Lokales
08.11.2017 10:40
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 Bei der Gestaltung von Plätzen könnte im Bad Laaspher IKEK-Prozess auch der Wilhelmsplatz ins Spiel gebracht werden. Foto: Holger Weber

Bei der Gestaltung von Plätzen könnte im Bad Laaspher IKEK-Prozess auch der Wilhelmsplatz ins Spiel gebracht werden. Foto: Holger Weber

IKEK-Prozess in Bad Laasphe

Vorbehalte im Ausschuss

howe - Vera Lauber vom Planungsbüro dürfte sich gestern Abend gewundert haben. Weil sie von der Stadt Bad Laasphe beauftragt wurde, den IKEK-Prozess zu begleiten, stellte sie das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept dem Wirtschaftsförderungsausschuss vor. Und dessen Begeisterung, so schien es aufgrund der Wortmeldungen, hielt sich eher in Grenzen. Signe Friedreich, Ausschussmitglied als Chefin der Tourismus Kur und Stadtmarketing GmbH, zeigte sich verwundert, dass man in den Dörfern ruhig einfach mal Projekte planen und in den IKEK-Prozess einbringen sollte, wie es Vera Lauber nach Rücksprache mit der Bezirksregierung geäußert hatte. „Das kann faszinierend sein“, so Signe Friedreich, „aber was passiert, wenn Projekte nicht berücksichtigt werden?“ Die Leute seien müde, ihre Ideen immer wieder in Workshops zu äußern. Und wenn dann am Ende die angedachten Projekte nicht bedacht würden, sei die Enttäuschung groß. Ins gleiche Horn bliesen gestern Abend auch einige SPD-Mitglieder. Armin Joenke forderte, gegenüber den Bürgern „mit offenen Karten zu spielen“ und ihnen ehrlich zu sagen, dass Projekte auch scheitern könnten. „Die Stadt hat alles, nur kein Geld.“ Und schließlich könne nicht jedes Dorf im IKEK-Prozess berücksichtigt werden.

„Nicht Wünsche suggerieren, die nicht erfüllt werden“

Arno Vomhof fand, man solle „sehr sehr vorsichtig sein“, wenn man in die Dörfer gehe und mit den Leuten spreche. „Es dürfen nicht Wünsche suggeriert werden, die nicht in Erfüllung gehen.“ Auch die Frage der Höhe der Fördergelder wurde aus dem Wirtschaftsförderungsausschuss heraus gestellt. 21 Safaris, also Ortsbegehungen, da stünden Erwartungen dahinter, formulierte Armin Joenke. „Die zu enttäuschen, ist schwierig.“ Weder Planerin Vera Lauber noch Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann konnten zu den Fördertöpfen eine Antwort geben. „Es ist immer die Frage, wieviel Geld steckt die Landesregierung in welchen Topf“, so Dr. Torsten Spillmann. Und Vera Lauber wusste die Verteilschlüssel: 35 Prozent für private und 65 Prozent für öffentliche Projekte, wobei auch dies etwa vom Haushaltssicherungsstand abhängig sei, wie der Verwaltungschef ergänzte. „Sind es acht Millionen oder mehr oder weniger, die wir hier in Bad Laasphe zur Verfügung haben? Und können wir dann nach dem Wünsch-dir-was-Prinzip Projekte vorstellen?“, fragte Signe Friedreich. Antwort: „Das wissen wir nicht.“ Seitens der Bezirksregierung sei aber gesagt worden, dass man „erst einmal machen“ solle. Trotz der Bedenken gab der Wirtschaftsförderungsausschuss gestern den Startschuss für IKEK. Zunächst erfolgt die Bestandsanalyse, im Dezember hat die politische Steuerungsgruppe ihren ersten Termin.

Erstes IKEK-Forum beginnt Februar 2018

Das erste IKEK-Forum beginnt Ende Februar 2018. Die „lokalen Bürgerdialog-Veranstaltungen“ finden von März bis Juli statt. Dann werden auch die Workshops und die 21 „Safaris“, also die Ortsbegehungen, durchgeführt. Dr. Torsten Spillmann schränkte ein, dass man für Feudingen geeignete Termine abstimmen müsse - vor dem Hintergrund der Feierlichkeiten zum 800-jährigen Bestehen der Ortschaft. Von Juli bis Oktober erfolgt dann die Erstellung des IKEK, für September 2018 ist ein Abschluss-Workshop geplant. Mit der Vorstellung des IKEK beendete Vera Lauber gestern übrigens auch die vor Monaten geführte Diskussion zwischen Kernstadt und Dörfer. Das IKEK bezieht sich nämlich auf Entwicklungsperspektiven für die gesamte Kommune, also auf die Kernstadt und die 20 Ortsteile. IKEK soll den dörflichen Charakter erhalten und gestalten und zur Verbesserung der Lebensverhältnisse beitragen. Gefördert werden dorfgemäße Gemeinschaftseinrichtungen wie Dorfläden oder Dorfgemeinschaftshäuser. Auch die Verkehrsführung und Beruhigung von Dorfstraßen ist ein Thema, ebenso die Umgestaltung von Plätzen oder der Erhalt ländlicher Bausubstanz. Grün- und Freiraumgestaltung und Maßnahmen für heimische Tiere und Pflanzen zählen dazu, auch die Umnutzung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, um einige Beispiele zu nennen.

Themen wie Breitband, soziale Infrastruktur, Bürgerengagement, Städtebau, Kultur und Brauchtum oder Dorfökologie gehören alle ins IKEK. Der IKEK-Prozess selbst läuft nach dem „bottom-up“ - von unten nach oben. Grundlage ist die Bürgerbeteiligung, die auf unterschiedliche Weise realisiert werden kann. Vera Lauber sprach für ihr Planungsbüro von IKEK-Foren, Ortsteil-Workshops und so genannten Stadtteil-Safaris.

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