Lokales
16.03.2017 08:20
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 Die Hälften des Rotmilans lagen am Dienstagabend am Fuß der Windkraftanlage nahe der B 54. Die kurze Vegetation zieht die Vögel magisch an, da sie Mäuse hier gut sehen und erbeuten können. Außerdem herrscht für die Segler über der Wiese eine gute Thermik. Foto: Dirk Manderbach

Die Hälften des Rotmilans lagen am Dienstagabend am Fuß der Windkraftanlage nahe der B 54. Die kurze Vegetation zieht die Vögel magisch an, da sie Mäuse hier gut sehen und erbeuten können. Außerdem herrscht für die Segler über der Wiese eine gute Thermik. Foto: Dirk Manderbach

Vogel als Beweis gesichert

„Rotmilan von Windrad zerstückelt“

dima - Prof. Martin Kraft, freier Dozent für Ornithologie der Philipps-Universität Marburg und Leiter des Marburger Institutes für Ornithologie und Ökologie (MIO), hat schon viele Vögel gesehen, die von den Rotorblättern der Windräder zerstückelt wurden. Selbst die besten Flieger unterschätzen demnach die Schnelligkeit, mit der die Rotoren der Windkraftanlagen den Luftraum durchschneiden.

„Klassisch von den Rotoren geschreddert“

Der weitaus größte Teil des Weltbestandes an Rotmilanen brütet in Deutschland. Ob der am Dienstag am Mastfuß eines Wilnsdorfer Windrades in zwei Hälften gefundene Vogel bereits mit dem Nestbau beschäftigt war oder ob er nur auf dem Durchzug über die Kalteiche segelte, kann Kraft nicht sagen. „Beides ist möglich“, so der Marburger Ornithologe. Die Durchtrennung des Vogels sei aber ein typisches Bild, so Kraft auf Nachfrage der SZ. Der Milan sei klassisch von den Rotoren geschreddert worden. „Die Rotorblätter sind scharf und zerteilen die Vögel mit großer Wucht.“ Inzwischen sind ihm auch Fälle bekannt, bei denen Vögel dem bisher nur von Fledermäusen bekannten Barotrauma zum Opfer fielen. Hinter den drehenden Rotorblättern entsteht ein Unterdruck, der die Lungen der Vögel platzen lässt. „Die fallen dann wie Steine vom Himmel, äußerlich völlig unverletzt.“

Tierpräparator begutachtete Rotmilan

Mitglieder der Bürgerinitiative „Erhaltet die Kalteiche“ und der Naturschutzinitiative, die den toten Vogel am Dienstag aufgesammelt und als Beweis gesichert hatten, meldeten den Fund am Mittwoch an die Vogelschutzwarte Brandenburg, die solche Fälle deutschlandweit sammelt. Außerdem legten sie den Milan dem Neunkirchener Tierpräparator Werner Koch zur Begutachtung vor. Der erklärte auf Nachfrage der SZ: „Der Rotmilan wurde von einem Rotorblatt zerstückelt. Das ist sicher, einhundertprozentig.“ 

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