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30.04.2014 08:10
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 Der Schwarzstorch zählt bei Naturschützern zu den Vogelarten, die durch Windkraft im Wald gefährdet sind. Foto: Dirk Manderbach

Der Schwarzstorch zählt bei Naturschützern zu den Vogelarten, die durch Windkraft im Wald gefährdet sind. Foto: Dirk Manderbach

Neues Gutachten läuft

Sechs Windräder in Gilsbach

dima - Die Planung von Windkraftanlagen rund um den Wilnsdorfer Ortsteil Wilden nimmt noch einmal mächtig Fahrt auf. Nachdem ein Schwarzstorchpärchen im vergangenen Jahr in Nachbarschaft zu drei potenziellen Burbacher Windkraftzonen gebrütet hatte (die SZ berichtete) und damit eine naturschutzfachliche Nachuntersuchung notwendig machte, die momentan anläuft, einigten sich die Gilsbacher Waldgenossen bereits jetzt mit der Windkraft-Betreiberfirma Volkswind auf den Bau von bis zu sechs Windkraftanlagen auf Bautenberg und Walkersdorfer Berg.

Am vergangenen Freitag stimmten die Haubergsgenossen mit großer Mehrheit für eine Zusammenarbeit mit Volkswind, erklärte Waldvorsteher Horst Oerter auf Nachfrage der SZ. Mit einer Änderung des Flächennutzungsplanes will die Nachbarkommune Neunkirchen demnächst den Bau von sechs weiteren Windkraftanlagen, ebenfalls an der Grenze zu Wilden, möglich machen.

Spannend für Naturschützer dürfte das Ergebnis der bereits angelaufenen Raumnutzungsanalyse des Burbacher Schwarzstorches werden. Wie Helmut Kneppe, Dezernent des Kreises Siegen-Wittgenstein, gestern gegenüber der SZ erklärte, gab es Anfang April ein Abstimmungsgespräch zwischen Kreis und Volkswind. Man habe der Bremer Firma empfohlen, neben Schwarzstorch auch die Vorkommen von Fledermäusen, Haselhuhn, Haselmaus, Wildkatze sowie von Reptilien und Amphibien zu untersuchen. Klar sei bereits jetzt, dass der Schwarzstorch am gleichen Ort wie im vergangenen Jahr brüte.

Die Firma Volkswind, die bereits drei Windkraftanlagen innerhalb der Wilnsdorfer Vorrangzone Kalteiche betreibt, sieht im Vorkommen des Schwarzstorches keinen Hinderungsgrund für den Bau der Windkraftanlagen. Der Standort des Horstes sei bekannt, erklärte gestern Matthias Stommel von Volkswind. Eine Gefährdung des Vogels durch Windkraft sei bislang nicht zu erkennen. Die Nabenhöhe der Anlagen müsse noch in Gesprächen mit der Gemeinde Burbach festgelegt werden, erklärte Stommel. Aber: Je höher die Windräder, desto weniger Probleme gebe es für den Schwarzstorch.

Stommel erklärte in diesem Zusammenhang, dass zwei der drei Windräder, die im Wilnsdorfer Bereich der Kalteiche gebaut wurden, unwirtschaftlich laufen. Das habe man auf schmerzhafte Weise lernen müssen. Eine Nabenhöhe von 80 Meter sei eben zu niedrig für eine rentable Stromerzeugung. „Die hätte man besser nicht gebaut.“ Interessant: Die Auswirkungen der Wilnsdorfer Anlagen auf die Tierwelt werden im Rahmen einer aktuellen Studie der TU Berlin zur „Windkraft im Wald“ untersucht. Den Auftrag dazu hat die Bundesregierung erteilt. Volkswind stellt ihre Daten und Flächen im Wald für die Untersuchung zur Verfügung. Stommel „Wir haben nichts zu verbergen.“ Er bestätigte, dass man sich mit der Gilsbacher Waldgenossenschaft handelseinig geworden sei. Stommel: „Privatrechtlich ist die Sache abgeschlossen.“

Konkreter wurde Gilsbachs Waldvorsteher Horst Oerter. Insgesamt fünf Firmen hätten Angebote für die Flächen auf Bautenberg und Walkersdorfer Berg gemacht. Dabei seien unrealistisch hohe Pachten geboten worden. Teilweise hätten die Beträge um 100 Prozent über dem marktüblichen Preis gelegen. Diese Firmen seien ausgeschieden. Gezahlt würden üblicherweise 25 000 bis 30 000 Euro pro Windrad und Jahr.

In einer außerordentlichen Versammlung habe die Genossenschaft mit großer Mehrheit für den Abschluss des Pachtvertrages gestimmt, so Oerter. Bei der Standortsuche habe man sich an der Nähe zur Landstraße orientiert. Das sei auch in puncto Jagd- und Erholungsnutzung eingriffsminimierend. Die Planung habe zwei Jahre gedauert. Die Anlagen auf dem Walkersdorfer Berg sollten nahe des Gilsbacher Sportplatzes entstehen. Realistisch sei zurzeit eine Nabenhöhe von bis zu 140 Metern. Die Höhe sei abhängig von Sichtbarkeit, Altbergbau und Bodenuntersuchung. Vom 3-Kilometer-Radius rund um den Schwarzstorchhorst werde das Gebiet nur gestreift. Dirk Manderbach

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