Lokales
12.09.2017 07:35
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 Susanne Thon, Geschäftsführerin der Mediko NRW GmbH, Dezernent Rainer Schmalz, Architekt Jens Kalkmann sowie Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann (v. l.) freuen sich auf das Projekt „Seniorenzentrum Bad Laasphe“. Foto: Holger Weber

Susanne Thon, Geschäftsführerin der Mediko NRW GmbH, Dezernent Rainer Schmalz, Architekt Jens Kalkmann sowie Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann (v. l.) freuen sich auf das Projekt „Seniorenzentrum Bad Laasphe“. Foto: Holger Weber

Ein echter Paukenschlag in Bad Laasphe

Hauptschule wird Altenheim

howe - Wenn in Bad Laasphe Weihnachten, Ostern und der Lottogewinn auf einen Tag fallen, dann hat ein Investor die Hauptschule gekauft und will auf dem Grundstück ein Pflegezentrum errichten. Ja, genau! Da musste man gestern im Sozialausschuss schon zweimal zuhören: Die Mediko NRW GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Lindhorst-Gruppe mit Sitz in Winsen an der Aller, investiert rund acht Mill. Euro in Bad Laasphe. Konkret hat das Unternehmen bereits einen Vorvertrag für den Kauf des rund 9000 Quadratmeter großen Areals der ehemaligen Hauptschule im Gennernbach unterzeichnet. Nach dem Abriss des Schulgebäudes errichtet die Mediko NRW GmbH gemeinsam mit Architekt Jens Kalkmann aus dem niedersächsischen Bodenburg ein Pflegezentrum mit 80 vollstationären Plätzen. Dabei schließt das Unternehmen die Versorgungslücke in Bad Laasphe komplett. Wir erinnern uns: Als die Arbeiterwohlfahrt das Seniorenzentrum in Bad Laasphe zum 31. Dezember 2016 schloss, arbeitete die Stadt Bad Laasphe fieberhaft an einer Lösung. Sieben mögliche Standorte für ein Altenheim fasste die Verwaltung ins Auge und präsentierte diese einigen Interessenten. Zugleich verschob der Kreistag bekanntlich die Beschlussfassung zur Pflegebedarfsplanung.

53 Quadratmeter Fläche pro Bewohner

Inzwischen wurde die Stadt fündig. Zwei Interessenten präferierten das Gebäude der ehemaligen Hauptschule, da hatten Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann und Dezernent Rainer Schmalz sogar die Wahlmöglichkeit. Letztlich entschied man sich für die Mediko NRW GmbH, deren Geschäftsführerin Susanne Thon das Projekt gestern dem Fachausschuss vorstellte. Mit der Lindhorst-Gruppe ist die Mediko aktiv sowohl am Bau des Hauses als auch am Konzept beteiligt. „Die Immobilie wird von Lindhorst gebaut, wir sind die Pflegedienstbetreiber“, so Susanne Thon. In Bad Laasphe habe man sich fünf Grundstücke angeschaut und habe das bei der Hauptschule am geeignetsten gefunden, erläuterte Jens Kalkmann. Er habe selten erlebt, dass eine Verwaltung die Grundstücke derart vorbereitet habe. Das neue Altenheim soll zunächst auf einer Fläche von knapp 5000 Quadrameter errichtet werden – wobei sich die 80 Plätze auf drei Etagen in sechs Wohngruppen verteilen. Die Wohnungen werden allesamt barrierefrei und rollstuhlgerecht. Sogar Platz soll es reichlich geben. 48 Quadratmeter pro Bewohner seien vorgeschrieben, wusste Jens Kalkmann, die Lindhorst-Gruppe habe aber 53 Quadratmeter vorgegeben.

Auch der Bau einer Kita wäre möglich

Neben 60 vollstationären Plätzen will die Mediko NRW GmbH auch zehn Plätze für junge Pflegebedürftige sowie nochmal so viele für die Kurzzeitpflege anbieten. Das Haus selbst wird ausgestattet mit allem Drum und Dran: ein Restaurant, ein Café, ein Kaminzimmer mit Bibliothek, Terrasse, große Gartenanlage und nicht zuletzt der hauseigene Frisör. Das Restaurant wird mit einer eigenen Frischküche ausgestattet. Denkbar wäre, neben dem eigentlichen Altenheim auf den anderen rund 4000 Quadratmetern Fläche auch Haus-Einheiten mit jeweils acht Wohnungen zu bauen. Unter anderem könnte man auch einen möglichen Bedarf für eine zusätzliche Kindertageseinrichtung für die U3-Betreuung anbieten. Dann wäre man auch in der Lage, die Kinder aus der Küche zu versorgen. Auch Kooperationen mit den in Bad Laasphe ansässigen Schulen sind denkbar. Darüber hinaus ist die Mediko NRW GmbH daran interessiert, die Generationen miteinander zu verknüpfen, den Kontakt zu den heimischen Vereinen oder der Kirche herzustellen.

60 Arbeitsplätze könnten geschaffen werden

Mit dem Bau des neuen Seniorenzentrums mitten in der Stadt sollen rund 50 bis 60 Vollzeit-Arbeitsplätze geschaffen werden, wobei Susanne Thon betonte, dass es sich hier tatsächlich um Stellen handele, die Zahl der „Köpfe“ aber sicher höher liege. Das Haus bekommt auch ein großes Pflegebad, in dem Platz für Kneipp’sche Anwendungen sein soll. Wann die Mediko NRW GmbH und das Architekturbüro Brinkmann & Kalkmann loslegen können, hängt unter anderem vom Kreistagsbeschluss am Freitag, 29. September, ab. Auch der Antrag auf Abstimmungsbescheinigung, der dem Kreis vorliegt, steht im Raume. Hier erfuhr die SZ gestern Abend aus dem Kreishaus, dass das Altenpflegegesetz nach § 27 Abs. 1 der Verordnung zur Ausführung des Alten- und Pflegegesetzes NRW – bei einem festgestellten Bedarf (hier 57 Plätze in Bad Laasphe) eine Öffentliche Bekanntmachung vorsehe. Diese werde die Kreisverwaltung nach erfolgter Beschlussfassung der Bedarfsplanung vornehmen. „Auf diese Bekanntmachung können sich alle Interessierten, auch der in Rede stehende Investor, bewerben“, heißt es aus der Pressestelle des Kreises. In Bad Laasphe ist man frohen Mutes. Rainer Schmalz, als Dezernent maßgeblich und intensiv an den Verhandlungen und Gesprächen mit den möglichen Investoren beteiligt, sprach von einer „positiven Entwicklung.“

Die Stadt habe sich in einem luftleeren Raum befunden, jetzt werde dieser Raum wieder mit Leben gefüllt. Und: „Es gelingt uns, das leere Hauptschulgebäude an den Mann zu bringen. Damit schlagen wir zwei dicke Fliegen mit einer Klappe.“

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