Lokales
27.01.2014 10:36
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 Jungen und Mädchen der Adolf-Wurmbach-Grundschule beteiligten sich an der Gedenkstunde am Littfelder Fred-Meier-Platz. Sie sangen und trugen das Gedicht „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbach vor. Fotos: Anja Bieler-Barth

Jungen und Mädchen der Adolf-Wurmbach-Grundschule beteiligten sich an der Gedenkstunde am Littfelder Fred-Meier-Platz. Sie sangen und trugen das Gedicht „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbach vor. Fotos: Anja Bieler-Barth

Gedenkstunde in Littfeld

Unbelehrbaren die Stirn bieten

nja - am 27. Januar 1945  wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. An diesem Jahrestag, dem Int. Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, wird auch im Kreuztaler Ortsteil Littfeld innegehalten. Erinnert und gemahnt. So auch am Montag. Vertreter der Stadt, der Fraktionen, der Ortsvereine und der örtlichen Grundschule legten zudem am Fred-Meier-Gedenkstein Kränze nieder. Organisiert von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland und der Stadt, beteiligten sich auch Heranwachsende des Jugendtreffs „Glonk“ sowie Mädchen und Jungen der Adolf-Wurmbach-Grundschule an der Gedenkstunde.  Ort des Gedenkens war jener Platz, der nach Fred Meier benannt ist, jenem jüdischen Kind, das mit seiner Familie in Littfeld lebte – von den Nazis im Alter von drei Jahren deportiert und anschließend ermordet wurde.

Dr. Michaela Vidlakova, Zeitzeugin aus Prag und Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt, rief alle Anwesenden dazu auf, der Erinnerung an die Gräuel der Nazis positive Taten folgen zu lassen: „Ein jeder sollte etwas tun, dass sich so etwas nicht wiederholt!“ Sie bedauerte, dass so wenige Bürgerinnen und Bürger an der Gedenkstunde teilnähmen: „Ist das ein Zeichen der Gleichgültigkeit? Gar der Abneigung?“  Es dürfe nicht mit dem Gedenken einmal im Jahr getan sein. Tägliche Taten seien vonnöten. Die alte Schuld dürfe nicht vergessen, die historische Verantwortung müsse anerkannt werden. Der Baum des Lebens, jüdischen Lebens, er wachse, aber er benötige Hilfe.

Aus der Geschichte lernen

Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß betonte, mit dem Erinnern solle zugleich gemahnt werden, „denn Gedenken ist nicht nur auf die Vergangenheit, sondern immer auch auf die Gegenwart und Zukunft gerichtet“. Der Holocaust sei ein Kapitel deutscher Geschichte, „aus dem wir lernen müssen“. Jeder neuen Generation müsse vermittelt werden, was damals passiert sei und wie es dazu habe kommen können: „Denn in all den Jahren seit Ende des Krieges gab und gibt es Unbelehrbare unter uns, die die Geschichte verkennen und Tatsachen leugnen.“ Erst vor wenigen Tagen, so Kiß, „haben wir die widerlichen Einzelheiten über die Schändung jüdischer Friedhöfe erfahren müssen, die am 9. November hier bei uns im Kreis begangen wurden. Und genau diesen Menschen müssen wir uns gemeinsam und in aller Deutlichkeit entgegenstellen.“

Kritisch hinterfragen

Zu Zivilcourage, kritischem Hinterfragen auch heutiger Ereignisse und gegebenenfalls auch Widerstandleisten riefen die Jugendlichen Cora Penafuerte, Hala Almonzic und Leia Amelia Haschke, alle zwölf Jahre jung, auf. Ausgrenzung sei nicht nur ein Thema der Vergangenheit, meinten sie u. a. mit Blick auf die tödlichen Anschläge des NSU. Sie luden sodann in den „Glonk“ ein – zu einer Ausstellung über das Leben der Juden, die einst in Littfeld lebten – zusammengestellt von den Jugendlichen vor Ort.

 Vertreter der Stadt, der Fraktionen, der Littfelder Ortsvereine und auch der Grundschule legten am Gedenkstein Kränze nieder.

Vertreter der Stadt, der Fraktionen, der Littfelder Ortsvereine und auch der Grundschule legten am Gedenkstein Kränze nieder.

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