Lokales
29.09.2017 09:27
Drucken Vorlesen Senden
 Die Probleme im Hinblick auf die Pünktlichkeit der Hessischen Landesbahn sind weiterhin akut. Zwei Untersuchungen zur Pünktlichkeit der von den Hessen betriebenen Rothaarbahn könnten aber neue Perspektiven aufzeigen. Foto: Timo Karl

Die Probleme im Hinblick auf die Pünktlichkeit der Hessischen Landesbahn sind weiterhin akut. Zwei Untersuchungen zur Pünktlichkeit der von den Hessen betriebenen Rothaarbahn könnten aber neue Perspektiven aufzeigen. Foto: Timo Karl

Mehr Transparenz gefordert

Untersuchung zur HLB-Pünktlichkeit

tika - Verspätungen waren an der Tagesordnung. Züge fuhren sogar gelegentlich gar nicht. Die Hessische Landesbahn (HLB) versprach mittelfristig Besserung auf der Linie der Rothaarbahn zwischen Bad Berleburg und Siegen sowie Betzdorf. Dabei waren die Gründe für Verzögerungen im Fahrplan vielfältig und nicht ausschließlich bei der HLB zu suchen.

Gravierende Fehler im Fahrplan, neue Vorschriften die zu strikteren Geschwindigkeitslimits führten – nur einige Faktoren, die für Verspätungen und Ausfälle sorgten. Und für viel Unmut bei den Passagieren. Und was ist draus geworden?

Die Ergebnisse liegen nun vor

Die kritischen Stimmen hatten zuletzt deutlich an Intensität verloren, die Probleme allerdings waren geblieben. Immerhin war im ersten Quartal des Jahres Bewegung in die Causa Rothaarbahn gekommen. Das Kompetenzcenter Integraler Taktfahrplan (KCITF) in Nordrhein-Westfalen sowie die HLB selbst hatten je eine Untersuchung zur Pünktlichkeit der Linie RB 93 in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse liegen nun vor, allerdings wollen sich die Verantwortlichen noch nicht zu den Resultaten äußern – auch nicht dazu, ob sie daraus entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung ableiten können.

„Ich bitte um Verständnis, dass ich weder die Erkenntnisse noch unsere Schlussfolgerungen mitteilen kann“, erklärte Günter Padt auf Anfrage der Siegener Zeitung. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) machte deutlich, dass die Untersuchungen Bestandteil der kommenden NWL-Verbandsversammlung am Montag, 16. Oktober, um 18 Uhr in Siegen sein sollen. Deutlich weniger kommunikativ gab sich indes die HLB. Trotz mehrfacher Anfragen blieb eine Stellungnahme des Unternehmens aus dem hessischen Frankfurt gänzlich aus.

Sprecher erwartet konkrete Aussagen

Ein derartiges Vorgehen hatte indes Matthias Tuschhoff erwartet. Der Sprecher des Fahrgastbeirates der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd (VGWS) erwartet dennoch konkrete Aussagen der Verantwortlichen und will diese entsprechend einfordern. „Wir wollen wissen, ob konkrete Maßnahmen abgeleitet werden können. Und wir wollen nachhaken, ob diese Maßnahmen auch ergriffen werden, um eine Verbesserung der Pünktlichkeit dauerhaft zu realisieren“, erklärte der Sprecher. Entsprechende Informationen will der Beirat in seiner kommenden Sitzung am Mittwoch, 11. Oktober, um 16 Uhr im Kreishaus in Siegen erhalten – fünf Tage vor der von Günter Padt angekündigten Vorstellung.

Dass der Fahrgastbeirat tatsächlich konkrete Inhalte erfährt, davon geht Matthias Tuschhoff ohnehin nicht aus. Dennoch: „Wir lassen nicht locker, die Sache ist für uns nicht erledigt – genau das wollen wir demonstrieren. Das Ziel des Fahrgastbeirates ist es, eine Auskunft zu erhalten“, konstatierte der Sprecher des Fahrgastbeirats. Tatsächlich haben die jüngsten Zahlen des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd laut Matthias Tuschhoff gezeigt, dass die Pünktlichkeitsrate der Rothaarbahn noch immer unter 80 Prozent liegt – damit ist die Linie eine der bundesweit unpünktlichsten.

Ein Trend, der sich gerade in der kalten Jahreszeit weiter verschärfen dürfte. „Noch ist die Witterung unproblematisch, doch schon bald liegt deutlich mehr Herbstlaub auf den Schienen als es momentan der Fall ist. Im Winter kommt die Kälte und damit das Eis hinzu. Dadurch müssen die Züge allgemein automatisch langsamer fahren“, erklärte der Mann aus Siegen. Für die Rothaarbahn könnte dies einmal mehr entsprechende Folgen haben, zumal der Fahrplan – ein wesentlicher Faktor für die Gesamtproblematik – wenig Spielraum zulässt.

„Es ist ein wenig Puffer vorgesehen“

„Es ist wenig Puffer vorgesehen. Dabei hat die DB Netz AG in einem Testat von 2011 bestätigt, dass der Fahrplan machbar ist. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies schlichtweg nicht stimmt. In der Zwischenzeit ist allerdings noch eine Verbindung nach Betzdorf hinzugekommen, die vieles nur noch schwieriger macht. Für uns ist es erstaunlich, wie zäh die Dinge manchmal sind“, machte Matthias Tuschhoff deutlich. Der Sprecher des Fahrgastbeirates hofft nun darauf, dass die beiden Untersuchungen von HLB und KCITF Antworten liefern, wie eine bessere Pünktlichkeit der Linie realisierbar ist.

„Wir wollen den Nahverkehr attraktiver machen, denn gerade in ländlichen Regionen ist er ein wichtiger Faktor. Wenn er allerdings nicht funktioniert, dann hängt dies ländliche Regionen wie Wittgenstein schlichtweg ab“, erklärte der Siegener. Die kritischen Stimmen hatten zuletzt an Intensität verloren, die Probleme allerdings waren geblieben – daran ließ Matthias Tuschhoff keinen Zweifel.

SOCIAL BOOKMARKS
- Anzeige -
- Anzeige -
- Anzeige -

Weitere Lokalnachrichten

 

Ferndorf verkaufte sich teuer

Wie werden die Züge pünktlicher?

Schelderhütte: Schwerer Unfall

Streitpunkt Hessenticket

Raiffeisen plant im Detail

Ärzte gründen Verbund

Aktuelle Fotostrecken

Ferndorf - Rhein-Neckar Löwen in Bildern

Live-Music-Hopping in Siegen

Feuer auf der Schemscheid

3. Vorlesung der Kinderuni 

- Anzeige -

Sportnachrichten

 

Ferndorf triumphiert im Spitzenspiel

Ferndorf-Sieg dank Torhüter Puhl

Schon 2500 Tickets verkauft

TuS Ferndorf wieder „über 30“

Aktuelle Videos

Dicke Rauchschwaden nach Brand über Siegen

Zug erfasst Tanklaster

Einsatz am Krankenhaus

SZ-Radtour 2017

Kulturnachrichten

 

Krone der Dichtung

Von Luther bis Ellington

Kneipen-Festival in Siegen

Spurensuche zwischen Gut und Böse