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15.11.2017 08:41
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 „Ein Koch braucht Durchhaltevermögen und Leidenschaft“ – Eigenschaften, die Felix Weber aus Wingeshausen mitbringt und ihn mit einem Michelin-Stern belohnen. Foto: privat

„Ein Koch braucht Durchhaltevermögen und Leidenschaft“ – Eigenschaften, die Felix Weber aus Wingeshausen mitbringt und ihn mit einem Michelin-Stern belohnen. Foto: privat

Felix Weber hat den Michelin-Stern

Mit einem Stern belohnt

ja - Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter Felix Weber. Manch Ereignis war für den Wingeshäuser wohl vorhersehbar, andere wiederum überraschend, alle waren sie erfreulich. Dazu zählen seine Hochzeit im Mai ebenso wie die Geburt seiner Tochter Isabella vor vier Wochen. Aber auch beruflich befindet sich der 27-jährige Koch derzeit auf Erfolgskurs. Ein großer Traum erfüllte sich für ihn gestern Abend in Potsdam. Der Hotel- und Restaurantführer „Guide Michelin“ 2018 wurde vorgestellt und listet ab sofort auch den Namen des Wingeshäusers. Ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern und erfüllt mit Stolz, kehrt Felix Weber nach Wingeshausen zurück. Und damit dorthin, wo alles begann.

Vater Reinhard war ebenfalls Koch

In die Welt der Gastronomie wurde der 27-Jährige hineingeboren, sein Wunsch, Koch zu werden, wurde ihm schon in die Wiege gelegt. Denn sein Vater Reinhard Weber ist ebenfalls Koch. Er leitet den Gasthof Weber in Wingeshausen. „Mein Vater ist mein großes Vorbild“, sagt Felix Weber. Reinhard Weber zeigt sich stolz auf seinen Sohn und sagt mit einem Augenzwinkern: „Der Junge hat mich in diesem Jahr schon dreimal zu Tränen gerührt. Langsam reicht es.“

Der Berufswunsch von Felix Weber bestand schon seit Kindheitstagen, immer habe er zu seinem Vater aufgeschaut. Es sei aber nicht so gewesen, als hätte er anderen Berufen keine Chance gegeben. „Während meiner Schulzeit habe ich ein ein Praktikum beim Sanitär- und Heizungsbauer gemacht“, erinnert sich der Wingeshäuser. „Das war überhaupt nichts für mich.“ Der 27-Jährige blickt auf diese Erfahrung gelassen zurück. Schließlich müsse man auch wissen, was man nicht will, um herauszufinden, was man will. In seinem Ziel also weiter bestärkt, begann er nach seinem Schulabschluss eine Kochlehre.

Handwerk im Gasthof Schütte gelernt

Drei Jahre lang lernte er das kreative Handwerk im Landhotel Gasthof Schütte in Oberkirchen – in einem der renommiertesten Restaurants im Sauerland. Abgeschnitten hat er seine Ausbildung 2009 als bester von insgesamt 60 Prüflingen. Danach führte ihn sein direkt Weg ins nächste Sterne-Restaurant nach Kuppenheim bei Rastatt. „Ich wollte in einen kleinen Gasthof, der dem meines Vaters in Wingeshausen ähnlich ist“, sagt der 27-Jährige. In Baden-Württemberg sammelte der Wingeshäuser prägende Erfahrungen in der Sterne-Küche. Spannend und lehrreich sei diese Zeit gewesen.

Seitdem lernte er in den besten Restaurants Deutschlands, sammelte Erfahrungen, die er nicht mehr missen möchte, die ihn schließlich dort hin gebracht hätten, wo er heute steht, erklärt er. 2010 führte ihn sein Weg nach Hamburg. Dort arbeitete er im 2-Sterne-Restaurant Louis C. Jacob an der Elbchaussee. Alles dort sei noch „viel größer“ und sehr beeindruckend gewesen.

Doch der junge Koch musste sich in der Hansestadt erst einmal „beweisen“, wie man ich Fachkreisen sagt. „Wenn es einem jungen Koch gelingt, einen Abend lang alleine zu kochen, ist er sozusagen akzeptiert“, erklärt der 27-Jährige. Mit Bravour bestand Felix Weber die inoffizielle Prüfung. Was folgte, waren Stationen in Rüssels Landhaus St. Urban in Trier, im Restaurant La Vie in Osnabrück sowie im Restaurant Sonnora in Dreis.

Heute arbeitet er bei Deimanns in Winkhausen

Heute arbeitet der Wingeshäuser im Restaurant Hofstube im Romantik- und Wellnesshotel Deimann in Winkhausen als Küchenchef. Dabei verschweigt Felix Weber nicht, dass der Weg zu seinem ersten Stern viel Kraft gekostet hat. „Natürlich war es anstrengend. Aber es hat sich gelohnt“, sagt der Wingeshäuser rückblickend. „Ich würde es immer wieder machen“, fügt er mit Überzeugung hinzu. Durchhaltevermögen, aber auch Leidenschaft seien als Koch aber ohnehin immer nötig. Mit der Frage, was er am nächsten Tag auf die Speisekarte setzen wolle, würde er abends ins Bett gehen – und eben auch wieder aufstehen. „Das gehört dazu. Einen Stern zu erkochen, ist für mich immer ein großer Traum gewesen“, sagt Felix Weber. Sein Können und die Unterstützung seiner Familie waren dabei maßgeblich für seinen Erfolg. Der 27-Jährige ist ein Familienmensch. Die Krönung all dessen in diesem Jahr sei trotz aller beruflichen Erfolge die Geburt seiner Tochter gewesen. „Sie ist der größte Stern für mich“, schwärmt er.

Familie ist auch das, was der 27-Jährige im Blick hat, wenn er an seine Zukunft denkt. 2019 will er den Gasthof seines Vaters in Wingeshausen übernehmen. Genauso wie sein Wunsch Koch zu werden, war das seitdem er denken kann sein Ziel. Seit über 250 Jahren ist der Gasthof nun schon in Familienbesitz – eine Tradition, die Felix Weber unbedingt fortführen will. Ihn reize die Selbstständigkeit. Ein weiteres Argument das für diesen Schritt spreche, sei die Nähe zu seiner Familie, seiner Frau und seiner Tochter.

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