Lokales
12.09.2017 21:01
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Platonische Körper bei der Kinderuni (Galerie)

„Mathe macht glücklich“

ciu - „Cool!“ – Gebannt schauen die fast 200 Kinder im Audimax der Uni Siegen dabei zu, wie aus gleichseitigen Drei-, Vier- oder Fünfecken dreidimensionale Körper entstehen: eine Pyramide, ein Würfel, eine Art Fußball (der aber keiner ist), oder der schon ziemlich abgefahren eckige Ikosaeder, ein Gebilde aus 20 gleichseitigen Dreiecken mit 30 Kanten und zwölf Ecken. Genau fünf solcher regelmäßiger geometrischer Körper gibt es – keinen mehr und keinen weniger. Das hat der antike griechische Philosoph (und Mathematiker) Platon behauptet und auch gezeigt, und darum ging es am Dienstag in der Kinderuni-Vorlesung auf dem Haardter Berg.

Auch die Kinder durften Platonische Körper bauen

Dr. Markus Alexander Helmerich machte sich gemeinsam mit den Mädchen und Jungen auf die Spur von räumlichen Figuren und ging dabei sehr systematisch vor. Begann bei einem Blick auf die geometrischen Figuren (wie Viereck, Raute, Trapez oder Kreis), untersuchte diese auf das Merkmal „regulär“ (sind alle Kanten gleich lang, alle Winkel gleich groß?), zeigte, wie man solche regulären Vielecke (Polygone) falten kann, und probierte das auch gleich mit den Kinder aus, um dann zu den Vielflächnern zu kommen. Auch hier ging Dr. Helmerich, der an der Uni Siegen in der Fachgruppe Didaktik der Mathematik unter Leitung von Prof. Dr. Ingo Witzke arbeitet, sehr anschaulich vor, ließ zum Beispiel auch Silas aus der 5b am Gymnasium Netphen aus magnetischen Bauteilen einen dieser Platonischen Körper bauen – und dank der aufgebauten Kamera konnten alle gut dabei zusehen, wie aus etlichen Klicks ein Polyeder entstand.

Die Faltanleitung durfte alle mit nach Hause nehmen

Tetraeder, Hexaeder, Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaeder – so heißen die größtmöglich symmetrischen Körper. Die Endung „-eder“ heißt auf Deutsch „Fläche“, der Wortbeginn zeigt auf Griechisch die Zahl der einzelnen Flächen an: 4, 6, 8, 12, 20. Dass sich nicht nur ein gleichseitiges Dreieck oder ein Quadrat aus Papier falten lässt, sondern auch ein Vierflächner, probierte Dr. Helmerich am Ende seiner Vorlesung gemeinsam mit den Kindern aus. Hier und da war das Tetraeder am Ende perfekt, wer sich im Hörsaal „verfaltete“, kann es zu Hause wieder und wieder probieren, denn die Faltanleitung und auch das Papier bekam jedes Kind auf seinen Platz. Spaß hat’s gemacht und tatsächlich auch ein bisschen happy. Gestern stimmte die These, die der Uni-Mathelehrer – auf seinem Shirt trug, auf jeden Fall: „Mathe macht glücklich.“

 Kinderuni-Kind Silas (9) ist auf einem guten Weg: Er baut aus zwölf regelmäßigen Fünfecken einen geometrischen Körper mit zwölf Flächen, 20 Ecken und 30 gleich langen Kanten. Foto: ach

Kinderuni-Kind Silas (9) ist auf einem guten Weg: Er baut aus zwölf regelmäßigen Fünfecken einen geometrischen Körper mit zwölf Flächen, 20 Ecken und 30 gleich langen Kanten. Foto: ach

 Dr. Markus A. Helmerich machte Lust auf Mathe. Foto: ach

Dr. Markus A. Helmerich machte Lust auf Mathe. Foto: ach

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