Kultur
09.02.2017 20:00
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 In der Galerie 11 von Nadja Niehaves zeigt seit Donnerstagabend der gebürtige Siegener Armin Weinbrenner, der sein Atelier in Münster hat, seine Arbeiten. Foto: la

In der Galerie 11 von Nadja Niehaves zeigt seit Donnerstagabend der gebürtige Siegener Armin Weinbrenner, der sein Atelier in Münster hat, seine Arbeiten. Foto: la

Armin Weinbrenner stellt in Galerie 11 aus

Spuren über Spuren

la - Er provoziert gerne. Nicht mit seinen Arbeiten, sondern mit den Titeln seiner Ausstellungen: der gebürtige Siegener Armin Weinbrenner mit Atelier mitten in der Münsteraner Altstadt. „Der Bauch der Nacktschnecke“ hieß seine Ausstellung 2010 in der Galerie S in Weidenau beim Kunstverein Siegen, „Rüber bei Rot“ diejenige in der Galerie Münsterland, Emsdetten, 2015. „Grüner wird’s nicht“ behauptet er seit Donnerstagabend in der Galerie 11 in der Alten Poststraße in Siegen und meint damit nicht unbedingt den nahenden Frühling mit frischem Grün. „Grün“, sagte er gestern Mittag bei der Vorabpräsentation in der Galerie von Nadja Niehaves, „ist nicht unbedingt meine Farbe. Doch Grün assoziiert die Nähe zum Siegener Ausstellungstermin.“ Und der fällt, ganz durch Zufall, auch mit seinem 25-Jährigen als freischaffender Künstler zusammen.

Holzschnitte begleiten künstlerischen Werdegang bis heute

Die sechs Holzschnitte gleich im ersten Raum der Galerie sind eine kleine Hommage an „25 Jahre diplomierter Künstler“. Kurz nach der Aushändigung seines Diploms 1992 war die eigene Examensarbeit von zehn Holzschnitten binnen kurzer Zeit verkauft. Und Holzschnitte sind es auch, die seinen künstlerischen Werdegang bis heute begleiten. Franz-Josef Weber (Kunstverein Siegen), der gestern Abend in die Ausstellung einführte: „Sie sind sein Ursprung allen künstlerischen Werdens.“ Armin Weinbrenner verzichtet darauf, seinen Bildern Namen und Titel zu geben. Er möchte, so formulierte er es gestern, den Betrachter auffordern, sich mit dem Bild zu beschäftigen, Figuren und Gegenstände zu sehen, die vielleicht der Mitbetrachter gar nicht sieht. Denn in den Holzschnitten tauchen vielfach figurative Motive auf, die er aber durch Farbschichten oftmals wieder überdeckt. In der großen, grünen Arbeit, die auch die Einladung zur gestrigen Vernissage ziert, meint man ein Kissen und ein Blumenvasen-Arrangement zu entdecken, um dann wiederum den ersten Eindruck zu verwerfen.

Der Künstler nimmt nie einen Pinsel in die Hand

Die Interpretation ist bei den Arbeiten hinter Acrylglas nicht notwendig. Hier ist die Farbe als Material die einzige Dominante. Franz-Josef Weber: „Farbe pur auf spiegelglatter Fläche.“ Wieder schichtet Armin Weinbrenner Farbe über Farbe. Nur spachtelt und walzt er das Material in umgekehrter Reihenfolge. Was sonst also im Hintergrund bliebe, tritt bei ihm als vorderste Bildebene am deutlichsten in Erscheinung. Das gibt seinen Bildern eine gewisse Leichtigkeit, manchmal meint man, die Farben scheinen zu schweben, leicht wie eine Feder. Zarte Farbspuren paaren sich mit dick aufgetragenen Farbzentren, die letztlich die Bildoberfläche dominieren. Für Franz-Josef Weber ist Armin Weinbrenner eher ein „Farbdompteur“, der jeder Zeit die Gefahr erspürt und gleichzeitig bannt, wenn sich die Farbe zu selbstständig macht und eigene Wege sucht, die keine geordnete Gestaltung erkennen lassen. Weinbrenner nimmt nie einen Pinsel in die Hand, arbeitet nur mit Stichel und Meißel, mit Spachteln, Messern, Rakeln und Walzen. Damit rückt er der Farbmaterie zu Leibe und setzt Spuren über Spuren. Es ist dieses beständige Wechselspiel, das den Reiz der Arbeiten ausmacht, aber auch den der Ausstellung.

Armin Weinbrenner: „Grüner wird’s nicht“, Galerie 11, Siegen, Alte Poststraße 11, bis 4. März 2017, mittwochs, donnerstags, freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags von 12 bis 16 Uhr.

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