Lokales
11.09.2017 06:50
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 Im Heimatmuseum Erndtebrück gab es auf drei Etagen jede Menge zu entdecken. Auch ein Rangierspiel mit der Modelleisenbahn gehörte dort zum Programm der Museumsnacht.

Im Heimatmuseum Erndtebrück gab es auf drei Etagen jede Menge zu entdecken. Auch ein Rangierspiel mit der Modelleisenbahn gehörte dort zum Programm der Museumsnacht.

Die 2. Wittgensteiner Museumsnacht

Großer Zusammenhalt

ja - Insgesamt 13 Museen und Heimathäuser in ganz Wittgenstein öffneten am Samstagabend ihre Pforten und zeigten eindrucksvoll, was sie zu bieten haben – die zweite Auflage fand dabei erstmals unter der Beteiligung von Museen und Vereinen in ganz Wittgenstein statt. Dabei konnten nicht nur Ausstellungen besichtigt werden, dazu gehörte auch ein facettenreiches Rahmenprogramm.

Offiziell öffneten alle Museen und Heimathäuser von 18 bis 24 Uhr. Einige wiederum starteten bereits früher ihr Programm. Der Ortsheimatverein Schieferschaubergwerk Raumland lud schon am Vormittag ein. Kein Wunder: Der Verein hatte ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. Allein vier Musikgruppen sorgten für die musikalische Unterhaltung zur Museumsnacht. Ebenso umfangreich gestaltete sich das kulinarische Angebot. Neben der längsten Fleischwurst Wittgensteins, präsentierte der Verein die längste Schieferkruste Wittgensteins. Ein Kuchenbuffet überraschte die Besucher anschließend im Stollen. Dabei sah Jutta Plaschke am Vormittag noch „schwarz“. „Es hat unaufhörlich geregnet. Ich dachte jetzt fällt im wahrsten Sinne des Wortes alles ins Wasser“, verriet die Vorsitzende des Ortsheimatvereins.

Der Kampf gegen das schlechte Wetter

Mit dem Wetter zu kämpfen hatten am Samstag aber auch die anderen Museen und Vereine. Der Heimatverein Schwarzenau hatte im Oberen Hüttental vor der Kulisse des Alexander-Mack-Museums die Aufführung eines Theaterstücks, das markante Szenen aus dem Leben des berühmten Pietisten zeigt, geplant. Gleich zweimal sollte sich der Vorhang heben. Wochenlange Proben gingen der Aufführung voraus. Jede Menge Herzblut, viel Zeit und intensive Arbeit habe der Verein in den vergangenen Wochen investiert, betonte Gabriele Rahrbach-Reinhold. „Deshalb werden wir das Stück aufführen – ganz egal, wie sehr es regnet“, zeigte sich die Vorsitzende des Heimatvereins im SZ-Gespräch entschlossen.

Noch nie vor der eigenen Haustür gespielt

Die Mühe wurde schließlich in Form einer Regenpause belohnt, sodass die Schauspieler trocken blieben und das Publikum dem historischen Stück aufmerksam folgen konnte. Begleitet wurde der Abend der Museumsnacht wie auch das Stück um das Leben von Alexander Mack von der Band „Yazzmine“. „Noch nie habe ich so nah vor meiner eigener Haustür gespielt“, lachte Sängerin Katharina Belz – sie selbst wohnt im Oberen Hüttental. Ohnehin war der Abend im Oberen Hüttental ein enges Zusammenspiel der Einwohner in und um Schwarzenau. „Ob Kinder, Erwachsene, ältere Herrschaften – alle waren dabei und haben geholfen“, lobte Gabriele Rahrbach-Reinhold das große Engagement der Gemeinschaft.

Begeistert vom Zusammengehörigkeitsgefühl und der familiären Atmosphäre zeigten sich auch die Besucher des Heimatvereins Landwirtschaft und Brauchtum. Der hatte auf den Sengelsberg eingeladen, um erste sichtbare Spuren des Baus ihres zukünftigen „Rothaarsteig-Museums“ zu präsentieren. Führungen durch die Nachtbaustelle wurden daher geboten, Aber auch hier reagierte man prompt auf die Wetterlage und nutzte den nahegelegenen Kriegerplatz, um zusammen mit „Hewe Deeg“ zu feiern.

Platz für mehr Besucher wäre dort durchaus gewesen, die Stimmung war nichtsdestotrotz gut. „Vielleicht sollte man jedoch darüber nachdenken, das Programm in Zukunft mehr Richtung Nachmittag zu legen. Dann könnten auch mehr Familien mit Kindern teilnehmen“, überlegte Klaus Daum. Grundsätzlich zeigte aber auch er sich zufrieden mit der 2. Wittgensteiner Museumsnacht. Auch für den Verein selbst sei dieses Fest wichtig. „Nach monatelanger Arbeit ist der Zusammenhalt unter den Mitgliedern nach wie vor enorm“, freute sich der Vorsitzende. Dem stimmte auch der 2. Vorsitzende Heinrich Knebel zu: „Wir sind eine tolle Truppe.“

Herbstliche Deko lockte die Besucher an

Ähnlich familiär ging es in Diedenshausen zu. Dort lockte die herbstliche Dekoration vor dem Heimathaus zum einen in die Ausstellung mit Fotos von Karin Schauerte, wies aber auch gleichzeitig auf das kulinarische Angebot hin. Die farbenfrohen Kürbisse gab es nicht nur in Form von Suppe, Besucher konnten die bunten Gewächse auch mit nach Hause nehmen.

