Lokales
10.01.2017 14:57
Drucken Vorlesen Senden
Drei Männer sollen mit Marihuana und Kokain gehandelt haben. Sie müssen sich jetzt vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts in Siegen verantworten. Symbolbild: SZ
Drei Männer sollen mit Marihuana und Kokain gehandelt haben. Sie müssen sich jetzt vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts in Siegen verantworten. Symbolbild: SZ

Drogen wurden im Ausland besorgt

Handel mit Cannabis und Kokain

pebe Um mehr als 30 Kilo Marihuana und etwa 200 Gramm Kokain geht es seit Dienstag vor der 1. großen Strafkammer des Landgerichts Siegen. Dort klagte Staatsanwältin Tabea Schneider zwei aus dem Kosovo und Albanien stammende, 40 Jahre alte Männer und einen aus dem Kosovo stammenden 41-Jährigen des Handels mit Drogen und der Beihilfe dazu an. Die Taten sollen zwischen Februar 2011 und Mai 2014 begangen worden sein.

Kokain in Rotterdam abgeholt

„Aufgrund von vertraulichen Erkenntnissen“, so hatte Schneider in ihrer Anklage formuliert, habe sich der Verdacht ergeben, dass „mehrere Albaner“ im Bereich Siegen mit Drogen handelten. Daraufhin seien verdeckte Ermittlungen aufgenommen worden. Der Anklage zufolge soll der 41-Jährige vor vier Jahren zweimal nach Rotterdam gefahren sein, dort jeweils 50 Gramm Kokain erworben und nach Siegen gebracht haben. Dafür habe er jeweils 500 Euro erhalten.

Vertrauensperson „Toni“

Zwischen Februar 2011 und März 2013 habe er zudem 18 Mal Pkw gemietet, die er dann an Dritte weitergegeben habe, von denen er wusste, dass sie im Ausland Drogen kaufen, nach Deutschland einführen und hier verkaufen wollten. Auch für diese beauftragten Dienste habe er jeweils 500 Euro erhalten. Im Jahr 2014 sei er in Kontakt zu einer Vertrauensperson (VP) namens „Toni“ gekommen.

Kokain als „Lohn“

Er habe ein Kokain-Geschäft für 3000 Euro mit diesem „Toni“ vermittelt und als „Honorar“ zehn Gramm Kokain bekommen. Im April 2014 habe er mit einem der beiden 40-Jährigen in Hamburg zehn Kilogramm Marihuana besorgt, das nach Mönchengladbach und Pirmasens gebracht werden sollte. Nur eine kurze Zeit später habe der 41-Jährige der Vertrauensperson dann wiederum 50 Gramm Kokain verkauft und dafür fünf Gramm des Aufputschmittels als „Lohn“ bekommen.

20 Kilo Marihuana wechselten den Besitzer

Er habe den 40-Jährigen, mit dem er in Hamburg war, auch mit der „VP“ bekannt gemacht, in einem Café, das vom dritten Angeklagten betrieben wurde, sei es zu einem Geschäft mit knapp zwei Kilo Cannabis gekommen. Mitte Mai sei er mit der „VP“ nach Hamburg gefahren. Nach einem Anruf seien dann die beiden 40-jährigen Angeklagten dazu gekommen, fast 20 Kilo Marihuana – reiner Wirkstoff 2519 Gramm – hätten in einer Tasche den Besitzer gewechselt. Und nach seiner folgenden Verhaftung habe er noch zweieinhalb Gramm Kokain bei sich gehabt.

Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen

Alle drei Angeklagten, so signalisierten ihre Verteidiger, wollten vorerst nichts sagen. „Verhandelt“ wurde deshalb auf Anregung von Rechtsanwalt Rüdiger Böhm zunächst hinter den Kulissen – in einem Rechtsgespräch zwischen den beteiligten Rechtsanwälten, der Staatsanwaltschaft und der Strafkammer. Und dieses Gespräch dauerte lange.

Bis zu vier Jahren Freiheitsstrafe

Schließlich aber konnte die Kammervorsitzende, Richterin Elfriede Dreisbach, ein Ergebnis mitteilen. Die Kammer habe die lange Dauer des Verfahrens thematisiert und zu erkennen gegeben, dass sie wegen des Zeitablaufs „drei bis vier Monate“ der festzusetzenden Strafen für bereits vollstreckt erklären werde, wenn Geständnisse erfolgten. Sie unterbreite unter diesen Voraussetzungen den Vorschlag des Gerichts, den 41-Jährigen zu einer Strafe zwischen drei Jahren und drei Jahren und zwei Monaten Haft zu verurteilen. Für den 40-jährigen Gastwirt nannte Richterin Dreisbach eine mögliche Gesamtfreiheitsstrafe zwischen zweieinhalb und drei Jahren, für den zweiten 30-Jährigen eine solche zwischen dreieinhalb und vier Jahren.

Vor dem Krieg gefohlen

Sein Mandant, so ließ sich Verteidiger Rüdiger Böhm anschließend für den 41-Jährigen ein, sei als Jugendlicher vor dem Krieg im Kosovo geflohen und habe in Deutschland Fuß zu fassen versucht. Während seiner Arbeit abends und nachts sei er mit dem „Wachmacher“ Kokain in Berührung gekommen. Dieses Konsumverhalten habe sich „verselbstständigt“, er habe „mehr und mehr konsumiert“. In einem Kulturverein, in dem wohl auch die beiden anderen Angeklagten verkehrten, habe er angefangen, für andere im kleinen Umfang Drogen zu beschaffen und im Lauf der Zeit „geholfen, Konsumwünschen Raum zu geben“, so Böhm, damals seien auch die Fahrten nach Rotterdam erfolgt.

Seit der U-Haft kein Drogenkonsum mehr 

Die beiden anderen Angeklagten seien nach und nach auch involviert gewesen, und schließlich habe „Toni“ Interesse an 20 Kilo Cannabis gezeigt. Der 41-Jährige habe den Kontakt zwischen ihm und den beiden anderen hergestellt, die Fahrt nach Hamburg sei erfolgt, und das Rauschgift sei schließlich sichergestellt worden. Der Angeklagte habe nicht gewusst, woher das Marihuana kam, „hat aber daran mitgewirkt“. Seit er in U-Haft gesessen habe, konsumiere er keine Drogen mehr, und die Dauer des Verfahrens zermürbe ihn. 

Die Einlassungen der anderen Angeklagten sollen am Freitag folgen.

SOCIAL BOOKMARKS
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

Weitere Lokalnachrichten

 

Rund um Laib und Leben

Siegerländer mitten im Hurrikan

HTS-Sperrung Richtung Eiserfeld

Arne Fries neuer Beigeordneter

Biotonnen-Gebühr steigt

Gordischer Knoten reißt

Aktuelle Fotostrecken

3. Vorlesung der Kinderuni 

ABC-Einsatz an Siegener Schule

Mathematische Kinderuni

Schusterschlacht in Netphen

- Anzeige -

Sportnachrichten

 

Schon  2500 Tickets verkauft

TuS Ferndorf wieder „über 30“

TuS Ferndorf startet „2. Vorverkauf“ 

Ferndorfs Pokalspiel in Gummersbach

Aktuelle Videos

Zug erfasst Tanklaster

Einsatz am Krankenhaus

SZ-Radtour 2017

Bauernhof brannte nieder

Kulturnachrichten

 

Busch-Preis für Fabian Müller

Horn ist „coolstes Instrument“

Max Mutzke kommt nach Kreuztal

Es lieben oder lassen