Sport
15.03.2017 16:31
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Nach überstandener Fingerverletzung wieder im TuS-Kader: Torhüter  Lucas Puhl. Foto: schau
Nach überstandener Fingerverletzung wieder im TuS-Kader: Torhüter  Lucas Puhl. Foto: schau

2. Handball-Bundesliga

Nordhorn von Finanzsorgen scheinbar unbeirrt

geo - Spiele des TuS Ferndorf gegen den einstigen EHF-Pokalsieger HSG Nordhorn/Lingen haben es immer in sich. Im ersten Zweitliga-Jahr 2012/2013 gab es zwei knappe Niederlagen für die Ferndorfer, letzte Saison gewann man das Hinspiel 29:25 und schaffte in der Emsland-Halle Lingen ein denkwürdiges 25:25 im drittletzten Saisonspiel - letztlich wohl der entscheidende Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt nur eine Woche später. In diesem Jahr verlor man das Hinspiel in Ferndorf 21:22, auch weil ein gewisser Yannick Fraatz, 17 Jahre jung, vor den Augen seines Papas, des einstigen Weltklasse-Handballers Jochen Fraatz, in der Schlussphase drei blitzsaubere „Eier“ ins TuS-Nest legte.

160 000 Euro fehlen sofort - 200 000 für nächste Saison

Nun trifft man sich am Sonntag wieder, diesmal aber im 4100 Zuschauer fassenden Euregium in Nordhorn. Bekanntlich traten 2008 bei der damaligen HSG Nordhorn im Jahr des EHF-Pokal-Gewinns erste finanzielle Probleme auf, die durch die Umbenennung in HSG Nordhorn-Lingen nur kurzfristig verschleiert wurden, ehe 2009 die erste Insolvenz und der Zwangsabstieg aus der Bundesliga folgten. Obwohl sich die Emsländer in den Folgejahren in der 2. Liga etablierten, galt immer die Devise einer Rückkehr ins Handball-Oberhaus als oberste Priorität - verbunden mit entsprechenden Ausgaben. Der nun daraus resultierende aktuelle Engpass war also gewissermaßen abzusehen. 160 000 Euro fehlen im laufenden Spieljahr, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, weitere 200 000 zur Deckung des Etats für die kommende Spielzeit (1,4 Millionen Euro).

Mannschaft zuletzt von Sorgen unbeeindruckt

Das Heimspiel der HSG gegen den TuS Ferndorf am Sonntagnachmittag um 17 Uhr sehen die sportlich Verantwortlichen davon aber vollkommen losgelöst. Schon letztes Wochenende fertigte das Team um den überragenden Keeper Björn Buhrmester und den Top-Torschützen Jens Wiese Aufsteiger HSG Konstanz mit 32:17 aus der Emsland-Halle - zwei Tage nachdem auch die Mannschaft über die Finanzprobleme unterrichtet worden war. Ähnlich schätzt TuS Ferndorfs Trainer Michael Lerscht die Situation ein: „Ich glaube, dass diese Problematik weder für die HSG-Mannschaft noch für uns auch nur irgendeine Rolle spielt!“

Viele Tore fielen über die linke Angriffsseite

Also muss man sich auf das Sportliche konzentrieren und hier vor allem die starke rechte Seite der wie Ferndorf von Verletzungssorgen geplagten Emsländerbegutachten. Neben Wiese, der schon 128 Feldtore erzielte, langte auch Linksaußen Lasse Seidel mit acht Toren mächtig hin. Einige seiner Treffer resultierten aus Tempo-Gegenstößen. Auch gegen den TV Emsdetten kassierte der TuS Ferndorf am letzten Spieltag zahlreiche Gegenstoß-Tore aufgrund von vermeidbaren Ballverlusten oder schlechten Torabschlüssen. Hier müssen also in der Abwehrarbeit Miro Volentics und Michelin Celestin auf der rechten Seite hochkonzentriert mitarbeiten, um Schaden vom TuS abzuwenden.

Buhrmester im Tor ein Meister seins Fachs

Nordhorn musste gegen Konstanz Lutz Heiny, Nicky Verjans, Frank Schumann und den dänischen Abwehr-Haudegen Asbjörn Madsen ersetzen. Man reaktivierte daher mit beachtlichem Erfolg für den Innenblock Stephan Wilmsen, der seine Karriere eigentlich vor drei Jahren beendet hatte. Nur 17 Gegentore der Konstanzer sprechen Bände. Allerdings zeigte auch Keeper Buhrmester mit 15 Paraden einmal mehr seine in der 2. Liga unbestrittene Klasse.

Lucas Puhl wieder im Kader

Beim TuS Ferndorf ist derweil im Tor Kai Rottschäfer uneingeschränkt die Nr. 1 im Tor. In den beiden letzten Spielen bewahrte der TuS-Kapitän sein Team in entscheidenden Phasen vor Rückständen. Ab sofort steht ihm wieder ein alter Bekannter zur Seite, denn Lucas Puhl kehrt nach überstandener Fingerverletzung wieder ins Team zurück. Fehlen werden daher die verletzten Stammspieler Uros Paladin, Lucas Schneider und Tim-Oliver Brauer, die alle drei auf ein Comeback im letzten Saisonviertel hinarbeiten. Eher wenig helfen kann derzeit Patrick Bettig der Mannschaft, dessen anhaltende Ellenbogen-Probleme derzeit keinen vernünftigen Trainings- und Spielrhythmus zulassen.

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