Lokales
08.11.2017 10:34
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 Im Jugendtreff „Login“ in Erndtebrück sprachen Jens Steinhoff vom Fachbüro IfR (Institut für Regionalmanagement) und Bürgermeister Henning Gronau gestern Abend mit einigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen über deren Ideen. Foto: Björn Weyand

Im Jugendtreff „Login“ in Erndtebrück sprachen Jens Steinhoff vom Fachbüro IfR (Institut für Regionalmanagement) und Bürgermeister Henning Gronau gestern Abend mit einigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen über deren Ideen. Foto: Björn Weyand

IKEK-Prozess in Erndtebrück

Junge Leute sind zufrieden

bw - Der Zusammenhalt, die Vielfalt, die Nähe, die Angebote, die Gemütlichkeit: In ein einziges Wort zu packen, was ihnen an Erndtebrück gefällt, fiel den Jugendlichen und jungen Mitarbeitern der Jugendarbeit gestern Abend im „Login“ gar nicht so leicht. Ein paar Begriffe ließen sie sich aber entlocken und sie dokumentierten eines: Die jungen Leute sind mit dem Leben in Erndtebrück und in den Ortschaften eigentlich ganz zufrieden. Im Jugendtreff im Kernort hatte die Gemeinde Erndtebrück die Jugend dazu aufgerufen, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen, die dann in das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) einfließen könnten. Konkret fragte Bürgermeister Henning Gronau gestern Abend: „Was fehlt auch in Erndtebrück? Für die Zukunft seid ihr die Wichtigsten. Alles kann gesagt werden.“ Knapp ein Dutzend Jugendliche und auch junge Erwachsene ließen ihren Gedanken freien Lauf zu verschiedenen Themen:

Treffpunkte: Früher war für die jungen Leute die „Teestube“ der Treffpunkt Nummer eins. Hier trafen sich ganze Schulklassen in der Freizeit. Heute ist der Andrang im „Login“, wie der Jugendtreff ja mittlerweile heißt, überschaubarer. „Das Angebot ist da, aber es lässt einfach nach“, berichtete die ehrenamtliche Mitarbeiterin Annika Wolzenburg. An der Ausstattung liegt es nicht, gestern Abend gab es bis auf einen Basketball-Korb keine Wünsche. Dass manche Jugendliche stille Plätzchen an der Eder, vor dem Bahnhof oder unterhalb des Sportplatzes bevorzugen, das wusste auch Annika Wolzenburg. „Es ist schwierig geworden, junge Leute für feste Treffpunkte zu begeistern“, meinte Alena Spornhauer. „Was Neues würde auch nicht viel ändern“, fügte Annika Wolzenburg hinzu. Christian Bentele stellte auch fest, dass die Voraussetzungen im „Login“ super seien. Er selbst leitet den „Witti-Treff“ der Evangelischen Kirchengemeinde Birkelbach, der auch gut angenommen wird, auch wenn dort die Besucherzahl zwischen Null und zwei Dutzend pendelt. Ansonsten herrscht aber in den Ortschaften komplette Fehlanzeige bei Jugendtreffpunkten. Allerdings sahen die drei Jungen aus Birkelbach, Birkefehl und Zinse dafür auch keinen Bedarf.

Vereine: Schließlich ist das Vereinswesen ausgeprägt in Erndtebrück und seinen Ortsteilen. Immer weniger Jugendliche haben immer mehr Auswahl und immer weniger Zeit durch längere Schultage. Davon sind mehr oder weniger alle Vereine und Gruppen betroffen. Jugendpflegerin Carolin Bem erinnerte an die angedachte Zukunftswerkstatt, in der auch Vereine ihre Angebote koordinieren könnten, um sich nicht gegenseitig ins Gehege zu kommen. Die Mitarbeit von Jugendlichen ist dagegen noch schwieriger: „Es will sich keiner festlegen“, konstatierte Carolin Bem.

Wohnen und Leben: Dass es in Erndtebrück bis auf eine größere Auswahl an Bekleidung alles zu kaufen gibt, lobten die Jugendlichen gestern Abend. „Wir haben ja alles“, sagte Alena Spornhauer, „Ärzte, Supermärkte.“ Während das Angebot hierbei groß ist, sind Wohnungen in Erndtebrück echte Mangelware. Vor allem die Mitarbeiter aus der Jugendarbeit konnten ein Lied davon singen. Es gebe nur wenige Wohnungen, und die Mieten seien wegen der großen Nachfrage recht hoch.

Mobilität: Als größtes Manko machten die Jugendlichen gestern Abend die Angebote von Bus und Bahn aus. Zwar gab es viel Lob für das Schülerticket, das Mobilität bietet. Was nutzt das aber bei schlechten Zugverbindungen? Und wieso gibt es das Ticket nicht auch für Auszubildende? „Züge fahren nur einmal die Stunde, wenn sie denn fahren“, meinte ein Jugendlicher. Kritik setzte es am Schulbusverkehr: Mancher Zug und mancher Bus sei so voll, dass junge Leute draußen bleiben müssten. In der Freizeit sind viele Jugendliche dagegen mit dem Fahrrad unterwegs – meist durch den Wald oder auch über Feldwege. Radwege standen daher nicht auf der Wunschliste – aber eine Dirt-Bike-Anlage hinter dem Park-and-Ride-Parkplatz am Bahnhof in Erndtebrück stand darauf. Das wäre ein Projekt, das unter anderem über IKEK zu realisieren wäre. Im besten Fall unter Beteiligung der Jugendlichen. In dem Konzept dürfte die Idee auf jeden Fall drinstehen, wenn es in wenigen Wochen fertig ist.

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