf und sollte auch gewürdigt und gefeiert werden.

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