Sport
04.09.2017 16:03
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Unser Archivbild zeigt Julian Braun in voller fahrt. Foto: mö
Unser Archivbild zeigt Julian Braun in voller fahrt. Foto: mö

Radsport

Julian Braun Deutscher Meister

pm - Etwas mehr als zwei Minuten mussten sie zittern, blickten immer wieder nervös auf die unermüdlich tickende Uhr. Dann war klar: Die Radprofis vom Team Lotto-Kern-Haus um den Kirchener Julian Braun stürzten den Titelverteidiger rad-net ROSE-Team und waren neue Deutsche Meister im Mannschaftszeitfahren. „Darauf haben wir intensiv hingearbeitet, es ist sehr schön, dass es geklappt hat“, freute sich der 21-Jährige Student im Gespräch mit der Siegener Zeitung.

Vorsprung wuchs kontinuierlich

Auf dem flachen und 25 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitskurs in Genthin in Sachsen-Anhalt, der am Sonntag zweimal zu absolvieren war, hatten Braun und seine Teamkollegen Joshua Huppertz, Raphael Freienstein, Christopher Hatz, Jonas Rutsch und Joshua Stritzinger von Beginn an nur ein Ziel verfolgt. „Nachdem wir letztes Jahr Zweiter geworden sind, wollen wir in diesem Jahr die Goldmedaille gewinnen“, hatte der Kirchener im Vorfeld Ansprüche angemeldet. Gesagt, getan. Vom Start weg ging das Team mit Sitz in Weitersburg ein hohes Tempo. Permanent wurden Geschwindigkeiten zwischen 50 und 60 km/h gefahren, der Vorsprung auf den Titelverteidiger – als einziges Team nach Lotto-Kern-Haus auf die Strecke gegangen – wuchs kontinuierlich. „Auf der flachen Strecke kam es besonders darauf an, dass die Führungswechsel im Team und das Windschattenfahren sehr gut klappen. Natürlich hatte auch mal jemand einen schwachen Moment, aber wir haben alle 100 Prozent gegeben. Dafür wurden wir belohnt“, erklärt Braun.

Am Ende 13 Sekunden Vorsprung

Gerade einmal 52:29 Minuten benötigten der Kirchener und seine Mannschaftskameraden, um die 50 Kilometer hinter sich zu bringen. Der Titelverteidiger lag bei der ersten Zwischenzeit sieben Sekunden zurück, im Ziel waren es deren 13. Nach der Zeit des Zitterns durften sich Braun und die übrigen Lotto-Kern-Haus-Fahrer von etwa 300 Zuschauern im Zielbereich feiern lassen. „An der Strecke standen nur vereinzelt Zuschauer, aber in der Stadt war dann einiges los. Das war natürlich sehr schön“, so Braun.

Trikot mit schwarz-rot-gold

So richtig emotional wurde es dann bei der Siegerehrung, denn neben der Goldmedaille bekamen die neuen Deutschen Meister auch ein Dress mit Streifen in der Farbe der deutschen Flagge verliehen. „Für uns Radfahrer geht es ja immer um Trikots, deshalb war das natürlich ein besonderer Moment für uns. Das Trikot dürfen wir jetzt theoretisch bei allen Mannschaftszeitfahren tragen“, erklärte Braun, der wusste, wem er und seine Kollegen den Erfolg zu widmen hatten. Denn beim im Rahmen der Rad-Bundesliga ausgetragenen Straßenrennen Ende Juli in Cottbus war Lotto-Kern-Haus-Fahrer Daniel Westmattelmann – einen Tag zuvor noch Sieger im Bundesliga-Zeitfahren – von einem Begleitmotorrad erfasst worden und schwer gestürzt. Nach dem Bruch eines Lendenwirbels ist an Sport derzeit noch nicht zu denken. Ein herber Rückschlag für das Team um Julian Braun, das nun auf einen echten Zeitfahrspezialisten verzichten musste. „Natürlich war das für uns ein schwerer Schock, aber wir haben uns dann recht schnell gedacht: ,jetzt erst recht.’ Umso schöner ist es für uns alle, dass es jetzt mit dem Titel geklappt hat“, erzählt Braun.

Jetzt den Bundesliga-Titel gewinnen

So richtig feiern konnten der Kirchener und seine Teamkollegen den Erfolg indes noch nicht. „Natürlich haben wir mal angestoßen, aber wir mussten am Abend ja auch noch 500 Kilometer nach Hause fahren. Außerdem stehen für uns noch mehrere Rennen an, in denen wir einiges erreichen wollen“, so Braun. Im Klartext heißt das: den Bundesliga-Titel gewinnen. Denn vor dem anstehenden Finale am Wochenende am Silster Berg liegt Lotto-Kern-Haus in der Mannschaftswertung bereits uneinholbar an Position 1. Es wird der nächste große Sieg für Braun und seine Teamkameraden.

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