Sport
20.12.2016 16:40
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Unser Foto zeigt den aus Geisweid stammenden Eiskunstläufer Christian Nüchtern in Aktion bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin – zusammen mit Tanzpartnerin Shari Koch erreichte der Siegerländer dort die Bronzemedaille. Foto: dpa
Unser Foto zeigt den aus Geisweid stammenden Eiskunstläufer Christian Nüchtern in Aktion bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin – zusammen mit Tanzpartnerin Shari Koch erreichte der Siegerländer dort die Bronzemedaille. Foto: dpa

Eiskunstläufer Christian Nüchtern

Olympia als Ziel

cs/dpa - Großer Erfolg für Eiskunstläufer Christian Nüchtern: Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin gewann der aus Klafeld stammende Sportler mit seiner Partnerin Shari Koch die Bronzemedaille. Mit 143,94 Punkten musste sich das Paar nur den favorisierten Titelverteidigern Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis (172,20/Oberstdorf) sowie Katharina Müller/Tim Dieck (146,88/Berlin/Dortmund) geschlagen geben. Der  Athlet im Interview mit der Sportredaktion der Siegener Zeitung:

Siegener Zeitung: „Herr Nüchtern, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Bronzemedaille, bei der Sie mit Ihrer Partnerin Shari Koch im Kurztanz mit 59,84 Punkten sogar eine neue Saisonbestmarke aufstellten. Wie zufrieden sind Sie mit Rang 3 bei den Meisterschaften?“ 

Christian Nüchtern: „Wir sind sehr zufrieden und vor allem auch erleichtert – es hat alles gut geklappt. Wir sind vor allem auch insofern zufrieden, dass wir den Wechsel nach Mailand innerhalb eines halben Jahres gut gemeistert und gut in die neue Situation hinein gefunden haben. Der Start in die neue Saison war nämlich nicht ganz einfach.“ 

SZ: „Sie sprechen den Wechsel nach Mailand an, wo Sie seit diesem Sommer trainieren. Wie läuft das Leben zwischen Mailand und Ihrem Studienort Berlin denn ab?“ 

Nüchtern: „Grundsätzlich ist es so, dass wir in Mailand nur trainieren – faktisch liegt unser Lebensmittelpunkt momentan aber in Italien. Zwar sind wir noch an unseren Universitäten eingeschrieben – ich studiere in Berlin, Shari in Bochum – der Fokus liegt jetzt aber erst einmal voll und ganz auf unserem Sport.“ 

SZ: „Wie hoch ist dieser Erfolg in Berlin vor allem vor dem Hintergrund der jüngeren Vergangenheit zu bewerten? Nach vielen Erfolgen verpassten Sie aufgrund einer schweren Verletzung von Shari Koch denkbar knapp die Olympia-Teilnahme 2014 in Sotschi, zwischenzeitlich versuchten Sie es gar mit einer neuen Eislaufpartnerin aus England, ehe sie dann doch zurück zu der wiedergenesenen Shari Koch fanden – die war kurzzeitig sogar nach Australien übergesiedelt.“

Nüchtern: „Das Problem war vor allem, dass unser letzter wirklich großer Erfolg aus dem Jahr 2013 datierte. Danach ging es eigentlich nur noch bergab. Auch nach unserer neuen Zusammenkunft vor gut einem Jahr kamen wir erst einmal gar nicht so richtig hinein. Das war dann auch der Hauptgrund für den Wechsel nach Mailand, wo wir dank der besseren Trainingsbedingungen einfach auch bessere Perspektiven für uns gesehen haben. Seitdem läuft es wieder rund. So erreichten wir vor Kurzem bei einer Challenge in Zagreb eine neue persönliche Bestleistung, was uns für die Deutschen Meisterschaften sehr motiviert hat. Nach den vielen Tiefschlägen ist es einfach schön, jetzt so gute Wettkämpfe abzuliefern – die DM in Berlin war für uns jetzt der allerbeste Wettkampf überhaupt.“ 

SZ: „Kurz nach dem erneuten Zusammenfinden mit Shari Koch machten Sie im SZ-Gespräch Ihrem Namen alle Ehre und schätzten die Situation recht nüchtern ein. „Wir brauchen schon eine gehörige Portion Glück, um an unsere früheren Erfolge anzuschließen“, sagten Sie damals. War der Erfolg in Berlin nun tatsächlich Glück – oder vor allem der Lohn harter Arbeit?“ 

Nüchtern: „Glück gehört immer dazu. Aber wir haben auch noch nie so hart gearbeitet wie im Moment. In Mailand geht es jeden Morgen ab 7 Uhr auf das Eis, und zwar für mindestens sechs Stunden. Das fängt nun an, sich auszuzahlen. Wir können noch ganz viele Punkte verbessern, für den Moment sieht das aber ganz gut aus.“ 

SZ: „Sind Sie denn noch oft im Siegerland zu Besuch?“ 

Nüchtern: „Ich bin gerade auf dem Weg von Berlin nach Hause, wegen des Anschlages auf den Weihnachtsmarkt ist es hier natürlich momentan nicht so schön. Nach Weihnachten geht es dann auch wieder nach Mailand. Die Zeit im Siegerland ist für mich mittlerweile sehr rar geworden, es ist aber immer wieder schön, mal nach Hause zu kommen.“ 

SZ: „In Mailand lässt es sich wohl auch ganz gut leben – gibt es vielleicht dennoch eine ganz bestimmte Sache aus dem heimischen Siegerland, die Sie in der Lombardei vermissen?“ 

Nüchtern: „Das Siegerländer Platt fehlt mir (lacht)! Und ja, es sind schon viele Dinge, die mir fehlen. Zum Beispiel auch das Essen, die deutsche Küche fehlt mir schon sehr. Klar, die italienische Küche hat gerade zu Hause einen sehr guten Ruf. Ich kann aber mittlerweile kein mediterranes Essen mehr sehen (lacht).“ 

SZ: „Lassen Sie uns noch einmal auf den Sport zu sprechen kommen. Wie schätzen Sie momentan die Situation des Eiskunstlaufens in Deutschland ein?“ 

Nüchtern: „Von der jetzigen DM kann man eigentlich nur den Eistanz bewerten, in den anderen Disziplinen sind einfach zu viele verletzt ausgefallen. Allgemein kann man sagen, dass die deutsche Stärke momentan im Paarlauf und im Eistanzen liegt, wo wir wirklich starke Paare haben. Vier sehr gute Eistanzpaare – das gab es so in dieser Form in Deutschland noch nie. Auf jeden Fall ist der Konkurrenzkampf wieder voll da.“ 

SZ: „Ein Konkurrenzkampf, in dem Sie wieder voll mitmischen. Geben Sie uns zum Abschluss bitte einen Einblick in Ihre ganz persönlichen Ziele – was streben Sie kurz- und mittelfristig an?“ 

Nüchtern: „In dieser Saison stehen noch einige kleinere Wettkämpfe und als Highlight im Februar 2017 die Universiade in Kasachstan an. Darauf freuen wir uns sehr, weil man dort in einem tollen Umfeld viele tolle Leute trifft.“ 

SZ: „Und 2018 finden die Olympischen Winterspiele in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang statt...“

Nüchtern: „Das ist ganz klar das Ziel. Die Vorbereitung auf die Olympia-Saison startet im Frühling. Viel wird für uns aber auch davon abhängig sein, wie viele Olympia-Startplätze Deutschland bei der WM im April in Finnland holt.“

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