Ins Backhaus an der Espequelle lockte die Besucher wie gewohnt der Duft von frisch gebackenenen Broten und Hefezöpfen sowie selbst gemachtem Kuchen. Eine weitere Besonderheit bot der Verkehrs- und Heimatverein Bad Berleburg außerdem: Erstmals brauten die Mitglieder ihr eigenes Bier mit Wasser aus der Espequelle – das „Espebier“. Wie sich zeigte mit vollem Erfolg. „Es schmeckt fantastisch“, schwärmten die Besucher.

Fleischwurst aus dem Ofen in Arfeld

Lob dieser Art ertönte zur Museumsnacht aber auch an so manch anderem Ort. In der Arfelder Schmiede gab es wie schon zur ersten Museumsnacht Fleischwurst aus dem Ofen. Was die Besucher nach Arfeld kommen ließ, war aber nicht nur das Essen, sondern auch die Wärme des lodernden Schmiedefeuers. Schmiedemeister Christoph Zoll führte den Besuchern das alte Handwerk mit Hammer und Amboss vor – ein beeindruckendes Schauspiel für Groß und Klein, wie sich zeigte. „Es läuft gut“, freute sich Andreas Becker über die Resonanz an diesem Abend. Das Publikum sei gut durchmischt. Nicht nur Arfelder, sondern auch andere Wittgensteiner seien dabei, erklärte der Vorsitzende des Heimatvereins Arfeld.

Jedes Museum und jeder Verein bestach am vergangenen Wochenende durch seinen ganz eigenen Charme. Mit viel Liebe zum Detail sorgten alle 13 Beteiligten für eine gelungene 2. Auflage der Museumsnacht. Die Gründe für das beachtliche Ergebnis waren nicht nur am vergangenen Samstag zu sehen, sondern liegen auch – oftmals verborgen – im Hintergrund. Die Museumsnacht war nämlich vor allem eines: eine beeindruckende Demonstration ehrenamtlicher Arbeit und des Zusammenhalts.

 Der CVJM-Posaunenchor sorgte vor dem Raumländer Schieferschaubergwerk für die musikalische Unterhaltung.

Der CVJM-Posaunenchor sorgte vor dem Raumländer Schieferschaubergwerk für die musikalische Unterhaltung.

 Im Oberen Hüttental wurde Alexander Mack für eine kurze Zeit wieder lebendig. Der Heimatverein Schwarzenau hatte in den vergangenen Wochen ein historisches Theaterstück vorbereitet, das fünf markante Szenen aus dem Leben des berühmten Pietisten zeigte. Gleich zweimal hob sich zur Freude der Besucher der Museumsnacht der Vorhang. Fotos: Janina Althaus (6)/Holger Weber (1)/aber (1)

Im Oberen Hüttental wurde Alexander Mack für eine kurze Zeit wieder lebendig. Der Heimatverein Schwarzenau hatte in den vergangenen Wochen ein historisches Theaterstück vorbereitet, das fünf markante Szenen aus dem Leben des berühmten Pietisten zeigte. Gleich zweimal hob sich zur Freude der Besucher der Museumsnacht der Vorhang. Fotos: Janina Althaus (6)/Holger Weber (1)/aber (1)

 Gemeinsam mit Besuchern wurde im Backhaus an der Espequelle, neben frischem Brot, auch das selbst gebraute Bier verköstigt.

Gemeinsam mit Besuchern wurde im Backhaus an der Espequelle, neben frischem Brot, auch das selbst gebraute Bier verköstigt.

 Auch für die kleinen Besucher der Museumsnacht gab es viel zu entdecken. Beim Schieferschaubergwerk in Raumland erfreute ein Luftballonkünstler die Besucher.

Auch für die kleinen Besucher der Museumsnacht gab es viel zu entdecken. Beim Schieferschaubergwerk in Raumland erfreute ein Luftballonkünstler die Besucher.

 In der Arfelder Schmiede gehörten natürlich Schmiedevorführungen zum Programm. Aber auch die Wärme des Schmiedefeuers war bei den Besuchern bei eher herbstlichen Außentemperaturen willkommen.

In der Arfelder Schmiede gehörten natürlich Schmiedevorführungen zum Programm. Aber auch die Wärme des Schmiedefeuers war bei den Besuchern bei eher herbstlichen Außentemperaturen willkommen.

 In Diedenshausen gab es Kürbisse aus der Region nicht nur in Form von Suppe zu essen, die bunten Gewächse konnten auch mit nach Hause genommen werden.

In Diedenshausen gab es Kürbisse aus der Region nicht nur in Form von Suppe zu essen, die bunten Gewächse konnten auch mit nach Hause genommen werden.

 In Feudingen konnten die Besucher die Raritäten selbst ausprobieren. So wie Pianist Harald Schmidt, der die alte Orgel testete.

In Feudingen konnten die Besucher die Raritäten selbst ausprobieren. So wie Pianist Harald Schmidt, der die alte Orgel testete.

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