Kultur
11.09.2017 10:30
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 „Weißt du, wie viel Sternlein stehen“, singen Lucy (Sarah Schulte) und Opa Jakob (Werner Hahn) am Ende der lustigen und zugleich klugen Kinderliederrevue „Auch der Opa fährt im Hühnerstall Motorrad“ gemeinsam. Für die beiden ist nun alles gut. Fotos: ciu

„Weißt du, wie viel Sternlein stehen“, singen Lucy (Sarah Schulte) und Opa Jakob (Werner Hahn) am Ende der lustigen und zugleich klugen Kinderliederrevue „Auch der Opa fährt im Hühnerstall Motorrad“ gemeinsam. Für die beiden ist nun alles gut. Fotos: ciu

Fast hundert Kinder wirken mit

Vom Stoffel zum patenten Mann

ciu - „Das Leben ist ernst.“ Das ist Opa Jakobs Maxime. Deshalb ist er ernst, nimmt alles ernst – nur sich selbst und seine Bedürfnisse nicht. Lachen? Wozu? Tanzen? Ach was! Singen? Und tschüs! Dieser Opa ist ein harter Brocken, ein Trauerkloß, ein Stoffel. Nun aber hat sich seine Enkeltochter, Lucy, zum Ferienbesuch angesagt, und das lockt den Großvater aus der Reserve. Er muss sich erinnern. An seine Tochter Rosemarie, die es in die weite Welt gezogen hat und deren kunterbunte Postkarten irgendwann ausgeblieben sind. Und die er, wenn er ehrlich ist, dann doch irgendwie vermisst. Es bricht etwas auf in Jakobs Herz, und das bricht sich Bahn. Freilich nicht einfach so, da braucht es schon Unterstützung. Die findet der Opa bei den vielen Kindern, die ihn mit einem Mal umgeben und die es nicht leicht haben, dem alten Jakob Beine zu machen. Es gelingt ihnen! Mit Fantasie und Energie, gewitzt und gewieft verwandeln sie den alten Zauderer in einen ganz patenten Mann.

Sarah Schulte (19) hat als Enkelin Lucy einen großen Auftritt

Diesem kann Lucy nun unbesorgt begegnen, denn – was der Opa nicht weiß: Die Enkelin sitzt im Rollstuhl und hat statt der „zehn kleinen Zappelmänner“ nur einen Finger am sehr kurzen Arm. Eine Überraschung für Jakob und auch ein Aha-Moment fürs Publikum, das gestern Nachmittag bei der Premiere der Kinderliederrevue „Auch der Opa fährt im Hühnerstall Motorrad“ dabei war. Werner Hahn, der Leiter des Jungen Apollo (JAp), bringt in diesen Stück die 19-jährige Sarah Schulte erstmals auf die Bühne. Kennengelernt hat er sie bei einem Schulprojekt in Hemer, hat sie dann für ein Praktikum ans lutzhagen, die junge Bühne am Theater Hagen (die er aufgebaut und bis kurz vor seinem Wechsel nach Siegen geleitet hat), eingeladen und gesehen, dass sie mit ihrer enormen Dynamik, ihrer Freude am darstellenden Spiel fürs Theater gemacht ist.

Kinder der Glückaufschule und der Birlenbacher Schule machen Spaß

Ein Ausrufezeichen setzt auch Mia Kühn aus der Ballettschule Reindt. Sie lehrt den Opa das Tanzen – und egal ob Walzer, Rock ’n’ Roll oder Hip-Hop, der olle Jakob (zwischenzeitlich im goldenen Glitzerlook) tanzt mit. Diese Szenenfolge gehört zu den anrührendsten Augenblicken in diesem unentwegt kurzweiligen Stück. Sicher, weil die kleine Mia mit großer Präsenz agiert, sicher auch, weil hier deutlich wird, wie gern sich der Theater-Routinier Hahn vom Zauber des Gegenwärtigen überraschen lässt – auf Augenhöhe. Das steckt an, und zwar zuallererst die, die mit dem Autor, Regisseur, Sänger und Schauspieler in den 70 Minuten auf der Bühne zu tun haben: die fast hundert Kinder der Weidenauer Glückaufschule und der Birlenbacher Schule, die singen und tanzen und mit witzigen Einlagen (als Rennauto oder Polizist, mit Kinderwagen, im Märchenspiel, beim vielsprachigen „Bruder Jakob“ …) die Aufführung würzen und die mit Hannah Dietz und Tim Runnebaum zwei prima Frontleute bei sich haben. Was die Mädchen und Jungs boten, wirkte frisch, unbekümmert, authentisch. Dazu hatten sie mit Giuseppe Todaro, der mit „Gemütlichkeit“, dem Affensong und auch mit seinem Motorrad für Heiterkeit sorgte, ein gleichfalls prima Gegenüber.

Musik macht auch die Band Milestones

Viel mehr als „nur“ die Begleitung des Ganzen war die Band Milestones. Denn Andres Reukauf (Klavier), Julian Walleck (Bass) und Dominik Hahn (Schlagzeug) brachten sich von Beginn an – als „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ – ganz und gar ein. Spielten mit, ließen das Publikum im Wettstreit gegen Kuckuck und Esel antreten, ließen es grooven und krachen und sorgten dafür, dass viele der rund 30 Lieder den Gästen im Ohr blieben. Am Montag steht das mitreißende, unterhaltsame und zugleich kluge Stück als Schüleraufführung auf dem Apollo-Spielplan, am Samstag, 23. September, 15 Uhr, gibt es eine weitere Vorstellung.

 Postkarten aus aller Welt. Für Opa – von seiner Tochter Rosemarie.

Postkarten aus aller Welt. Für Opa – von seiner Tochter Rosemarie.

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