Lokales
25.03.2015 08:52
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Glaubt man den markierten Holzpflöcken, dann muss das Kruzifix am Wirtschaftsweg zur Windkraftbaustelle in Dillbrecht weichen. Doch ein zweiter Grundstücksbesitzer verweigert seine Kooperation. Obwohl ihm juwi 10 000 Euro geboten hat. Foto: Dirk Manderbach
Glaubt man den markierten Holzpflöcken, dann muss das Kruzifix am Wirtschaftsweg zur Windkraftbaustelle in Dillbrecht weichen. Doch ein zweiter Grundstücksbesitzer verweigert seine Kooperation. Obwohl ihm juwi 10 000 Euro geboten hat. Foto: Dirk Manderbach

Gernsdorf wie einst Gallien

Noch ein Windkraft-Gegner

dima  Der Gernsdorfer Bürger, der den Rand seiner Grundstücksparzelle, die an einem Wirtschaftsweg zwischen Gernsdorf und der juwi-Windkraftbaustelle im hessischen Dillbrecht liegt, nicht für den Transport der drei geplanten Windräder zur Verfügung stellen will, wurde von der SZ auf den Namen Asterix getauft. Der ebenso widerspenstige wie listige Gallier hat sich nämlich immer wieder den Plänen der vermeintlich übermächtigen Römer widersetzt. Klar, dass ihm sein Freund Obelix irgendwann zur Seite stehen würde.

Gernsdorfs Obelix ist Besitzer eines bebauten Grundstücks an einer für juwi strategisch wichtigen Stelle. Die Windkraft-Firma aus Wörrstadt ist beim Transport der drei Windräder mit einer Bauhöhe von jeweils 200 Metern auf den Wirtschaftsweg angewiesen, der sich am Gernsdorfer Sportplatz und dem Schützenheim vorbei in Richtung Kalteiche schlängelt. Der asphaltierte Weg ist momentan aber noch viel zu schmal, vor allem in den Kurven. Und Obelix wohnt genau an der Stelle, die für den Transport deutlich verbreitert werden soll. Weichen müsste den Wegebauplänen auch ein großes Kruzifix, das seit Jahrzehnten an diesem Gemeindeweg steht. Signalrot angesprühte Holzpflöcke, die den angedachten Weg markieren, lassen daran keinen Zweifel.

Ebenfalls keine Zweifel ließ juwi an der Ernsthaftigkeit der Pläne aufkommen. Obelix wurde deshalb ein schwergewichtiges Vertragswerk auf den Tisch gelegt, samt Plan. Darauf zu erkennen: Eine Grundstücksecke, auf der zurzeit noch eine Hecke und ein Strommast stehen, soll zum Transportweg werden. Per Vertrag wollte sich juwi für 28 Jahre das Recht sichern, diese Ecke immer mal wieder für jeweils sechs Monate nutzen zu können. Im Gegenzug sollte Obelix 10.000 Euro erhalten.

Nicht auf ihrer Rechnung hatten die Wörrstädter Windkraftbetreiber die Superkräfte des 73-jährigen Gernsdorfers. Jeder weiß: Obelix ist als kleines Kind in ein Fass Zaubertrank gefallen. Seither ist Obelix unbesiegbar. Wie bereits Legionen von Römern schmerzhaft erkennen mussten. Und jetzt eben auch juwi. Obelix im Geheim-Gespräch mit der SZ: „Jeder Mensch hat seinen Preis, aber Obelix hat keinen Preis.“ Er werde sich keinesfalls selbst enteignen. Seine Erben müssten sich sonst später einmal mit dem Vertrag rumärgern. Was ihn besonders aufrege, sei die Tatsache, dass die „Flattermänner“, die sich im hessischen Dillbrecht drehen sollen, über NRW-Wege transportiert werden müssen.

Ach so: Am vergangenen Freitag bekam Obelix Besuch von Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler und einem Verwaltungsfachangestellten. Jetzt wollte man es Obelix noch etwas schmackhafter machen. Für die relativ überschaubare Ecke seines Grundstücks wollte die Gemeinde eine deutlich größere gemeindeeigene Fläche gleich nebenan zum Tausch anbieten, so Obelix. Wieder lehnte der Gallier dankend ab. Vielleicht hätte die Verwaltungschefin gleich mit einem Hinkelstein im Gepäck anreisen sollen. Dirk Manderbach

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